Kölner Unglück: Tagelang gesucht oder erst seit Freitagabend?

So ganz verstehe ich diese Formulierung im Kölner Stadt-Anzeiger nicht. Die Rettungskräfte haben doch gar nicht tagelang nach dem jungen Mann gesucht. Weil sie es gar nicht konnten. Die Einsturzgefahr war doch zu groß und die Witterungsverhältnisse spielten auch eine Rolle. So habe ich es den Nachrichten entnommen.

Der 17-Jährige, nach dem tagelang an der Einsturzstelle im Severinsviertel gesucht worden war und der mitten in der Nacht gefunden wurde, war bereits seit Dienstag tot. Kaum noch Hoffnung gibt es nun für den zweiten Vermissten, einen 24-Jährigen aus demselben Haus neben dem eingestürzten Stadtarchiv.

Im gleichen Artikel steht dann auch etwas weiter unten folgendes:

Erst am Freitagabend, mehr als 40 Stunden nach dem Unglück vom Dienstagnachmittag, hatten die Helfer an der Unglücksstelle in der Kölner Südstadt mit der Suche nach den beiden vermissten Männern beginnen können.

Außerdem finde ich diese Überschrift auch nicht angemessen. Inwiefern kann man noch von dramatischen Stunden in der Nacht sprechen, wenn doch klar war, dass die beiden jungen Männer nach dieser Anzahl von Tagen nicht mehr lebend geborgen werden konnten. Ich nenne so etwas Sensationsjournalismus.  Unter Qualitätsjournalismus verstehe ich etwas anderes. Mit solchen Überschriften fallen Bouvevardblätter unangenehm auf und vielleicht auch mal Blogs.

via Dramatische Stunden in der Nacht – Kölner Stadt-Anzeiger.

(Hervorhebung von mir)