Das Objekt im Gehirn anderer Leute?

Wenn man es dorthin schon mal geschafft hat (ins Gehirn anderer Leute), ist man schon ein gutes Stück des Weges vorangekommen. Der Autor des FAZ-Artikels “Ein hessisches Verhängnis“, Volker Zastrow, erklärt in wie üblich wohlgesetzten Worten, weshalb sich die Überlegenheit Roland Kochs am Ende doch durchsetzt — obwohl es schon etwas gedauert hat.

Kochs Verhältnis zu Ypsilanti umschreibt Herr Zastrow mit folgenden Worten:

Noch in der bemühten Schonung seiner Herausforderin fühlte man die Fassungslosigkeit dieses Ministerpräsidenten, sich mit einer Frau auseinandersetzen zu müssen, die noch mit über fünfzig Jahren an dem Ergebnis ihrer Diplomarbeit festhält, dass Papi schuld ist, und tief ungerecht findet, dass Piloten besser bezahlt werden als Luftkellnerinnen. Das sind Zeichen von Unreife. So was sagt man nicht. Doch ist unübersehbar, dass bei Andrea Ypsilanti das Murmeltier nun schon seit mehr als dreißig Jahren grüßt. Sicher war es nicht nur verhängnisvoll, dass sie damals, in der exzessiven Enge der Siebziger, gerade im labilsten Lebensalter steckte – aber anders als viele ist sie darüber offensichtlich nicht hinweggekommen. Und sie hat sich mit Leuten umgeben, denen es genauso geht. Selbst beim grünen Koalitionskandidaten wurde über das Drehmoment mancher Leute aus Ypsilantis Corona mortis derb gehöhnt.

Die Formulierung gefällt mir. Niederträchtig eben, wie das vielleicht nur der Text eines erzkonservativen Chronisten sein kann. Ich glaube, er enthält keinen Hinweis auf Ypsilantis wirkliche Beweggründe.