Das “Deutsche Ärzteblatt” berichtet am 12.02., dass die gesetzlich Versicherten 2008 gegenüber 2007 48 Millionen mehr für Medikamente zugezahlt haben.
Dieser Wert ist das Äquivalent der 10%igen Zuzahlung, die wir Versicherten vom Verkaufspreis der Arzneimittel zu leisten haben. Danke Ulla.
Die Limits werden im Ärzteblatt genannt:
Unter bestimmten Voraussetzungen sind die Kunden von den Zuzahlungen befreit:
- Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres
- Erreichen die Zuzahlungen die Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens (ein Prozent bei chronisch kranken Patienten)
- Liegt der Preis eines Medikaments um 30 Prozent niedriger als der so genannte Festbetrag, ist die Aufnahme in die Zuzahlungsbefreiungsliste möglich
- Je nach Krankenkasse können so genannte Rabattarzneimittel für die Versicherten der jeweiligen Krankenkasse zur Hälfte oder ganz von der Zuzahlung befreit werden.
Wenn ich es richtig im Kopf habe, avisieren die Krankenkassen auch für dieses Jahr deshalb steigende Beiträge, weil die Arzneikosten steigen.
In diesem Zusammenhang ist interessant, was “Sonntag Express” heute über die “Preis-Wahrheit” bei Medikamenten schreibt. In einer Tabelle werden bekannte Arzneimittel aufgelistet und die Verkaufspreise den Preisen der enthaltenen Wirkstoffen gegenüber gestellt. Das ist zwar etwas unfair aber der Hinweis wird im Artikel schon gegeben, dass neben den Kosten für den Wirkstoff natürlich eine Reihe anderer Kosten in der Kalkulation der Hersteller zu berücksichtigen sind. Andererseits kommt Prof. Gerd Glaeske von der Uni Bremen zu Wort. Er ist Arzneimittelexperte und stellt fest, dass vom Herstellerabgabepreis 13 bis 14% für Forschung und 30% für Marketing und Vertrieb aufgewendet werden.
Auf die Frage angesprochen, weshalb denn bei uns in Deutschland die Preise für Arzneimittel höher seien als im Ausland, antwortet Prof. Glaeske, dass wir das einzige Land sind, in dem die Hersteller selber die Preise festlegen.
Hier mal ein paar interessante Beispiele:
| Produkt | Anwendung | Umsatz p.a. | Verkaufspreis | Preis des Wirkstoffes |
| Aspirin | Schmerzmittel | 24 Mio. € | 4,97 € | 1 Cent |
| Glivec | Krebsmittel | 172 Mio. € | 1.715,18 € | 51,45 € |
| Viagra | Potenzmittel | 47 Mio. € | 44,11 € | 7 Cent |
| Voltaren | Schmerzmittel | 8 Mio. € | 3,33 € | 6 Cent |
Privatversicherte zahlen die Verkaufspreise auch. In diesem Bereich gibt es aber Transparenz und so viel Markt, wie beispielsweise die Liberalen ihn uns gern allgemein für den Gesundheitsbereich verordnen würden. Dies hieße allerdings dann, dass wir nicht erwarten können, dass sich solche Preisbeispiele in Zukunft nicht mehr finden lassen würden. Wo läge, bezogen auf den Arzneimittelbereich, dann der Vorteil eines freien Wettbewerbs?
Klimaveränderung: Hass auf Ausländer








Könntest Du mir den Sonntag-Express-Artikel (da die ja anscheinend noch nicht online sind) vielleicht mal abfotografieren? creezy at gmx punkt de
Leider ist der Artikel nicht online. Hatte auch danach gesucht. Ich probiere es mal.
Foto des Artikels ist unterwegs. Verlinken will ich ihn hier nicht.