Donalphons stellt fest: Diese Krise bringt Menschen um. Leider ist das wahr — auch wenn ich mit der extrem schwarzseherischen Beschreibung der Auswirkungen (Absatz 4) solcher wirtschaftlichen Krisen meine Probleme habe. Es fehlt mir der konstruktive Ansatz. In möglichen Enteignungen oder Verstaatlichungen sehe ich diesen nicht.
Die Spielräume sind klein. Nicht nur bei denen, die hart getroffen sind und sich selbst nicht helfen können, sondern auch bei denen, die die Krise mitverursacht haben. Von Selbstmorden haben wir Kenntnis genommen. Auch Wirtschaftskrisen der Vergangenheit, zumal der, die 1929 begonnen hat, haften die beschriebenen Wirkungen an.
Man muss die Banken und deren System zerstören, und durch Verstaatlichung, Abwicklung und Reduktion auf ein Niveau bringen, mit dem ihm die Möglichkeit zum Schaden genommen wird. Es ist sicher schwierig, es greift ins Eigentumsrecht ein, aber das Geflenne der Korrupten sollte einen da nicht abhalten: Denn wenn sich jemand nicht um Eigentum der anderen schert, dann sind es die Banken. (Donalphons)
Ich strecke vor der Komplexität der möglichen Optionen die Waffen. Nicht einmal der größte aller großen Experten (und es gibt, wie wir wissen, viele davon), hat uns ein Konzept vorgestellt, das die Wirkungen dieser Wirtschaftskrise verhindern würde. Ich habe jedenfalls noch von keinem gehört oder gelesen. Welche Konsequenzen hätte der Vorschlage, “die Banken und deren System zu zerstören”?
Was würde geschehen, wenn der Staat an die Stelle der Banker treten würde? Die heutigen staatlichen Beteiligungen an Banken haben (in Deutschland) nicht zu guten Ergebnissen geführt. Das haben wir durch die Landesbanken vor Augen geführt bekommen. Man kann sich darum bemühen, dass die staatlichen Aufsichten besser funktionieren. Optimismus ist in dieser Hinsicht wohl eher nicht angebracht. Und außerdem bleibt die Frage, ob das ausreichen würde, um Fehlentwicklungen künftig verhindern zu können? Eine Aussage dazu wäre sehr vage.
Wir brauchen auch im Bankensektor weiter freie Unternehmer. Sie fokussieren auf ihr Unternehmen, ihre Bank. Sie unterliegen ganz anderen Zwängen als die, denen Politiker in einem solchen Szenarium ausgesetzt wären. Denn sie, die Banker, haben das Wohl ihrer Bank im Auge. Mehr als das Gemeinwohl. Ich bin davon überzeugt, dass dies prinzipiell richtig und deshalb alternativlos ist. Ich kann auch nicht sehen, was dagegen zu sagen ist.
Was jedoch längst hätte eingedämmt bzw. abgeschafft werden müssen, sind genau die Dinge, die zur Finanzkrise geführt haben. Außerdem gehört das Primat des Handelns in die Hände der Politik, nicht der Wirtschaft. Dieser Grundsatz muss gelten!
Und trotzdem — wir erinnern uns: An den Problemen der großen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac war auch der amerikanische Staat durch entsprechende Vorgaben stark beteiligt.
Zusammen mit Freddie Mac, der zweitgrößten, ebenfalls staatlich geförderten Hypothekenbank der USA, hat sie zur Finanzierung der Hypotheken Anleihen im Wert von 2.400 Mrd. Dollar ausgegeben, wodurch sie zu den größten Schuldnern weltweit gehört. Aufgrund des Immobilienbooms, der in den USA nun schon seit Mitte der neunziger Jahre anhielt, sahen die Finanzmärkte zunehmend die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Immobilienpreise Fannie Mae in ernsthafte Probleme geraten könnte, was angesichts der Höhe der Schulden zu weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen könnte und mittlerweile auch eingetreten ist. (Stairway)
Die großzügige Kreditvergabe der beiden Banken wurde durch staatliche Interventionen während der Clinton-Ära gefördert bzw. sogar gefordert.
Wahrscheinlich stinkt es Vielen, dass immer noch keine richtige Diskussion darüber in Gang gekommen ist, was künftig anders gemacht werden muss. Im Gegenteil: Josef Ackermann, Deutsche Bank, sinniert darüber, dass es schon in drei Jahren wieder Renditen von 25 Prozent und mehr auf das Eigenkapital geben wird. Und zwar deshalb, weil die Investoren das fordern. Dass der Top-Manager der größten deutschen Bank so etwas Dummes sagt, muss einen auf die Palme bringen. Es impliziert nämlich, dass er als Bankmanager sich nur als Erfüllungsgehilfe der Kapitaleigner sieht. Hätte er unternehmerischen Weitblick, könnte er zu derart dämlichen Bemerkungen nicht stehen, geschweige denn, diese in die Öffentlichkeit zu bringen. Diese Äußerung stellt einen weiterer PR-Supergau für ihn und sein Institut dar.
Eine entscheidende Stellschraube könnte sein, dass nicht nur bei Banken, sondern auch in der allgemeinen Wirtschaft, in Zukunft auf langfristig wirkende Strategien geachtet wird. Damit wäre sichergestellt, dass diejenigen die Oberhand gewinnen würden, die als Handlungsmaxime die Verantwortung für das Ganze im Auge haben und nicht die kurzfristigen Gewinnziele bestimmter Gruppen von Kapitaleignern.
Wie sich das mit der Wirkungskette (Investoren, Analysten, Börsen etc.) in den verschiedenen wirtschaftlichen Bereichen in Einklang bringen lässt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber die Grundlage muss zunächst geschaffen werden. Und das bitte ziemlich schnell!












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