Satire oder der pure Neid?

Diesen SpOn-Artikel bitte mal lesen (ganz):

Die Krise hat endlich ein Gesicht oder besser: Antlitz. Es ist das von Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Alte Studienfreunde und amtierende US-Präsidenten dürfen ihn "Dr. Guttenberg" nennen. Diese Woche wird der alerte Jurist Opel retten durch bloßes Ernst-Schauen und Wenn’s-sein-muss-auch-persönlich-in-die-Staaten-Jetten. Dann ist Karstadt dran, Schaeffler und Schiessers Feinripp.

Man muss kein Fan von “vuzg” sein, um sich über einen solchen Artikel zu ärgern. Zählt das zu den Erzeugnissen des deutschen Qualitätsjournalismus?

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Das das auf Spiegel-Online steht, wundert mich doch ein bißchen – da hätte ich das nicht vermutet. Aber letztendlich übertreibt der Autor eben zu sehr – das kann man ja nicht mehr ernst nehmen.

    Ich kann den Herrn vuzg ja auch nicht so toll leiden – aber das ist einfach plump. Zu plump. Qualität ist das nicht – da sind ja manche Artikel in der B…-Zeitung deutlich besser… 8)

  2. Andreas meint:

    Naja, der Artikel ist *deutlich* über Bildzeitungsniveau. Er ist amüsant geschrieben, flüssig formuliert und sagt zumindest oberflächlich nicht die Unwahrheit. Wenn ich diese 100 Tage überdenke, dann bleibt mir ganz ehrlich auch nicht mehr in Erinnerung. Und das, obwohl ich seine wirtschaftlichen Ansichten gerade in Bezug auf Opel durchaus teile.

    Insofern kann man die offensichtliche Aversion des Autors teilen oder nicht, man kann inhaltlich zustimmen oder nicht, aber der Artikel ist formell gut.

  3. Horst Schulte meint:

    Hinsichtlich der Formulierungen habe ich an diesem Artikel ebenfalls nichts auszusetzen. Ich bin auch weder CSU, noch vuzg-Fan. Aber ein solcher Verriss trägt m.E. mit dazu bei, dass viele Leute, die politisch uninteressiert sind, sich ein sehr oberflächliches Bild machen. Das schadet u.U. sogar der Demokratie im Ganzen. Wahrscheinlich übertreibe ich mit meiner Sichtweise aber so über eine einen Menschen “herzufallen” ist heute scheinbar in und mich stört das gewaltig. Auch Kabarettisten überschreiten nicht selten Grenzen, die ähnlich wirken werden. Ein Teil der Voreingenommenheit gegen Politiker kommt für meine Begriffe also nicht zustande, weil sie die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, sondern weil sie gemobbt werden. So würde man das nämlich nennen, wenn man auf ähnliches im privaten oder beruflichen Umfeld “stoßen” würde.

  4. Alex meint:

    Ich finde den Artikel auch gut, auch wenn “vuzg” keine journalistisch seriöse Ausdrucksweise ist. Natürlich wird “vuzg” teilweise zu unrecht kritisiert für eine Sache, die er nun gar nicht zu verantworten hat. Er ist aber nun der, der die (versalzene Weltwirtschaftskrisen-)Suppe auslöffeln darf. Und da macht man sich nunmal nicht immer Freunde. Was soll er auch anderes machen? Er ist Politiker :) Also: Hoffen wir mal, dass “vuzg” die richtigen Entscheidungen trifft!

  5. JürgenHugo meint:

    Naja – geschrieben ist der Artikel nicht schlecht – aber eben übertrieben. Die Entscheidungen – die fallen eh´ woanders.

    Opel wird draufgehen – mit einem Knall, oder ganz leise schleichend – egal was der Herr Baron sagt oder meint.

  6. Mario H. meint:

    Der Artikel ist auch imho übertrieben geschrieben. Da verliert man den Tenor innerhalb von viel zu viel Straßentheater aus den Augen. Weil, getan hat der echt noch nichts. Wahrscheinlich ist der deshalb so beliebt: wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen, sich’s mit niemand verscherzen…

  7. Nola meint:

    Um satirische Schreibkünste zu beweisen hätte der Autor sich besser ein anderes Thema ausgewählt.

    Wenn es um das Wirtschaftsressort im allgemeinen gegangen wäre, hätte der Spon-Autor seine Zeit für Recherchen hier sinnvoller einsetzen können, das aber erfordert einen Horizont, der mehr als Polemik hervorbringen kann.

    LG Nola

  8. Horst Schulte meint:

    Genauso sehe ich das auch!