Monatsarchiv: Januar 2009
SWR kritisiert Pocher für Stauffenberg-Parodie
Pocher tut also der ARD nicht gut. Och, da wüsste ich noch ein paar Leute mehr. Nicht, dass ich für Pocher Partei ergreifen möchte, aber diese aufgesetzte Kritik, die da auf einmal geäußert wird, ist doch allzu leicht zu durchschauen. Lächerlich ist sie außerdem.
Pocher hatte u.a. gesagt: “Mit dem ersten sieht man besser“.
Na, wenn das kein Brüller ist…
Twitter-Profil in Blogkommentaren
Wie Benjamin richtig bemerkt, “tümmeln” sich eine Menge Menschen bei Twitter. Die Integration dieses Services in unsere Blogs ist im vollen Gange. Manche haben inzwischen auch zugunsten dieses Dienstes ihrer Bloggerei (leider) ganz eingestellt und schon auf Microblogging umgesattelt. Der Trend steht wohl eher am Anfang und vielleicht sind diejenigen, die bereits voll umgestiegen sind, so etwas wie Avantgardisten.
Vorerst freue ich mich jedenfalls über jedes neue Werkzeug, das der Integration in Blogs dient. Benjamin hat also ein Plugin (Download) geschrieben, das die automatische Integration des Twitter-Profils aufgrund der beim Kommentieren hinterlegten E-Mail-Adresse ins Kommentarfeld ermöglicht. Es funktioniert. Ich bin einige Kommentare hier im Blog durchgegangen und stoße auf Treffer. Offenbar haben nicht so viele meiner Leserinnen und Leser ein eigenes Twitter-Profil oder eine andere E-Mail-Adresse hinterlegt. Trotzdem, ich freu mich über dieses gelungene Plugin, das die Verschmelzung von Blogs und Twitter weiter voranbringen wird.
Sicherheitskritische Bedenken habe ich nicht, weil die E-Mail-Adresse ja an keiner Stelle offengelegt wird. Also. Vielleicht probiert ihr es auch einmal aus.
Update: Benjamin hat mir eben ein schönes Codebeispiel für die Implementierung zugeschickt, für das ich mich herzlich bedanke. Es ist schon aktiv!
<?php if (function_exists('atpu')) { ?> (<a href="http://twitter.com/<?php echo get_atpu('nick'); ?>" title="Folge <?php echo get_atpu('nick'); ?> bei Twitter"><img src="<?php echo get_atpu('icon'); ?>" title="Twitter" /> Twitter</a>) <?php } ?>
Oder so (noch besser, weil nur die den Zusatz haben, die auch wirklich über einen Twitter-Account verfügen:
<?php if (function_exists('atpu')) { $nick = get_atpu('nick'); if ($nick) { ?> (<img src="<?php echo get_atpu('icon'); ?>" title="Twitter" /> <a href="http://twitter.com/<?php echo get_atpu('nick'); ?>" title="Folge <?php echo get_atpu('nick'); ?> bei Twitter">Twitter</a>) <?php } } ?>
Danke nochmals an Benjamin.
Integration voranbringen
Aus einem Spon – Interview:
SPIEGEL: Manche Integrationsforscher schätzen, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis die Türken hier richtig angekommen sind. Wie ist Ihre Prognose?
Schäuble: Das geht jetzt schnell. Warten sie einfach noch einmal vier Jahre CDU-geführte Regierung ab!
Der Schäuble hat echt noch Träume. Ein Politiker mit Visionen eben. Und wie sagte Helmut Schmidt so schön: “Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen”. Hoffentlich findet der bei Schäuble nix schlimmes.
via Zettels Raum: Zitat des Tages: “Mit der Integration geht es jetzt schnell” (Wolfgang Schäuble).
Bastelei am Lifestream
Gestern habe ich meinen Lifestream mal etwas aufgepeppt. Sweetcron ist schon eine schöne Sache. Wenn man auf Exebitionismus steht jedenfalls. Wie findet ihr das Ergebnis meiner Bemühungen?
Heiner Geißler und die Anarchie
Wieder einmal hat Heiner Geißler in einem Interview (Tagesspiegel.de) etwas über die nicht nur von ihm gewünschten neuen Regeln für den Kapitalismus gesagt. Er hat Hoffnung bzw. setzt dabei auf –na, auf wen auch sonst- Barack Obama.
Wenn Geißler von Wirtschaftsanarchie redet und wir uns die Bedingungen ansehen, die in unserem Staat herrschen, verstehe ich die Argumente von Marco Kanne und anderen schon. Auch ihren Ärger über Behauptungen, wie Geißler sie wieder einmal aufgestellt hat. Es scheint nicht zusammenzugehen, dass einerseits eine Reglementierungswut mit allen bürokratischen Auswüchsen sichtbar ist und sich scheinbar auch ungebremst weiterentwickelt – von Abgaben und Steuern gar nicht zu reden. Andererseits wird dabei aber außer Acht gelassen, dass die Finanzkrise nur aus dem Grund entstanden ist, weil die in diesem Bereich vorhandenen Regeln eigentlich überhaupt nicht beachtet wurden und deshalb nicht gegriffen haben. Jedenfalls waren sie offensichtlich wirkungslos.
Vorgelesen
- Bluten für den Luxus – Stützen der Gesellschaft
- TITANIC | Das endgültige Satiremagazin | Online | Microsoft in Trauer
- Brasilien – Miss-World-Kandidatin gestorben – Panorama – sueddeutsche.de
- Bloggen und twittern beim Grünen-Parteitag
vorgelesen am: 25. 01. 2009 Deutschland ist voller toller Dramatiker. Das zeigen selbst die Kommentare.
vorgelesen am: 25. 01. 2009 Ha, was für ein Brüller! Und das für eine Zeile mit 4 Worten. Gnadenlos auf der Suche nach Witzchen. Das möchte ich auch nicht tun. Wenigstens nicht beruflich.
vorgelesen am: 24. 01. 2009 Diese Geschichte kann man ja wohl nur als den blanken Horror bezeichnen. Wie muss das Mädchen gelitten haben.
vorgelesen am: 24. 01. 2009 Bei uns ist es ein Thema, wenn die Mitglieder oder Sympathisanten einer politischen Partei twittern. Ok, wenn ich uns sage meine ich natürlich die Online-Gemeinde. Das ist sicher das Eine. Das Andere ist, dass sich hoffentlich alle im Klaren darüber sind, dass es um Politik geht. Die lebt von Kommunikation – auch gut. Trotzdem.
Twitterer bescheren Obama ersten Einbruch
- Die Zahl der Follower ist ganz schön gefallen seit er Präsident ist
- Langfristentwicklung
Mindestlöhne führen Menschen zum Sozialamt?
Seit dieser Woche bekommen sechs neue Branchen Mindestlöhne. Die Politik klopft sich auf die Schulter. Die eigentlichen Verlierer sind die Ärmsten und Schwächsten. Denn Mindestlöhne vernichten Jobs und drängen Menschen in die Sozialhilfe. Doch das genau ist das Kalkül der vereinigten Linken. (Welt, Romanus Otte)
Was stimmt an dieser Einführung nicht, die Romanus Otte in einem Kommentar bei “Welt Online” geschrieben hat? Na? Na? Genau!
Die Zahl der Leute, die zum Sozialamt müssen und zwar obwohl sie Arbeit haben, steigt und steigt. Working poor ist das Stichwort. Nur das scheint auch bei Herrn Otte noch nicht angekommen zu sein.
Insofern finde ich seinen Kommentar verlogen und natürlich auch für unsozial! Die Unterstellungen in Richtung der neuen Linke (was ist das eigentlich?) sind einfach nur lächerlich (s.u.). Der Mann soll noch mal einen langen Blick auf seine Gehaltsüberweisung werfen (wenn er denn eine kriegt. Vielleicht ist er ja Praktikant oder Freiberufler mit andersgeartetem Einkommen). Journalisten steht ja offenbar auch keine rosige Zukunft ins Haus.
Die Linke will den Arbeitsmarkt wieder gegen die Schwächsten abschotten. Sie sollen wieder vom Markt gedrängt und mit Sozialfürsorge ruhiggestellt werden. Der Linken passt das doppelt ins Kalkül: Sie hat Erfolg bei ihrer klassischen Klientel, indem sie die unteren und mittleren Einkommen stabilisiert. Und sie setzt darauf, dass auch jene, die auf staatliche Fürsorge zurückgeworfen werden, für sie eher ansprechbar sind.
Nein, man muss vom Mindestlohn nicht unbedingt etwas halten. Aber solchen Blödsinn braucht man dazu nicht abzusondern. Insbesondere zu dem, was die Beweggründe derjenigen angeht, die anders denken als man selbst.
Mea culpa, mea maxima culpa
Gleich Mittwochabend hatte ich was dazu gebloggt. Jetzt las ich diesen blöden Artikel von Reinhard Mohr bei Spon. Der bestätigt in meinen Augen nur, wie komisch wir uns in Deutschland verhalten, wenn es um Begrifflichkeiten geht, die in irgendeiner Weise Reminiszenzen zur Nazi-Zeit ermöglichen können.
Das ist genau der Prüll, den wir einfach nicht überwunden bekommen. Immer wieder versucht man Leute, die sich kritisch zum Vorgehen der Israelis in Gaza und allgemein gegen die Palästinenser zu äußern, auf diese Weise zu diffamieren. Wir müssen uns das nicht anziehen. Wir dürfen Unrecht Unrecht nennen – auch dann, wenn es von Israelis begangen wird. Und damit verkenne ich überhaupt nicht die Wirkung von terroristischen Überfällen beispielsweise der Hamas. Das ist nicht weniger zu kritisieren.
Blüm bemerkt offenkundig gar nicht, dass er damit nicht nur Nazis und Israelis gleichsetzt, sondern eine gleitende Schuldübertragung betreibt, die einer unerhörten Relativierung des Nazi-Terrors in ganz Europa nahe kommt.
Unverdrossen wandte er sich immer wieder an seinen Talk-Kombattanten Michel Friedman, ehedem Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, den er offenbar als eine Art inoffiziellen Botschafter Israels betrachtete. (Spon)
Wer will sich nicht integrieren?

“Welt online” behandelt die Studie “Ungenutzte Potenziale” des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, die die “Lage der Integration in Deutschland” untersucht hat.
Die Studie wird am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt und sie dürfte, wie ähnliche Aussagen zuvor, für einigen Wirbel in der Republik sorgen. Und zwar trotz sicher auch wegen der zu befürchtenden Folgen der Finanz- und Weltwirtschaftskrise. Stichwort: Höhere Arbeitslosigkeit.
Das Umfrageergebnis macht die Tendenz schon deutlich. Es liegt vorwiegend an den Migranten und gehen wir noch ein Stück weiter, so sind 88% der ca. 3.250 Teilnehmer der Abstimmung der Meinung, dass das mit der Integration wohl nichts wird. Denn so sind wir Deutschen wohl immer noch nicht ganz klar in unseren Statements. Über die Hälfte (wieder bezogen auf das bisherige Ergebnis der “Welt-Online”-Umfrage) sagen heute allerdings: “Die Migranten müssen sich mehr integrieren. Vor ein paar Jahren hätte es wohl eher geheißen: “Wir müssen die Migranten mehr einbeziehen.”
Migranten sind hierzulande im Durchschnitt schlechter gebildet, häufiger arbeitslos und nehmen weniger am öffentlichen Leben teil als einheimische Deutsche. (Welt Online)
15 Millionen Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, leben heute hier mit uns. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beträgt demnach knapp 20 Prozent. Bei dieser Studie wurden erstmals die verschiedenen Ethnien differenziert betrachtet, außerdem auch Migranten mit deutschem Pass. Außerdem spielten die unterschiedlichen Ausprägungen in den verschiedenen Bundesländern eine Rolle.
In den letzten Jahren haben wir erlebt, dass sich die Debatte weitaus lebhafter gestaltet als in früheren Jahren. Eindeutige Fehler, die mit unserer Integrationspolitik verbunden sind auf der einen Seite, wie die nun offen geäußerten gegenseitigen Vorbehalte, führten dazu, dass der Begriff “Multi-Kulti” diffamiert wurde und dass, nicht nur aber besonders, die Leute weit rechts des politischen Spektrums den Begriff des “Gutmenschen” in diese Gesellschaft getragen haben.








