Als ob es um etwas anderes gehen würde als um die massiven finanziellen Interessen der eigenen Klientel! Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, hat geschickt eine Woche vor dem Bundesärztetag in Berlin die mediale Aufmerksamkeit mit seiner These von der Priorisierung für seine Klientel errungen.
Das Gejammer der Ärzte über Einkommensverschlechterungen hängt wohl vielen Menschen am Halse heraus. Aber weshalb sollte man sich um die Befindlichkeit irgendwelcher Patienten sorgen, wenn die eigenen Pfründe in Gefahr zu sein scheinen? Stattdessen schließen wir die Praxen und machen den Leuten eindringlich klar, wer für den eingekehrten Geist verantwortlich ist.
Natürlich wird für die eigenen Ziele die Politik eingespannt und, wenn etwas nicht so klappt, wie die Funktionäre sich dies vorgestellt haben, auf mitunter subtile aber immer wirkungsvolle Weise dieselbe für jede Fehlentwicklung ans Kreuz genagelt.
Schließlich weiß ja auch jeder, dass nur die Politik an dem ganzen Dilemma schuld ist. Ich kenne viele Leute, die sich über chronischen Geldmangel beklagen. Es sind nicht nur Ärzte, sondern auch andere, gut ausgebildete Menschen, die aufgrund des geringeren Ansehens ihrer Profession nicht in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses rücken – auch wenn dies wegen der Einkommensverhältnisse teilweise durchaus eher angemessen wäre. Und — weshalb sollte es Ärzten anders ergehen? Natürlich deshalb, weil wir sie ja so dringend brauchen. Wir werden ja schließlich alle mal krank, haben Schmerzen und andere Leiden. Wir erinnern uns, dass solche Dinge mal eine Bedeutung hatten und dass der Berufsstand von hohen ethischen Werten bestimmt war.
Ulla Schmidt entzog sich jedenfalls erstmals seit ihrem Amtsantritt diesem Event und gab dem Besuch eines internationalen Gespräches über die Schweinegrippe dieser erneuten Konfrontation mit einer unser Gesundheitssystem bestimmenden Lobbygruppe den Vorrang. Ich kann ihr das nicht verdenken!
Der Ärztetag erhält flankierenden Zuspruch von Günter Neubauer, dem Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) in München. Der Volkswirtschaftler merkt zur Kostenentwicklung im Gesundheitswesen auf die Frage “Was treibt die Kosten im Gesundheitssystem in die Höhe?” folgendes an:
Zu den Hauptfaktoren gehören die medizinischen Innovationen, die für eine älter werdende Bevölkerung von hoher Bedeutung sind. Und natürlich die Demokratie, die sagt: Von den Innovationen soll möglichst keiner ausgeschlossen werden – zumindest keine wichtige Wählergruppe. Interview: “Künstliche Hüfte erst bei Normalgewicht” | tagesschau.de (19 May 2009)
Die Demokratie ist also schuld. Weil das Volk die eigenen Interessen und seinen Willen (wenn auch leider nur alle 4 Jahre) bekunden darf, sollte man diese wohl mit Feuer und Schwert bekämpfen? So würde ich Herrn Neubauer verstehen. Er wird das weit von sich weisen, grämt sich aber in besagtem Interview darüber, dass heute auch Menschen eine künstliche Hüfte bekommen, die man nicht als normal gewichtig bezeichnen kann.
Zugleich ist dies eine Warnung an andere Übergewichtige, nicht erst alles in sich hineinzufuttern und die negativen Folgen von anderen finanzieren zu lassen.
Vielleicht sind solche Überlegungen modern (auch Politiker, wie ein Philipp Missfelder, hätten das so oder ähnlich formulieren können). Sie entspricht allerdings der Verabschiedung vom Kern dessen, was unser Gesundheitswesen und andere Sozialsysteme in Deutschland seit Bismarck getragen hat. Das dahinterstehende Prinzip nennt man Solidarität.
Aber gut, wenn die Demokratie stört, kann man sich der anderen “Errungenschaften” ja gleich mit entledigen. Ich glaube, manche in diesem Land ticken einfach nicht mehr richtig.









Hallo Quer-Horst – mit dem Bild von Prof. Hoppe “stimmt was nich”! Bei mir sieht der aus wie im Zerrspiegel – so als hätt´ er 3 Monate nix gegessen.
Irgendwas hast du da nicht richtig gemacht – falsches Format oder Seitenverhältnis? Wollte dir das nur mitteilen. Die intergrierten kleinen Bidchen passen. :kaffee:
Der Mann ist so dünn…
Jetzt hat er sicher schnell was gegessen! Vielleicht eine große Pizza vom Lidl? Na, egal – Hauptsache er sieht nicht mehr so schwindsüchtig aus! Steht ihm doch besser!
@ HorstSchulte
Lieber Horst Schulte, das ist wieder „ wie aus dem richtigen Leben“. Die folgende Aussage ist ja so simpel, wird immer wieder gern gebracht von Ärzten und anderen Reformern der Gesundheitspolitik und deren Kosten.
„Zugleich ist dies eine Warnung an andere Übergewichtige, nicht erst alles in sich hineinzufuttern und die negativen Folgen von anderen finanzieren zu lassen.“Dabei ist die Antwort ebenso simpel, doch damit legt man sich mit einer Lobby an, die höher gewichtet wird, als der Bürger.
Die Frage ist doch was wir essen, was wir in den Regalen der Supermärkte vorfinden und auch was der Geldbeutel vorgibt.
Fangen wir bei den Produkten an. Seit Jahren stellt sich immer mehr heraus, wie unsere Lebensmittel „gepanscht“ werden. Was genau wo drin ist, weiß kein Mensch mehr, nur der Hersteller, aber der brauch es nicht wirklich sagen.
Unzählige Geschmacksverstärker, tierische (Rind, Schwein, Fisch) Gelantine in vielen Produkten, analog-Käse der einen wesentlich höheren Fettanteil hat, bis hin zu nachgemachtem Schinken der zu 50 % aus Wasser und Fett und Geschmacksverstärker besteht. Nirgendwo steht drauf, was wirklich drin ist und was es wirklich ist. Das Käseüberbackene Brötchen beim Bäcker nennt sich oft nur noch so. Mit Schinken auf der Pizza verhält es sich ähnlich usw. usw.
Viele nachgewiesene DICKMACHER, die vor Jahren schleichend Einzug in unsere Einkaufs-Regale gehalten haben. Gerade die :devil: , die es den Dicken jetzt zum Vorwurf machen, wissen genau darüber Bescheid, legen sich aber mit der Lebensmittellobby nicht an.
Selbst Bio ist nicht Bio wenn man bedenkt das in der Tierhaltung Futter verwendet wird, welches absolut nicht natürlich ist, aber deren ganz natürliche Ausscheidungen als Dünger auf den Bio-Feldern landet. Wer will das kontrollieren und nachweisen. Aber das nur am Rand. :pfeifen:
Wenn jetzt auch noch der Geldbeutel vorgibt, dass man sich die kalorienreduzierten Lebensmittel, weil in der Regel ja teurer, nicht leisten kann, der findet sich, wie im letzten Jahr in einer Statistik des Bundesgesundheitsamtes wieder, die besagt, z. B. Arbeitslose seien zu dick. Die Ableitung daraus, ist widerum ganz einfach. „Dem geht’s zu gut, der liegt nur noch auf der faulen Haut und frisst sich dick“. Selbstverständlich erweitert man dann diese Studie auf Bildung in unserem Land und zog das Fazit, die Gebildeten sind schlank und die Anderen eben nicht.
Ja, in diesem Land ticken so einige nicht mehr richtig. Was früher selbstverständlich war, nämlich gesundes Essen, muß heute extra beantragt werden und über Jahre gegen Lobbyisten erstritten werden (man denke nur an den Handel mit verdorbenem Fleisch) aber bis dahin gibt’s dann schon wieder neue Lebensmittelzusätze oder auch nur noch Speisen aus dem „Labor“.
Liebe/r Nola:
Du hast ja immer noch “kein” Bildchen! Guck mal im Artikel (hier im Blog) nach:
Virtuelles Bücherregal
Deine Bücher im virtuellen Board
da hab´ ich dir alles klitzeklein erklärt! Richtig Mühe habe ich mir gegeben. Und du hast immer noch “keinen Avatar nich”!
Da müsste ich doch fast schimpfen!
Huch, lieber JÜRGENHUGO, hab ich noch nicht probiert.
Mach ich mal gleich.
LG Nola
Hoffentlich – ich werde das “scharf” im Auge behalten!
Ohne Bildchen ist ja fast wie “nackt rumlaufen”…
Also das wird ja richtig stressig, weil man Name schon vorhanden ist, logisch.
Aber so kanns ja auch bleiben. Ist schon besser als vorher.
Hatte ich gar nicht gesehen, so viel Erklärung von Euch.
Danke.
LG Nola
Nola – ich geb´s auf – noch genauer kann man das nicht erklären.
“Name schon vorhanden” – dann denkt man sich eben einen neuen aus – oder meinst du, ich heiß´ richtig JürgenHugo?
Naja, Kommentare kannst du ja auch ohne Bild schreiben…
*lol* JürgenHugo
diese o.g. Kombination wäre schon recht ungewöhnlich.
LG Nola
:kopfhoerer:
Mal zum Nachdenken:
a) Privatversicherte zahlen beim Arzt den 2,3-fachen Satz dessen, was der Arzt vom Kassenpatienten bekommen sollte, aber nicht bekommt, bekommen mehr und bessere Leistungen (ebenfalls zu einem formal höheren Preis) und zahlen trotzdem für ihre (privatwirtschaftlich organisierte, wenn auch in abnehmendem Umfang) Versicherung weniger als Kassenpatienten. Wieso eigentlich ?
b) Ärzte sind formal freie Unternehmer, d.h. sie dürfen sich um alles selbst kümmern, müssen ihren Arbeitsplatz durch Kredite finanzieren, tragen das volle unternehmerische Risiko – und werden beschissener behandelt als Angestellte: sie bekommen von Ulla Schmidt ein festes Gehalt, und wenn sie aus ärztlicher Sicht begründet zu viele Leistungen verschreiben, bekommen sie das vom Gehalt abgezogen (etwa wie ein Arbeiter, der 100 Schrauben aus dem Lager holt und sich am Monatsende vorrechnen lassen darf, dass er nur 75 hätte verbauen dürfen und die Kosten für die anderen 25 vom Gehalt abgezogen bekommt). Würde das einer von euch mit sich machen lassen ?
@Gilbert: Mit uns macht noch ganz andere Sachen. Und im übrigen ist es nicht so, dass Angestellte besser behandelt würden. Ich bin kein Arzt – aber seit über 40 Jahren im Angestelltenverhältnis. Ich kann also beurteilen, was abgeht.
@Nola:
Vielleicht ist es nicht immer so. Natürlich lassen sich gute Lebensmittel durchaus auch zubereiten, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen.
Generell stimme ich dir aber zu. Es liegt viel im Argen. Das Verantwortungsgefühl der Menschen (z.B. für ihren Nachwuchs) spielt aber in dieser Misere keine kleine Rolle. Erst vor ein paar Tagen hörte ich im Fernsehen, dass viele Menschen gar nicht mehr über die Kompetenz verfügen, in der eigenen Familie für ein normales ausgewogenes Essen zu sorgen. Es fehlt (unglaublich) in vielen Familie selbst an einem Tisch, an dem die Familie sich zum Essen “versammeln” könnte. Das ist für mich zwar kaum vorstellbar aber ausgeschlossen ist das in diesen Zeiten wohl nicht. Ich denke an die vielen Leute, die sich vorzugsweise durch Fastfood ernähren. Dafür habe ich kein Verständnis, zumal die Kosten dafür ja bekanntlich nicht gerade gering sind. Für die Folgen dieser “Taten” sind die Leute schon selbst verantwortlich. Das heißt allerdings nicht, dass ich die Meinung derjenigen teile, die die Abstrafung durch höhere Eigenbeteiligung im evtl. Krankheitsfall vorschlagen. Dagegen können nur gesellschaftliche Initiativen helfen, die ein anderes Bewusstsein schaffen.