Verdammte Heuchelei

Mai 5, 2009 4 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 50 x aufgerufen.
Beitrag versenden | Beitrag drucken

Da kommt der Fiat-Vorstand und sagt doch tatsächlich, dass u.U. ein Opel-Standort im Falle eines Engagements geschlossen würde.

Da hat der aber seine Rechnung ohne den Beck gemacht. Nicht nur er, der Landesvater, natürlich auch andere Politiker und Gewerkschafter mahnen an, dass unter solchen “Voraussetzungen” wohl an eine Übernahme gar nicht zu denken sei.

Nein, dann lassen wir Opel doch lieber in die Pleite gehen, als dass wir uns zumindest vorher mal genauer anhören, was dieser mögliche Kandidat an Gründen vorzubringen hat.

Schade, dass man sich um andere Firmen nicht ebenso rührend kümmern kann, wenn sie sehr bald vor ähnlichen Problemen stehen werden. Was für eine verlogene und gleichzeitig abgezockte Scheiße man uns da wieder zumutet. Dabei unterstelle ich nicht einmal, dass es denen, die sich da in dem von mir kritisierten Sinne geäußert haben, ganz ehrlich nur um die Menschen geht, die von einer Werkschließung in Kaiserslautern betroffen wären. Inzwischen gibt es neue Signale aus Turin. Da ist “nur” noch von einem kräftigen Personalabbau die Rede. Mal sehen, wie die Bewertung der Kämpfer für die Opelaner, unter diesen Voraussetzungen aussehen wird. Im Sinne einer solidarischen Verteilung der Lasten wäre an dieser Lösung ja dann wohl kein Anstoß zu nehmen.

Das Hauptproblem, das auch in diesem evtl. neu gebildeten Konzern mit ca. 6 Mio. Autos [sic?] p.a. die Überkapazitäten nicht reduziert werden, bleibt vermutlich zunächst bestehen. Diejenigen, die der Öffentlichkeit weis machen wollen, dass ein starker Personalabbau vermeidbar wäre, sollten sich wirklich schämen. Die Bürgerinnen und Bürger des Landes sind in der Hinsicht weiter als die Politiker oder Gewerkschafter. Den Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man sich ein wenig umhört. Da darf man sich über Politikerverdrossenheit wirklich nicht mehr wundern.

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

4 Kommentare

  1. eule70 6. Mai 2009 at 23:33 -

    Irgendwo habe ich gelesen oder im TV gehört, dass FIAT der weltgrößte oder -zweitgrößte Automobilhersteller werden will. Der gleiche Größenwahn, an dem sich Daimler verhoben hat. Ich gehe jede Wette ein, dass, wenn er Opel erst hat, er noch mehr rationalisieren wird – und dann in die lukrative Pleite. (Klingt stammtischhaft, aber man hat sowas ja schon gesehen).

  2. Handy 7. Mai 2009 at 12:48 -

    Jetz haben sie doch zugesichert, dass alle Standort erhalten bleiben… Frag mich bloß, wie aus zwei Kranken ein Gesunder werden soll…

  3. Alrik 7. Mai 2009 at 13:26 -

    Der FIAT Chef geht davon aus das ein Konzern mindestens 6 Millionen Autos verkaufen muß um langfristig zu überleben.
    Unter 6 Millionen ist die Firma zu klein um Entwicklung und Vertrieb kostengünstig zu organisieren.
    Die Alternative währe auf Entwicklung und Vertrieb zu verzichten und z.B. für die großen Konzerne als verlängerte Werkbank zu dienen.
    Karmann hat das versucht, ist aber gescheitert als die großen Konzerne in der Krise angefangen haben Aufträge zu streichen.
    -
    Mit Corsa und Punto machen sich die Marken Opel und FIAT auf alle Fälle in Europa Konkurrenz. NaJa, vieleicht wird ein Corto draus ;)

  4. Horst Schulte 8. Mai 2009 at 16:07 -

    Vielleicht ist es so, dass sich weitere Zusammenschlüsse aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit wirklich verbieten. Vernünftiger wäre es wohl, wenn wir es zuließen, dass sich solche Bereiche zurechtschrumpfen. Unternehmen mit staatlichem Geld zu stützen und somit trotz vorliegender Erkenntnisse eine Lösung nur aufzuschieben ist dumm und zum Teil sogar unverantwortlich. Die Unternehmen verfolgen natürlich einen anderen Ansatz. Wenn sich ihnen Subventionsspritzen bieten, nehmen sie diese mit. Gründe dafür gibt es natürlich auch. Aber die Wirkungen sind zum einen bezogen auf die Wettbewerbssituation schlecht und zum anderen lösen sie die Probleme natürlich nicht nachhaltig. Im Gegenteil: sie sorgen, wie gesagt, dafür, dass die Erkenntnis zu einem späteren Zeitpunkt einsetzt.