Martin Sauer, alias der “Admartinator” bloggt nicht mehr. Er schreibt:
Blogs sind tot. Na gut, nicht ganz – aber fast. Denn seit Microblogging via Twitter und Co. fehlt dem Medium die Schnelligkeit, die noch vor gar nicht all zu langer Zeit den Reiz des Bloggens ausgemacht hat. Daher wage ich hier das Experiment ‘Lifestream’. Der alte Inhalt ist offline. Vielleicht kommt er wieder. Vielleicht auch nicht…
Nun ist er nicht der Erste, der Blogs und das Bloggen quasi für einen Anachronismus hält und sich konsequenterweise entsprechend verhält. Er steigt um auf’s moderne “Microblogging” und räumt damit, wie andere vor ihm, dieser natürlich weitaus schnelleren Technik (kann man Technik sagen?) Vorrang ein.
Persönlich glaube ich noch nicht daran, dass “Twitter” und “Lifestream” dem Bloggen den Rang ablaufen werden. Obwohl schon einiges dafür spricht. Für den deutschsprachigen Raum stellen wir einen Rückgang an Artikeln und Kommentaren fest und das wohl nicht erst seit gestern. Vielleicht also wirklich ein Indiz für die Richtigkeit von Martins Vermutung. Nun, er lässt seinerseits offen, inwieweit sein als Experiment bezeichneter neuer Weg Bestand haben wird. Er betrachtet es als ergebnisoffenen Versuch. Leider allerdings mit der Konsequenz, dass sein Bloginhalt zunächst einmal geräumt (also offline) ist und unter der bekannten und sehr beliebten URL nun Livestream-Inhalte stehen. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen.
Aber — ich erinnere daran: Martin hat vor nicht allzu langer Zeit schon einmal eine längere (?) Pause eingelegt und dann wieder mit dem Bloggen unter “Admartinator.de” begonnen. Noch ist also nicht aller Tage Abend.
In diesem Sinne: Bloggt fleißig weiter. Solche Texte kriegt man jedenfalls in 140 Zeichen nicht unter. Egal, ob man diese nun gut oder schlecht findet. Es wäre für unser Internet in meinen Augen ein Verlust.
P.S.: Dafür brauch man übrigens PHP5 und SQL4.1
Update 21.12.08: Er macht weiter.

Benachrichtigungen von Facebook und Twitter
Firefox 4 Beta 11 an neuem Desktop
Pingdom: Schöner und schneller
Das Angebot der Woche: Dafür müsste ich nur nach München 








Zweifellos werden Blogs schon in nächster Zukunft nicht mehr Blogs im ursprünglichen Sinne sein. Nicht nur der Blogs wegen, sondern weil auch “normale” Webseiten Blogelemente übernehmen. Videos könnten da tatsächlich die Zukunft sein, aber reines Microblogging? Ich weiß nicht, Twitter & Co. sind für mich nach wie vor die überschätztesten und bei weitem auch sinnlosesten Trends des ausgehenden Jahres.
Persönlich würde ich das eigentlich auch so sehen. Aber der Trend ist ja schon sehr beachtlich. Mit Twitter mache ich persönlich ganz wenig. Aber denk mal an die Anschläge in Indien. Da waren die Microblogger klar vorn. Sieh dir mal die Software an, die ich verlinkt habe. Martin hat diese eingesetzt. Ich habe mir ein paar dieser Beispielseiten angesehen. Uninteressant ist das wahrhaftig nicht. Aber ich werde wohl zunächst noch ein bisschen (so 5-10 Jahre) weiterbloggen. Mal sehen, ob ich die Luft verliere. Zwischendrin gabs ja immer mal entsprechende Ansätze
Mal ein wenig ketzerisch: angesichts der heutigen Schreibschwäche eines Großteils der Bevölkerung gepaart mit der Gedankenlosigkeit stellt das normale Bloggen für viele sicher bereits eine enorme Überforderung dar. Völlig sinnfreie Wortfetzen – für den Betrachter allemal, für den Schreiber vermutlich spätestens nach einem Tag – erlauben nun auch dem Einfallslosesten, der Welt so etwas ähnliches wie Intelligenz vorzugaukeln (auch wenn’s nichts weiter ist als die berühmten 100 Schimpansen, die auf einer Tastatur rumhämmern). Ich kann (und will) mit dem Zeugs nichts anfangen, denn was habe ich letzten Endes von informationslosen Informationen?
Der tatsächlich noch zu einer – in manchen Fällen auch nur noch rudimentär entwickelten – deutschen Orthografie fähige Rest schreibt sich in seinen Blogbeiträgen den einen odern anderen Frust vom Leibe, findet wohl auch mal Informationen, die die öffentlichen Propagandamaschine fein säuberlich geheim hält, und ist frustriert, wenn er nun auch in diesem Medium seinen Kommunikationsbedarf nicht erfüllt sieht. Wie du selbst in einem der vorherigen Posts beklagt hast: zu wenige der sehnlichst erwarteten Kommentare zeigen an, dass sich irgendjemand um die mühsam (oder zornig, oder frustriert) abgerungenen Gedanken gekümmert hat.
Zudem stößt man immer wieder auf ideologische Schranken: ob es um Klima, Energie, Ausländer oder sonst was geht – entweder man bewegt sich unter seinesgleichen oder trifft auf Andersdenkende, mit denen in den allermeisten Fällen keine Diskussion möglich ist, selbst über Fakten nicht! Und die Ablehnung ist in der Regel noch nicht mal partiell, sondern total. Selbst übereinstimmende Ansichten werden beim “Gegner” nicht mehr wahrgenommen bzw. geleugnet.
Ist das jetzt ein Lernproblem? Oder drückt sich darin tatsächlich so etwas aus wie eine Kommunikationsunfähigkeit des Menschen, mit ein paar Abartigen, die versuchen, aus der Evolutionsfalle zu entkommen? Wenn’s so ist, dann aber doch besser die traditionelle Lösung statt Twitter, Chatten, SMS und den ganzen Unfug, an dem doch nur einige verdienen wollen: dann lieber wieder an den Stammtisch bei Bier und Korn und Skat, und am Wochenende eine zünftige Rauferei mit den Kumpels aus dem Nachbardorf, mit denen man sich am Montag dann wieder auf der Arbeit trifft.
In dem Sinn “frohe Weihnachten” (G)
Das Thema mit der Rechtschreibschwäche hat schon was. Wer schon SMSen von pubertieren Neffen und Nichten bekommen hat, der weiß, warum Twitter seine Freunde haben wird. Allerdings glaube ich nicht, dass es die Zukunft sein sollte.
Außerdem möchte ich mit meiner Webseite/Blog ein breites Publikum ansprechen. Mit den paar Zeichen, die ich bei Twitter zur Verfügung habe, kann ich keine Meinung rüberbringen, die mehr beinhaltet als “das finde ich scheiße”. Und wenn ich für einen Link schon wieder einen zusätzlichen Dienstleister brauche wie TinyUrl, dann ist das lächerlich.
Kürzlich habe ich das im Kölner Stadt-Anzeiger gelesen. Ein Redakteur hatte diesen “Dialog” zwischen zwei Jungs aufgeschnappt und ihn zum Anlass für so etwas wie eine Generalabrechnung mit der “Jugendsprache” hergenommen.
Gut, das versteht vielleicht jeder aber so richtig schön sind diese Sprachfetzen nicht. Nur werden wir gegen diese sprachlichen Exzesse wohl ebenso wenig tun können (vielleicht ernsthaft auch nicht wollen) wie gegen das Internet oder die Globalisierung.
Was das Bloggen an sich angeht, mache ich immer noch die Erfahrung, dass es in meinem Bekannten- und Kollegenkreis nur ganz wenige gibt, die überhaupt wissen, wovon ich da spreche – wenn ich denn überhaupt darüber spreche. Es interessieren sich nämlich die wenigsten dafür. Im Prinzip erntet man vorwiegend Verständnislosigkeit. Manche fragen auch, ob ich meine Zeit nicht besser zu nutzen wüsste. Natürlich ist eine solche Frage nicht von der Hand zu weisen – ganz im Gegenteil. Insofern würde doch das Microblogging vielleicht ja auch einiges für sich haben.
Wenn mir nur die Dinge ums Bloggen herum nicht so viel Spaß machen würden. Die Technik fasziniert mich zeitweise mehr als das Schreiben. Ich denke, dass man das diesem Blog vielleicht anmerkt. Deshalb bin ich auch nicht fokussiert auf ein bestimmtes Thema.
Wenn wir in Blogs mit politischen oder wirtschaftlichen Themen auseinandersetzen, so ist das allein schon deshalb ein Wagnis, weil, wie du ganz richtig schreibst, Gilbert, viele sich zum Einen vielleicht mit dieser “langweiligen” Materie nicht auseinandersetzen mögen oder weil sie einfach ganz anderer Meinung sind und keinen Bock darauf haben, sich auch noch schriftlich zu irgendwelchem “Spinnerkram” zu äußern. Dafür muss man vielleicht auch Verständnis haben.
Wir können ja jetzt über die Feiertage ein bisschen darüber nachdenken. Jedenfalls werde ich fleißig weiter bloggen. So wie es mir beliebt. Vielleicht kommen ja auch irgendwann mal ein paar mehr Kommentare rein.
Ich wünsche euch beiden jedenfalls schon einmal ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr. Die guten Wünsche für 2009, habe ich das Gefühl, sind in der jetzigen Situation vielleicht ganz besonders nötig. (G)