Wir Ärzte wollen keine Rationierung, aber wir wollen einen ehrlichen Umgang mit Rationierung.
(Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer)
Ich schätze mal, dass die meisten diesen Anfangssatz in dem Interview, das am Wochenende für so viel Furore gesorgt hat, auch mit Stirnrunzeln gelesen haben.
Die Ärzte wehren sich gegen eine ungerechte Verteilung von Finanzmitteln, obwohl ihre eigenen Vertreter dem Modus Vivendi ausdrücklich zugestimmt hatten. Mit dieser Form von Rationierung haben die Ärzte offenbar Probleme. Das kann ich verstehen.
Aber wie zum Teufel kommt dann einer ihrer höchsten Funktionäre dazu, genau dieses den Versicherten zuzumuten? Schließlich sind sie es, die ihr Geld in das System hineinbringen, in denen viele etwas zu sagen haben – am wenigsten aber die, die es finanzieren.
Vielleicht ist es nicht gut, dass Hoppe beruflich wenig mit lebendigen Menschen zu tun hat. Politiker der SPD und der CDU fühlen sich jedenfalls nicht in der Lage, seine Rationierungsthesen zu stützen. Sie gehen auf die Barrikaden. Das mag dem Bundestagswahlkampf geschuldet sein.
Ich halte gar nichts davon. Soll es etwa künftig heißen: Die Würde des Menschen ist unantastbar, es sei denn, er raucht, isst das Falsche oder trinkt zu viel? (Hubert Hüppe, CDU)
Viele ahnen, besser sie fürchten, dass solche Maßnahmen auf sie zukommen. Dumm, dass wir den Politikern noch weniger glauben als manchem Funktionär. Vielleicht ist das falsch. Aber leider sind solche Einsichten der eigenen Erfahrung über die Jahre erwachsen.
Demokratie ist was ganz Wunderbares
Freiheit für Marco








Der Herr Hoppe hat das sicher zu einem falschen Zeitpunkt falsch ausgedrückt – aber so ganz unrecht hat er nicht. Man kann einen Kuchen nur einmal verteilen, das ist nun mal so.
Und die, die betroffen sind – von denen schreit natürlich immer
einermehrere auf.Und zu den Politikern – die wollen den Wahlkampf gewinnen. Den nächsten – nicht den in 20 Jahren… Wenn die Spätfolgen von dem, was heute beschlossen wird, sichtbar werden…
Ich hoffe, du hast nicht Recht. Das Bild mit dem Kuchen stimmt. Andererseits wird immer mehr Geld ins System hineingesteckt. Der Kuchen wird also durchaus größer. Wo zum Teufel bleibt also das ganze Geld? Ja, der medizinische Fortschritt kostet viel. Klar. Aber ich verstehe nicht, wohin das ganze Geld versickert. Ich bin überzeugt davon, dass einige der “Teilnehmer” am System ganz schön abkassieren. Das aber scheint nicht nachweisbar zu sein oder es will niemand nachweisen. Allerdings deshalb zu behaupten, dass das solidarische Gesundheitssystem gescheitert sei, will ich nicht wahrhaben. Würde private Vorsorge an dessen Stelle treten, sähe es für viele Menschen nach meiner Überzeugung ganz schön bös aus. Übrigens nimmt mich eine private Krankenversicherung heute gar nicht mehr auf. Selbst eine Zusatzversicherung kann ich aufgrund meines Bluthochdrucks (das reicht) nicht mehr abschließen. Es wird “einfach” verweigert. So viel zu dieser Alternative.
Sein wir mal froh, das wir nicht in “Gods own Country” sind – da musste richtig “löhnen” – heute schon…
Weißt du, wie weit wir von solchen Zuständen entfernt sind? Vielleicht sieht es im nächsten Jahr hier auch so aus? Ach nee. Da mag ich lieber nicht drüber nachdenken.