Schmeißt die “Trainer” raus – ohne Abfindung und ohne Rente

Die “Hypo Real Estate” wird gesponsert. Mit über 100 Mrd. € Steuermitteln. Es handelt sich um eine sytemrelevante Bank. Sagt man und vergleicht sie mit den Lehman Brothers. Ähnliche Folgen könnte der Zusammenbruch der HRE haben, wenn der Staat sich nicht um sie kümmern würde. Es weiß zwar keiner, ob das wirklich zutrifft aber sei’s drum. Sind ja schließlich nur 100 Mrd. €. Den amerikanischen Staat kostet die Stütze der AIG bis jetzt schon 180 Mrd. Dollar. Moment: Schnell mal umrechnen – 142 Mrd. Euro wären das. Dann ist der Abstand zur Höhe des HRE – Sponsoring ja so groß auch nicht mehr.

AIG und HRE Aktienentwicklung

AIG und HRE Aktienentwicklung

Beim Aktienwert sind sich beide ziemlich einig. Die Frage wäre, angesichts der Größenverhältnisse beider Unternehmen allerdings, ob wir uns mit unserer Einmischung im Wert von bisher knapp über 100 Mrd. nicht schlechter stehen als die Amis mit ihrem “Engagement” bei AIG.

Aber das nur am Rande.

Interessant finde ich die Debatte um die beabsichtigte Regelung von Managergehältern. Einerseits liefern uns die Vorstände der HRE gerade Munition für eine solche Regelung. Sie bestehen auf die Erfüllung ihrer Verträge und fordern, dass ihre Millionengehälter nachbezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende der HRE, Georg Funke und seine Kollegen in Sachen Skandalbanking Markus Fell und Frank Lamby sind ganz offenbar der Ansicht, dass ihnen Unrecht geschehen ist. Sie klagen vor Gericht. Funke besteht auch auf die Erfüllung des Teils seines Vertrages, nachdem ihm bis zum Lebensende jährlich 560.000 Euro zustehen. Einmal zum Nachrechnen? Die Monatsrente läge bei diesem großartigen und erfolgsverwöhnten Manager bei ca. 47.000 Euro im Monat. Das wiederum würde bedeuten, er erhielte monatlich ungefähr das 40fache des Durchschnittrentners (1.200 Euro/Monat). Da weiß man, wofür man sich krumm gemacht und sich verantwortungsbewusst am Höhepunkt des Bankskandals zwar widerwillig aber schließlich doch ins Private zurückgezogen hat.

Ich finde es falsch, dass die Politik versucht, die Gehälter von Managern gesetzlich zu regeln. Nie im Leben wird so etwas funktionieren. Es würde am Ende nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung wirken! Die Argumente, dass einzig die Eigentümer oder die dafür zuständigen Organe unserer Kapitalgesellschaften für diese Fragen zuständig sind und auch bleiben sollten, überzeugen mich. Nichts wäre gewonnen, wenn von einem bestimmten Zeitpunkt an Gesetze oder allgemeine Regeln angewandt werden müssten, um Einkommensfragen von Managern zu klären. Es mag populär sein, das zu fordern und vielleicht verständlich. Sinnvoll ist das nicht.

Stattdessen sollte dafür gesorgt werden, dass Haftungsfragen deutlicher beantwortet und etwaige gesetzliche Regelungen auch wirklich angewandt werden. Die Manager der HRE werden sich beispielsweise vor Gericht zu verantworten haben. Das ist gut so. Wenn am Ende dieses Prozesses, der ganz bestimmt sehr lange dauern wird, herauskommt, dass die Manager das Unternehmen schuldhaft in die Krise geführt haben (woran man nicht schon vorher Zweifel hegen sollte), werden sie dafür auch bestraft werden. Vermutlich ist dann aber noch immer nicht geklärt, inwieweit sie die Weiterzahlung ihrer Gehälter und Boni, um die es im Moment ja geht, rechtlich haltbar ist oder nicht. Wahrscheinlich sind das sogar voneinander unabhängige Verfahren.

Was mich in diesem Zusammenhang übrigens sehr stört, ist die Zurückhaltung mit der die Corporate Governance, die immerhin seit 8 Jahren arbeitet, “auffällt”. Von ihr sollten Impulse in dieser Diskussion ausgehen. Man muss feststellen, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt eine Chance vertan hat. Vermutlich haben diese Leute auch keine Lösungen parat. Wie auch? Sind sie doch nicht Teil einer Lösung, sondern eher Teil des Systems und damit auch unseres Problems.


Kommentare

  1. shibumi meint:

    “Die Manager der HRE werden sich beispielsweise vor Gericht zu verantworten haben. Das ist gut so. Wenn am Ende dieses Prozesses, der ganz bestimmt sehr lange dauern wird, herauskommt, dass die Manager das Unternehmen schuldhaft in die Krise geführt haben (woran man nicht schon vorher Zweifel hegen sollte), werden sie dafür auch bestraft werden.”

    das glaub doch keiner mehr, dass die bestraft werden. man hat doch beim zumwinkel gesehen, wie das gelaufen ist. glaub mir, es gibt halt leute die stehen über dem gesetz und je mehr geld sie haben, desto mehr können sie sich erlauben.

  2. Horst Schulte meint:

    Ich werde die Sache jedenfalls aufmerksam verfolgen. Der Clou wäre, wenn diese Herren ihre Ansprüche durchsetzen könnten und am Ende, wie du meinst, nicht bestraft werden für die Fehler, für die noch Generationen nach uns aufzukommen haben.

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  1. http://tinyurl.com/bgc3cc eben gebloggt. Brauchen wir eine Regelung für Managergehälter?