Egon Bahr (SPD) will Köhler, nicht Schwan

Mich wundert es, dass Egon Bahr (SPD) Horst Köhler als Bundespräsidenten behalten möchte. Aber natürlich ist er damit –auch in der SPD- wohl nicht allein. Nun ist Bahr ja mit seinen 87 Jahren auch nicht mehr Mitglied der Bundesversammlung, die Ende übernächster Woche die Wahl des Bundespräsidenten durchführt.

Gesine Schwan gerät immer mehr ins Hintertreffen, wie man dem SpOn-Artikel entnehmen kann. Dabei sagt sie in meinen Augen immer wieder richtige Dinge, die aber in der Öffentlichkeit kaum verfangen. Vermutlich auch deshalb, weil nicht so wenige an die Kraft der Demokratie nicht mehr glauben können oder wollen:

Es ärgere sie, dass das Ganze auf Finanzen und Ökonomie verengt werde. “Im Kern”, sagt sie, gehe es um eine “Kulturkrise”, die alle Gesellschaftsbereiche erreicht und durchdrungen habe und auch von ihnen zugleich mit ausgehe.

Natürlich ist das absolut richtig, aber die Konflikte auf Teilbereiche der Gesellschaft zu verengen, ist machtpolitisch natürlich opportun – gerade in einem Wahljahr. Und so klingt es schon rührend naiv, wenn Frau Schwan einen Runden Tisch zur Wiedergutmachung der Krise fordert. Dabei ist sie genau das natürlich überhaupt nicht. Sie ist eine sehr kluge Frau, die ich gerne in diesem Amt gesehen hätte.

Finanzkrise: Schwan schlägt Runden Tisch zur Wiedergutmachung vor – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik(3 May 2009)


Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    “Sie ist eine sehr kluge Frau, die ich gerne in diesem Amt gesehen hätte.”

    Das wirst du aber nicht.

  2. Horst Schulte meint:

    Nee, ist mir klar. Die Zeit ist für eine Bundespräsidentin noch nicht reif.