Wer glaubt, so viel Sachverstand zu besitzen, wie es die Leute in den Wirtschaftsinstituten tun, muss sich natürlich angefasst fühlen, wenn ihnen jemand empfiehlt, mal eine Weile mit ihren Katastrophenprognosen zu pausieren.
Man käme ja mal nicht in die “Tagesschau”, in die “Heute”-Sendung oder in die großen Tageszeitungen. Und das kostet dann sich er bares Geld. Natürlich hört da der Spaß auf!
Wenn es sich dann noch Figuren handelt, die über ein Riesenego verfügen und glauben, dass ohne sie rein gar nix läuft, ist klar, dass diese entrüstet auf einen solchen Vorschlag reagieren. Dabei waren die Prognosen in den letzten Jahren wirklich miserabel. Wenn ich mich richtig erinnere, lag kein Institut, trotz vieler Versuche, auch nur annähernd richtig. Das Wirtschaftswachstum war entweder deutlich schwächer oder höher, je nach dem.
Jetzt, wo eigentlich kein vernünftiger Mensch es sich zutraut, überhaupt ein Urteil darüber abzugeben, wie hart uns Deutsche die bevorstehende Weltwirtschaftskrise erwischen wird und von unseren Wirtschaftsexperten ein Ballon nach dem anderen aufsteigt, kriegt man von diesen Experten Sätze wie diesen zu lesen oder zu hören:
Für eine Manipulation der Prognose zum Zweck der Beruhigung der Öffentlichkeit stehen wir nicht zur Verfügung. (Sinn, Ifo)
Der Vorschlag des DIW Chefs, Klaus Zimmermann, auf den u.a. Sinn so harsch reagiert hat, klangt für mich vernünftig:
Der Ökonom hatte während des Konjunkturgipfels im Kanzleramt angeregt, die Prognosen eine Zeit lang auszusetzen, weil diese angeblich momentan wenig zuverlässig seien und die negative Stimmung noch zu verstärken drohten. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Prognosen selbst bewahrheiteten. In den Konjunkturmodellen seien Finanzkrisen nicht berücksichtigt.
Da hatte Zimmermann die Rechnung aber buchstäblich ohne den Wirt gemacht.
Ja, Herr Professor Sinn. Sie wissen es ja wie immer ganz genau. Da kann man ihren Ärger natürlich auch verstehen. Mal sehen, ob der 2,2ige % Rückgang des BIP, die Ihr Institut für 2009 prognostiziert hat, eintrifft. Vielleicht wird sich die nächste Justage Ihrer sicher hochwissenschaftlichen Prognose auch (sagen wir) +/- 0,4 vom gerade erst veröffentlichten Wert unterscheiden?! Das wäre dann zwar nichts anderes als sonst – also in “normalen” Jahren aber Sie hätten sich wieder mal blamiert. Darin haben Sie allerdings Übung, wie jeder weiß. Das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2007 betrug 2.422,9 Mrd. €, in diesem Jahr haben wir schätzungsweise noch ein Plus von 1,8%. Die Daten hierzu kommen ca. Mitte Januar 2009 heraus.
Christoph Blocher: Kriminelles Vorgehen








http://tinyurl.com/889oc3 miese prognosen der wirtschaftsinstitute