Je länger man sich die Situation ansieht, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass es so nicht geht. Der Staat soll Opel Kredite im Umfang von 3,3 Mrd. € gewähren. Liquide Mittel werden benötigt. Keine Bürgschaft, sondern Bares. In Deutschland sind ungefähr 28.000 Menschen direkt betroffen. Mitte der 90er Jahre hatte Opel noch 46.000 Mitarbeiter — allein in Deutschland. Hinzu kommen die übrigen europäischen Niederlassungen.
Opel soll also wirklich aus dem GM-Konzern ausgegliedert werden. Experten behaupten, es gebe bei Opel hohe Überkapazitäten, die abgebaut werden müssten, wenn Opel am Markt weiter bestehen wolle. Das Niveau dieser Überkapazitäten wurde mit 10% beziffert. Das gelte sowohl für die Produktionskapazität als auch für die Anzahl der Mitarbeiter. Auch Opel hat über Jahre Milliardenverluste eingefahren.
Jetzt vermittelt uns die Politik und natürlich die Vertreter von Opel, das Unternehmen sei gesund und könne, wenn es nur aus den Klauen der Mutter GM befreit werde und sich frei entfalten könne, in der schwersten Krise der Nachkriegszeit bestehen. Ich verstehe das. Es sind viele Menschen betroffen und die haben ein verständliches Interesse.
Nur und das muss ich angesichts der Nachrichtenlage einfach feststellen: Wohin würde die staatliche Unterstützung Opels führen? In eine sehr ungewisse Zukunft. Der Staat sollte keine unternehmerischen Risiken übernehmen. Das ist allein Sache der Wirtschaft.
Außerdem wird zu Recht darauf hingewiesen, dass, sollte sich der Staat bei Opel engagieren, überhaupt nicht abzusehen ist, welche Ausreden den Damen und Herren in Berlin und in den Landeshauptstädten zukünftig einfallen müssten, um die Unmöglichkeit zu begründen, auch allen anderen notleidenden Unternehmen zu helfen.
Es war in meinen Augen absehbar, dass wir irgendwann an den Punkt gelangen würden, an dem die Basis wirtschaftlichen Wachstums, der Basis allen Strebens der Kapitalisten, zerbrechen würde (Problem: Überangebot in gesättigten Märkten). Vielleicht ist dieser Punkt jetzt wirklich erreicht und die Finanzkrise war lediglich eine Initialisierung eines sehr viel weitreichenderen und verheerenderen Prozesses. Schaut man auf die Dimension des Desasters können einem solch apokalyptische Gedanken kommen.












Irgendwo habe ich mal gelesen – und das erscheint mir sehr plausibel – dass man einfach keine Produkte langfristig und mit Erfolg verkaufen kann, die auf eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt sind, aber einem Produktzyklus von nur 5 Jahren unterliegen. Das muß irgendwann zwangsläufig platzen – mit Ansage.
Dafür hat es allerdings, das muss man andererseits dazu feststellen, ziemlich lange funktioniert. Mir wäre es ehrlich gesagt natürlich auch lieber, “es” würde so weiter funktionieren. Dann hätten wir vermutlich aber eben auch keine Krise.