Den Weihnachtsbaum haben wir auch gekauft. Im strömenden Regen. Echt weihnachtlich. Aber in der Kölner Buch sind wir solches Wetter zu Weihnachten gewöhnt. Also – was solls? Machen wir das beste draus und genießen die Festtage, die vor uns liegen. Morgen werden wir den Baum gemeinsam schmücken. Soll heißen: ich mach den Strom dran, meine Frau den Rest.
Am Dienstag hab’ ich Geburtstag. Horst, die 55. Na, nicht gerade erfreulich, aber man muss damit leben, nicht wahr?
Ein paar Geschenke muss ich noch besorgen. Das mache ich Anfang der Woche. Ich habe klare Vorstellungen. Der Stress wird sich deshalb also in Grenzen halten. Außerdem, aber das nehmen meine Frau und ich uns schon seit Jahren vor, wollen wir innerhalb der Familie den Vorschlag machen, dass wir uns an den Feiertagen nichts mehr schenken. Oha. Das wird nicht einfach werden. Irgendwie gehört die Schenkerei trotz des allgemeinen hohen Stressfaktors ja schließlich irgendwie zum Fest dazu. Ehrlich, ich brauch das nicht. Ich bin wirklich nicht heiß auf ein neues Oberhemd, eine neue Krawatte oder ein Eau de Toilette. Und ein Buch? Das habe ich ja auch schon. Andererseits würde es mir aber fehlen, wenn ich meiner Frau nicht wenigstens ein klitzekleines Geschenk machen könnte – so unterm Weihnachtsbaum. Man ist eben doch stark in den Traditionen verwurzelt.
Der Einzelhandel, so liest man, jubelt über gute Geschäfte. Manche folgern sogar daraus, dass die Krise vielleicht doch nicht so schlimm wird. Warten wir mal ein paar Monate ab. Die Nachrichten eilen der Realität jedenfalls in dieser Beziehung wieder einmal voraus. Viele werden sich auch einfach sagen: Lasst uns doch mit euren schlechten Nachrichten in Ruhe. Wir feiern jetzt erst einmal Weihnachten. Ich denke jedenfalls so.
Schlechter wird es schließlich noch früh genug. Und der Druck, der durch die absehbare Weltwirtschaftskrise entstehen wird, wird uns vielleicht dazu zwingen, unser Konsumverhalten zu überprüfen. Konsum, auch der, der durch den speziellen Werbeterror zum Fest nochmal stark befördert wird, könnte kritischer hinterfragt werden, als viele Leute das Leute nach meinem Eindruck ja auch schon tun. Vielleicht kehrt die allgemeine Einsicht ein, dass es an den Feiertagen nicht um Konsum, sondern um was ganz anderes geht. Da wird es dann den Geschäften auch wenig nützen, wenn sie ihre Öffnungszeiten auch auf die Weihnachtsfeiertage ausweiten. Ich will keinem vorschreiben, wie sie oder er diese Dinge sieht. Für mich persönlich steht aber fest, dass gerade in diesem Punkt gewisse Grenzen (vielleicht nicht allein meine) längst überschritten wurden.









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