US-Regierung verweigert Hilfe für Autokonzerne

Auf die Weigerung der us-amerikanischen Regierung, den 3 großen Automobilkonzernen (General Motors, Ford und Chrysler) Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, regagierten diese mit der Warnung vor einem möglichen Kollaps. Ähnlich läuft es in Deutschland.  Wird nicht Obama zu seinem Wort stehen müssen und GM helfen? Vermutlich ja. Das könnte sich vielleich bald als der 1. große Fehler der neuen Administration erweisen.

General Motors, Ford und Chrysler forderten 25 Mrd. Dollar aus dem bereitgestellten Hilfspaket von 700 Mrd. US$. Für den Augenblick hat sich auch der us-amerikanische Kongress gegen die finanzielle Hilfe für die Automobilkonzerne entschieden.

Allein GM benötigt zur Zahlung der Löhne und Gehälter an die Mitarbeiter rund 4-5 Mrd. Dollar im Monat. Rick Wagoner, Vorstandschef von GM, warnt, dass 3 Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. Eine Mitschuld des GM-Vorstandes an dieser Situation sieht er nach dem “Spiegel”-Artikel nicht. Er schiebt die Verantwortung der Finanzkrise zu. Von der bekanntermaßen schlechten Modellpolitik ist da gar nicht die Rede.

Nun, er ist einsichtig und meint, er würde auch für 1 Million $ Jahresgehalt arbeiten. So weit ist es also schon gekommen. 1 Mio. $. Das ist wirklich hart und man kriegt richtig Mitleid mit den Vorständen von GM.

Ein republikanischer Senator ergänzte dann auch die Aussagen des GM-Vorstandes. Er sehe die Gründe nicht allein in der Finanzkrise, sondern auch in kostspieligen Tarifverträgen. Aha! Die Arbeitnehmer sind schuld. Wohl einen zu großen Schluck aus der Pulle genommen, die amerikanischen Gewerkschaftsmitglieder!? Da sehen wir mal, wohin so was führen kann. Der Vollständigkeit will ich erwähnen, dass besagter Senator auch von ineffizienten Produktionsstrukturen gesprochen hat, womit wohl spätestens wieder der GM-Vorstand im Spiel wäre. Oder ist in Amerika dafür auch die Belegschaft verantwortlich? Ich weiß es nicht.

Lernen kann man auch aus dieser Auseinandersetzung, dass aus den schweren Problemen keinen einfachen Ausweg gibt. Die notwendigen Finanzbedarfe sind so rieisig, dass sie wohl auch von der größten Wirtschaftsmacht der Welt nicht aufgebracht werden könnten – selbst wenn sie das denn wirklich wollte. Die finanziellen Hilfen werden vielleicht dazu ausreichen, augenblickliche finanzielle Engpässe zu überbrücken. Vielleicht.

Vielleicht — es wäre immerhin auch ein möglicher Grund für die anhaltende Jammerei, verlangen die nun auch notleidenden Automobilhersteller (ja auch in Deutschland) nur deshalb so lautstark und nachdrücklich finanzielle Hilfen, weil die Zeit dafür gerade sehr günstig ist.

Schließlich hören die Politiker im Moment sehr genau hin, wenn eine wichtige Branche in das Klagelied einstimmt. Es ist ja auch alles so furchtbar. Und die internationalen Wettretter stehen schließlich dienstbeflissen bei Fuß.

Ich will nicht zu ungerecht sein, aber bei manchem der Chorsänger hat man schon das Gefühl, ihnen geht es nicht schnell genug, unser Geld den vermeintlich notleidenen Branchen in den Rachen zu schieben, um nachher nicht vorgehalten zu bekommen, sie hätten Schuld an dem sich nun einmal deutlich ankündigenden Desaster.

Nur, das wissen wir doch alle jetzt schon: Die Politiker sind am Ende sowieso schuld. Vergessen sind die Zeiten, in denen nicht wenige von uns (Linken) behauptet haben, die Politiker hätten die Macht längst an das Kapital abgegeben. Komisch, von diesen Thesen ist heute nicht mehr die Rede.

Die wohl sehr vorläufigen “Entscheidungen” der noch aktuellen us-amerikanischen Regierung scheint das Gegenteil zu belegen. Nur — demnächst kommt der Wechsel und die Demokraten werden wahrscheinlich die 25 Mrd. $ rausrücken. Was dann wohl doch wieder für die Richtigkeit der These spricht. In Deutschland regiert die große Koaltion. Da haben es die Lobbys bestimmt noch viel einfacher, staatliche Hilfen (also unser Geld) an die Kapitalisten zu verteilen. Und das auch noch mit großer Zustimmung. Wir haben ja schließlich alle Angst, unsere Arbeit, unser Geld, unseren Status zu verlieren, nicht wahr? Stimmt schon: Wahrscheinlich geht es um alles!


Kommentare

  1. Robert meint:

    Zur Anreise nach Washington nutzten die Autoindustriemogule ihre Privatjets. Geschätzter Preis pro Passagier für den Flug: 20.000 USD.

    Augenmaß schaut anders aus.

  2. Horst Schulte meint:

    Die werden es bestimmt auch noch lernen. Ich bin mir da ziemlich sicher. Ein paar Monate weiter sehen wir es bestimmt schon.

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  1. [...] Autobauers ohne Hilfen vom Staat möglich mache. Die Hilfen für die US-Autobauer waren übrigens erst abgelehnt worden, bevor der seit ein paar Tagen nicht mehr als Präsident amtierende George W. Bush die Hilfen doch [...]