Benedikt XVI. und die Exkommunikation...

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Benedikt XVI. und die Exkommunikation

Ein Erzbischof hat den Holocaust geleugnet. So etwas sollte kein Mensch tun. Vor allem dann nicht, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Aber nicht deshalb, sondern weil er Anhänger des französischen Erzbischofs Marcel Lefebvre war, wurde er 1985 vom Papst mit einer Gruppe anderer “Abtrünninger” exkommuniziert.

Der jetzige Papst wird diese Exkommunikation wieder aufheben. Allerdings hat er damit aber Rechnung ohne die Juden gemacht. Der Zentralrat der Juden und sogar die israelische Regierung rennen Sturm (Oh, ob diese Vokabel wohl angemessen ist?). Und Hans Küng kühlt sein Mütchen. Diesen Elfer will er ausführen und das Tor machen. Der hat, wie viele wissen, mit dem Papst nicht unbedingt das beste Einvernehmen.

Israel drohte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete es als unverzeihlich, dass ein Holocaust-Leugner gesellschaftsfähig gemacht werde. Der populäre Theologe Hans Küng sprach sich sogar für eine Ablösung des Papstes aus. (Deutsche Welle)

Wie ich bereits in meinem ersten Beitrag zu diesem Vorgang geschrieben habe, wundert es mich ein bisschen, dass die Tatsache, dass Lefebvres Vater in einem KZ der Nazis ums Leben kam, in der öffentlichen Debatte so überhaupt keine Rolle spielt. Er war kein Jude.
Wie soll man diese Heulbojen mit ihren andauernden Mäkeleien verstehen? Aber — tststs. Nun habe ich doch tatsächlich den Tod von 6 Mio. Menschen mit der Ermordung eines einzigen Menschen verglichen. Das gibt Ärger.

via Kritik an Benedikt XVI. reißt nicht ab | Nachrichten | Deutsche Welle | 01.02.2009.

Horst Schulte - 2004 hab ich mir gedacht, ich versuche es auch mal mit dem Bloggen. Ziemlich schnell hat sich daraus ein richtiges Hobby mit einigem Engagement entwickelt. Die Themen, die mich besonders interessieren, sind Politik, Gesellschaft, Medien und Musik. Ich begrüße dich herzlich hier im Querblog und würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung zu dem einen oder anderen Artikel durch deinen Kommentar mitteilen würdest. Herzlichen Dank und viel Spaß.


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5 Kommentare


  1. Horst Schulte
    Feb 01, 2009
    1

    Benedikt XVI. und die Exkommunikation: Ein Erzbischof hat den Holocaust geleugnet. So etwas sollte kein Mensch t.. http://tinyurl.com/ccatne

  2. 2

    Benedikt XVI. und die Exkommunikation: Ein Erzbischof hat den Holocaust geleugnet. So etwas sollte kein Mensch t.. http://tinyurl.com/ccatne


  3. Gilbert
    Feb 01, 2009
    3

    Ich halte das ganze Brimborium, das hier gemacht wird, für falsch. Da bringt man (oder versucht es wenigstens) den jungen Leuten bei, alles kritisch zu hinterfragen und nichts einfach nur so hinzunehmen, und ausgerechnet bei dem Thema ist die Diskussion verboten. Da sagt jemand etwas, was der gesetzlich vorgeschriebenen Meinung widerspricht (anders kann man es aufgrund der rechtlichen Lage kaum ausdrücken) – nur, was er sagt, erfährt man nicht, weil halt verboten. Wäre es nicht wesentlich besser, alles einfach auf den Tisch zu legen, damit sich jeder selbst davon überzeugen kann, wie weit solche Behauptungen daneben liegen? Schließlich geht es doch um historisch und wissenschaftlich belegbare Fakten und nicht um Meinungen, über die man beliebig lange diskutieren kann. Das würde den Leuten blitzschnell den Wind aus den Segeln nehmen, und das Thema wäre erledigt (und solche Leute auch). Aber durch Verbote bekommt es, didaktisch gesehen, den Beigeschmack, als hätte da jemand was zu verbergen, und dadurch bekommen solche Leute auch noch Zulauf. Und das womöglich zukünftig in steigendem Maße, denn Israel ist ja nun nicht gerade ein Musterbeispiel für einen Rechtsstaat und sollte erst mal vor der eigenen Haustür kehren, und bereits jetzt haben ca. 15% der Bevölkerung einen ganz anderen historischen Hintergrund, mit dem sie sich nicht mit dem Holocaust identifizieren müssen (und es zum großen Teil auch nicht tun).

    Gilbert´s letzter Blogbeitrag: Stand der Bildungsinitiative


  4. Horst
    Feb 01, 2009
    4

    Da sind wir absolut einer Meinung — (verdächtig). Gerade über den Holocaust und die Ansichten darüber muss man diskutieren dürfen. Jeder hat die Möglichkeit, vielleicht die Pflicht, sich gegenwärtig zu machen, was im 3. Reich geschehen ist. Während meiner Schulzeit wurde das Thema komplett ausgespart. Im Nachhinein ist das völlig unverständig und selbstverständlich kritikwürdig.

    Ich habe mich immer für Geschichte interessiert. Der Holocaust ist in unserer Gesellschaft zum Glück präsent wie wenig andere Dinge in der Geschichte. Das Material darüber steht jedem zur Verfügung. In den Medien wird viel Information dazu angeboten. Insofern kann ich nicht verstehen, dass ein gebildeter Mann, wie der britische Erzbischof es ist, zu solchen Aussagen kommt. Natürlich ist er damit nicht allein. Ich weiß nicht, ob man so genannte Holocaust-Leugner strafrechtlich belangen muss. Sie ruinieren ganz alleine ihren Ruf. Es bedarf für meine Begriffe deshalb keiner staatlichen Sanktion.

    Es kann einem keiner verbieten, sich kritisch mit der Geschichte auseinander zu setzen. Vielleicht wollen die Israelis mit ihrer Drohung des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan ja nur von ihrer eigenen Schuld ablenken, die sie durch den unverhältnismäßigen Krieg (1300 tote Palästinenser und 13 tote Israelis sprechen auch dafür) auf sich geladen haben. Aber auch dies ist wieder einer der Vergleiche, für den man verbal den Kopf abgeschlagen bekommt.
    Es bleibt schwierig. Deutschland steckt, auch wenn das vielen bei uns nicht passt, irgendwie mittendrin.


  5. Gilbert
    Feb 01, 2009
    5

    Für mich fängt das Problem schon beim Begriff “Leugnung des Holocaust” an. Was wird da geleugnet? Das gar nichts passiert ist, wird ja wohl keiner behaupten. Dieser Bischof scheint irgendwie Einwände bezüglich der Mordtechnik zu haben, soweit ich da was mitbekommen habe. Wenn es auch makaber ist, aber so etwas wäre ja wohl zu klären. Nur leider bechränkt sich die Information in vielen Fällen auf den Begriff “Leugnung”, was wenig hilfreich ist.

    Irgendwie ist das grundfalsch, was hier passiert. Immerhin sind wir die bislang einzige Nation weltweit, die die obligatorische Schuldzuweisung nach einem verlorenen Krieg tatsächlich kollektiv angenommen hat, statt nach einiger Zeit wieder in einen Revanchismus zu fallen. Ich meine, darauf können wir trotz allem, was da als Schuld anerkannt ist, durchaus auch etwas stolz sein, und wir dürfen und sollten auch ruhig den Finger in die Wunden anderer Nationen legen, die diesen Schritt (noch) nicht hinbekommen. Statt dessen lassen wir das gegen uns verwenden und uns anleiten, wieder mal wegzuschauen.

    Gilbert´s letzter Blogbeitrag: Stand der Bildungsinitiative

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