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Graf Fito

Schwulen-Bashing: Was hat der Papst wirklich gesagt?

Ich habe mich ja auch wieder gleich vor den Karren spannen lassen. In meinem kurzen Artikel hatte ich mich auf einen Artikel bei “Welt Online” bezogen. Schon am selben Tag (am 23. Dezember 2008) wurde dort in einem Artikel von Paul Badde eine ganz andere Sichtweise veröffentlicht. Die allerdings hatte ich (bis heute) nicht gelesen. (N)

Es kann nicht schaden, den Auszug der Papst-Rede zu lesen, der für die “Berichterstattung” und die vielen Kommentare relevant war:

Weil der Glaube an den Schöpfer ein wesentlicher Teil des christlichen Credo ist, kann und darf sich die Kirche nicht damit begnügen, ihren Gläubigen die Botschaft des Heils auszurichten. Sie trägt Verantwortung für die Schöpfung und muß diese Verantwortung auch öffentlich zur Geltung bringen. Und sie muß dabei nicht nur die Erde, das Wasser und die Luft als Schöpfungsgaben verteidigen, die allen gehören. Sie muß auch den Menschen gegen die Zerstörung seiner selbst schützen. Es muß so etwas wie eine Ökologie des Menschen im recht verstandenen Sinn geben. Es ist nicht überholte Metaphysik, wenn die Kirche von der Natur des Menschen als Mann und Frau redet und das Achten dieser Schöpfungsordnung einfordert. Da geht es in der Tat um den Glauben an den Schöpfer und das Hören auf die Sprache der Schöpfung, die zu mißachten Selbstzerstörung des Menschen und so Zerstörung von Gottes eigenem Werk sein würde. Was in dem Begriff „Gender“ vielfach gesagt und gemeint wird, läuft letztlich auf die Selbstemanzipation des Menschen von der Schöpfung und vom Schöpfer hinaus. Der Mensch will sich nur selber machen und sein Eigenes immer nur selbst bestimmen. Aber so lebt er gegen die Wahrheit, lebt gegen den Schöpfergeist. Die Regenwälder verdienen unseren Schutz, ja, aber nicht weniger der Mensch als Geschöpf, dem eine Botschaft eingeschrieben ist, die nicht Gegensatz zu unserer Freiheit, sondern ihre Bedingung bedeutet. Große Theologen der Scholastik haben die Ehe, die lebenslange Verbindung von Mann und Frau als Schöpfungssakrament bezeichnet, das der Schöpfer selbst eingesetzt und das Christus dann – ohne die Schöpfungsbotschaft zu verändern – in die Heilsgeschichte als Sakrament des Neuen Bundes aufgenommen hat. Zur Verkündigungsaufgabe der Kirche gehört das Zeugnis für den Schöpfergeist in der Natur als Ganzer und gerade auch in der Natur des gottebenbildlichen Menschen. Von da aus sollte man die Enzyklika „Humanae vitae“ neu lesen: Papst Paul VI. ging es darin darum, die Liebe gegen Sexualität als Konsum, die Zukunft gegen den Alleinanspruch der Gegenwart und die Natur des Menschen gegen ihre Manipulation zu verteidigen. [Quelle]

Ich würde behaupten, dass ich vielleicht wieder einmal voreilig war und mich zu sehr auf das verlassen habe, was mir andere “vorgekaut” hatten. Wenn das so üblich wäre, wäre nun eine Entschuldigung angebracht. Finde ich jedenfalls.

Andreas liefert in seinem Kommentar auf Henning Schürigs Blog vielleicht die Erklärung für eine Kritik, die wieder einmal damit zu tun hat, dass offensichtlich auch die etablierten Medien nicht gut recherchieren oder, was noch schlimmer wäre, versucht, die Leute bewusst zu manipulieren:

Der Papst hat nämlich NICHT gegen Schwule gewettert. Das hat (ich glaube es war BBC) wohl so verstanden und gemeldet, und andere Nachrichten haben es ungefragt übernommen, und genauso die Blogger.

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