Lieber in die Büsche geschlagen

Der Linkspartei fallen, zumindest bisher, keine zusätzlichen Sympathien und Wählerstimmen zu. Die LINKE könnte die Nutznießerin dieser Krise sein.Oskar Lafontaine (Wikipedia)Nicht, weil sie schon immer ein Problem mit dem Kapitalismus oder dem Neoliberalismus gehabt und gegen diese gekämpft hätte, sondern deshalb, weil ihr großer Co-Vorsitzender es mal wieder vorher und vor allen Dingen besser als andere gewusst hat.

Seine Kassandrarufe aber haben weder der SPD geholfen, als es Anfang der 90er Jahre um die absehbaren finanziellen Belastungen durch die Wiedervereinigung ging, noch sollten seine “Weisheiten” nun, angesichts der vermutlich größten Wirtschaftskrise nach dem Ende des 2. Weltkrieges, dazu führen, dass sein jetziges politisches Domizil von den Sorgen und Nöten der Menschen profitieren kann.

Es ist einfach und deshalb billig, längst bekannte Tatsachen zu kritisieren und gewisse Szenarien zu entwickeln, wenn man nicht selbst in der Verantwortung steht. Notwendige und äußerst schmerzhafte Maßnahmen, das weiß natürlich gerade Oskar Lafontaine, sind sehr viel schwieriger zu treffen, als die Formulierung von Kassandrarufen. Warum sonst hat er sich als amtierender Bundesfinanzminister und Bundesvorsitzender der SPD in die Büsche geschlagen?