Muss die Presse darüber wirklich berichten?

Ist es nicht eigenartig, dass in Presseberichten nichts über die Nationalität oder den Beruf eines mutmaßlichen Täters steht, auf der anderen Seite aber am Ende doch ziemlich intime Details über das Verhalten irgendwelcher Personen des “öffentlichen Interesses” in die Welt geblasen werden (sollen)?

Wir geben uns doch gern problembewusst, wenn es darum geht, unsere eigenen Daten zu schützen. Aber in solch einem Fall gilt ein öffentliches Interesse vor dem Schutz der Privatsphäre eines Betroffenen.

Geht es in Wahrheit (wie in der übrigen Wirtschaft auch) nicht viel eher um das Geld, das mit derartigen Berichten zu verdienen ist? Wir nennen das Pressefreiheit und es wird verlangt, keine Kompromisse zu machen. Selbstauferlegte “Spielregeln” (Presserat) funktionieren wohl auch nicht immer.

Nach einer einstweiligen Verfügung des Berliner Landgerichts dürfen die Medien nicht mehr über ein Ermittlungsverfahren gegen die “No Angels”-Sängerin Nadja Benaissa berichten. Damit verletze man ihre Persönlichkeitsrechte. Der Presseanwalt Jan Hegemann kritisiert das Verbot.

via Pressefreiheit: Über den Fall Nadja muss die Presse berichten – Nachrichten Vermischtes – WELT ONLINE.


Kommentare

  1. Mike meint:

    So eine Skandal-Story ist sicher gut für die Auflage, denke sowas lässt sich keine Zeitung entgehen. Natürlich ist das moralisch fragwürdig.

  2. Horst Schulte meint:

    Die Wahrnehmung der eigenen Verantwortung spielt dann scheinbar keine Rolle, wenn es um finanzielle Interessen geht. Diese Gesellschaft ist vielleicht am Ende?