In NRW nehmen die Gewalttaten ab, im Erftkreis um 4,5 % zu

Der Artikel “Die Gewalt nimmt zu” in der heutigen Printausgabe des Kölner Stadt-Anzeiger nimmt fast eine komplette Seite in Anspruch.

So viele Straftaten gab es im Rhein-Erft-Kreis noch nie. Seit 1978 hat sich die Zahl nahezu verdoppelt.

Die Steigerung beträgt ggü. dem Vorjahr 4,5 %. Einigermaßen bemerkenswert finde ich den einführenden Satz des Artikels, der auch in der Online-Ausgabe zu lesen ist: “Nach Ansicht der Polizei werden Straftaten auch häufiger angezeigt als früher.” Da frage ich mich sicher nicht allein, wie diese Aussage denn wohl zu bewerten ist. Kann man davon ausgehen, dass die Bereitschaft zur Denunziation in unserem Land zugenommen hat?

Besonders herausgestellt wurde im Artikel die herausgehobene Position der Kreisstadt Bergheim, in der die Kriminalität am höchsten ist. Schon im letzten Jahr hatte die Polizei zu dieser Entwicklung erklärt, dass in Bergheim Verhältnisse wie in einer Großstadt herrschten.

Meine Schwiegermutter lebt in Bergheim und wurde, wie ich vor ein paar Monaten hier berichtet habe, von zwei Jugendlichen Tätern überfallen und beraubt. Zum Glück ist ihr körperlich nichts geschehen. Schließlich ist sie mit Mitte 80 schon etwas anfälliger.

Der Artikel nimmt, wie gesagt, viel Raum ein. Die Daten werden städteweise ausgewiesen und zum Teil auch bewertet. Was auffällt (wieder auffällt), ist die Tatsache, dass der Begriff “Ausländerkriminalität” überhaupt nicht vorkommt. Und dass, obwohl Bergheim, also die Stadt mit der höchsten Kriminalität auch den höchsten Ausländeranteil (13%) aller Städte im Rhein-Erft-Kreis hat.

Warum gehe ich darauf ein? Ich will nichts konstruieren und schon gar nicht Stimmung gegen Ausländer machen. Im Gegenteil: ich spreche diese Frage deshalb an, weil ich fest davon überzeugt bin, dass gerade die Nichterwähnung solcher auf der Hand liegenden Fragen, denen Vorschub leistet, die ganz systematisch daran arbeiten, diese Gesellschaft auseinander zu dividieren. Über Jugendkriminalität, Straßenkriminalität, über Einbrüche wird geredet. Wiederum in Bergheim existiert der größte Anteil bei der Jugendkriminalität. Fast ein Drittel der ermittelten Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt.