Kürzlich saß ich einem jungen Kollegen gegenüber. Wir haben eine kurze Besprechung in unserer Cafeteria. Ich machte mir ein paar Notizen. Auf einmal fragte er: “Ist das Sütterlin?”. Er wollte nicht witzig sein, sondern meinte das ernst.
Und ich? Ich war total konsterniert. Die Schrift “Sütterlin” wurde im September 1941 nach einen Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung aufgegeben.









@Horst:
Ich kann das übrigens ziemlich flott lesen – Sütterlin. Meine Oma hatte noch ältere Bücher – und auch bei meinem Vater war noch was aus der “großdeutschen Zeit” vorhanden. (von vor dem Erlass des Reichsministers…)
Als ich dann als Junge mal ein Buch gekriegt habe, war das in Sütterlin. Das handelte von den Erlebnissen Felix Graf Luckner´s als “Kaperkapitän” im ersten Weltkrieg. Das war zu Anfang zwar sehr mühsam – aber ich wollte das unbedingt lesen. Hinterher ging es immer besser. Das Buch ist leider bei irgendeinem Umzug “wechgekommen” – schade.
Aber Sütterlin kann ich noch heute. Nicht ganz so schnell wie “normale” Schrift, aber fast.
Wobei sich das vorgenannte auf Bücher bezieht. Bei der Schreibschift oben muss ich mich viel mehr konzentrieren – lesen kann ich das aber zur Not auch – langsamer halt. Außer jemand hat ´ne Sütterlin-Sauklaue.
Ich habe eigentlich die Schrift auch ein bisschen lesen gekonnt. Das liegt aber doch schon einige Jahre zurück. Mein Vater hatte mir das beigebracht. Schade, dass man so etwas über die Zeit doch verliert. Übrigens konnte ich auch mal ziemlich gut Steno. Heute sind ein paar wenige Kürzel übrig. Die braucht man auch nicht mehr – im Zeitalter der Videokonferenzen.
Ich habe vor ein paar Jahren aus einem alten Kochbuch (ca. 1905 – hatte ich von meiner Tante geerbt) in Sütterlin mal in Polen einer Bekannten, die kein deutsch kann, ein Rezept für Erbsensuppe übersetzt. (bisschen Polnisch kann ich – warum, das ist wieder eine andere Geschichte…)
Beim ersten Mal konnte man die schon ganz gut essen – beim zweiten Mal war die schon recht lecker! :kaffee: