Hier Arbeitsplatzverluste im großen Stil, dort unmäßige Lohnforderungen

Nein, das passt in meinen Augen einfach nicht zusammen. Qimonda meldet Insolvenz an, weil der Markt für Chips eingebrochen ist. Wir reden über Tausende von Jobs. Auf der anderen Seite verlangen Lufthansa – Mitarbeiter Lohn- und Gehaltserhöhungen von 15% und weisen das Angebot der Firma von etwa 6% zurück. Mir ist schon klar, dass beide Firmen nichts miteinander zu tun haben und natürlich in völlig von einander unabhängigen Wirtschaftsbereichen tätig sind.

Es wird niemanden geben, der solche Ungereimtheiten auflösen kann. Und es wäre auch nicht wünschenswert, wenn das aus irgendwelchen grundsätzlichen Überlegungen heraus angestrebt werden sollte. Trotzdem. Irgendwie stinkt mir so etwas.


Kommentare

  1. somlu meint:

    Was ist denn an einer Forderung von 15% unmäßig, wenn wir den Lohnrückgang im vergangenen Jahrzehnt betrachten? Deiner Argumentation verstehe ich nicht so recht. Weil die einen ihre Jobs verlieren, untergräbt das bei anderen den Verhandlungsspielraum?

    Was für mich stinkt, ist, dass Banken und Unternehmen zocken durften und die Konsequenzen (schon der Rückgang der Reallöhne) jetzt die Arbeitnehmer, so sie noch welche sind, tragen dürfen. Siehe auch Teilung der West LB. Das ist ziemlich zum k**.

  2. Horst meint:

    Beide Bereiche haben wenig miteinander zu tun. Also kann man fragen, warum ich die beiden Ereignisse sozusagen argumentativ miteinander in Verbindung bringe. Die Antwort ist einfach. Ich sehe darin -mehr emotional als rational- einen Beleg für die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft.

    Meine Güte: Ich würde auch eine Gehaltserhöhung von 15% liebend gerne annehmen. Gibt es einen Spielraum für solche Gehaltsforderungen? Die Gewerkschaften finden ja. Was sollen sie auch sonst sagen? Vielleicht liegt in diesem rituellen Ablauf ein Problem. Eine Ursache dafür, dass viele Leute den Sinn hinter Kämpfen für solche Gehaltserhöhungen nicht mehr sehen. Die einen stumpft das ab, die anderen wenden sich ab, weil sie das Prozedere nicht mehr nachvollziehen können.

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  1. [...] vorweg: Firmenpleiten sind alles andere als erfreulich. Mal sind sie unvermeidlich und absehbar, mal ein Befreiungsschlag. Mal sind die Heuschrecken schuld oder es ist politisch gewollt. Es gehen [...]