Opel-Zukunft: Was heißt hier unverantwortlich?

Die SPD wirft Wirtschaftsminister Guttenberg vor, er habe unverantwortlich gehandelt, weil er die “geordnete Insolvenz” in die Diskussion gebracht habe. Nach Presseberichten wollte Guttenberg zurücktreten, weil er die nun gefundene Lösung mit Magna nicht für tragfähig hält und zwar mit Blick auf das Risiko für den deutschen Steuerzahler.

Für mich klingt diese Haltung allemal glaubwürdiger und verantwortungsvoller als das Geschwafel, das meine SPD zu diesem Thema abgesondert hat, und es wird sich erst erweisen, wer unverantwortlich gehandelt hat.

Im Moment weiß niemand, was am Ende wirklich passieren wird und ob die Opel-Mitarbeiter eine Zukunft haben werden.

Berichte zum Thema:
Tagesschau
SpOn
FAZ

Wir haben ähnlich Fälle mit schlechtem Ausgang erlebt. Insofern sind die wirklich übertriebenen “Auf-die-Schulter-klopfen-“ Rituale der SPD ausgesprochen unangemessen.

Guttenberg erhält Rückendeckung vom Vorsitzenden des Wirtschafts-Sachverständigenrates, Wolfgang Franz:

Man sollte Opel besser in einem Insolvenzverfahren retten. Die Käufer sollen entscheiden, wann sie welche Autos kaufen, nicht die Regierung

Eine Anmerkung habe ich noch: Was hatte eigentlich der Außenminister in dieser Sache zu tun? War seine Anwesenheit etwa aufgrund der multinationaler Zusammensetzung der Verhandlungsteilnehmer vonnöten?

Nein, natürlich nicht! Alles nur, weil Wahlkampf ist. Ob diese Leute eigentlich nicht begreifen können, wie sehr sie dem Ansehen ihrer Profession und vielleicht sogar uns allen damit schaden?


Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Naja – er wollte zurücktreten… Isser denn? Wohl noch nicht… 8)

  2. Horst Schulte meint:

    Nein, er tritt nicht zurück. Merkel hat ihn als attraktivsten Mann im Kabinett behalten wollen (sach ich mal).

  3. Nola meint:

    Opel abends, morgends, mittags, nachts – ich träume schon von Opel

    Da sagt Frau Merkel: “Für mich war entscheidend – auch bei dem, was ich beschlossen habe -, dass die Risiken einer Alternative für mich politisch absolut nicht verantwortbar sind.”

    Ja seit die Opel-Verhandlungskompetenz an das Bundeskanzleramt übergegangen ist und der Machtpoker zwischen Merkel und den Steinen meier und brück ausgetragen wird, legt sich jeder die Karten wie er lustig ist auf Kosten des Steuerzahlers. Ausser dem 1,5 Mrd. Kredit und der Bürgschaft über 4,5 Mrd. die die Bundesregierung nun zugesagt hat, ist noch alles offen. Ohne eigenes Risiko kann der Investor, sich die nächsten Monate überlegen, ob er Opel will oder lieber doch nicht. Ausgang völlig offen. Wenn das Geschäft platzt, muss der Steuerzahler die Zeche zahlen. Auch ist nicht mal klar ob nur 20.000 oder 50.000 Arbeitsplätze gesichert sind. Im schlimmsten Falle zahlt der Steuerzahler 6 Mrd. für wahlkampftaktische “Verantwortung”.

    Noch wenige Stunden vor der nächtlichen Einigung im Kanzleramt hatte Frau Merkel erklärt, eine Rettung Opels um jeden Preis sei mit ihr nicht zu machen.

    Zwar hatte Guttenberg zwischenzeitlich schon hinschmeißen wollen und das wäre auch konsequent gewesen, statt nun entgegen seinen Überzeugungen und der Abgabe seiner ureigensten Kompetenzen an die Pokerrunde, an diesem Spiel weiter teil zu haben.

    Wer wird als nächstes auf der Regierungsmatte-Matte stehen und über die “Steine” Einlaß ins Kanzleramt begehren, weil man es dort wieder politisch nicht verantworten kann, etwa Arcandor, Infineon, Qimonda?

    PS: Und noch etwas neues aus der Anstalt:
    Heute morgen im Kinder TV der ÖR wurde kindgerecht erklärt, was es mit Opel auf sich hat.

  4. Nola meint:

    Ja das hätte jetzt ein schlechtes Bild auf Merkel geworfen, nach 3 Monaten schon verschliessen, Glos hat immerhin 3 Jahre gebraucht, bis er das Handtuch warf.

  5. JürgenHugo meint:

    Zitat: “Glos hat immerhin 3 Jahre gebraucht, bis er das Handtuch warf.”

    So lange hält der schöne Baron sicher nicht durch – vielleicht wird er ja nach der Wahl Vorstandschef bei Opel? 8)

    Es gab doch mal so´n Spruch:“Jeder Popel fährt ´n Opel – jeder Lord fährt ´n Ford!” Da würde ein adeliger Chef doch manches bringen…

  6. Mario H. meint:

    Da stimme ich dir zu. Bei 30% Überkapazität im Automobilmarkt (Quelle wahrscheinlich SZ), wird irgendein Unternehmen Federn lassen (müssen). Die Kunden werden entscheiden, wem sie vertrauen und wem sie ihr Geld geben. Der Staat wird Opel im Zweifel ebensowenig retten können wie damals Holzmann.
    Aber es sieht ja viel zu gut aus. Vor allem im Wahlkrampf. Und man kann sich ja so toll in Szene setzen – ist ja nicht das eigene Geld, das man da aus dem Fenster schaufelt…
    Naja, wollen wir hoffen, dass es trotzdem gut geht und wir Zweifler Unrecht haben .

  7. Nola meint:

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/auto-ehe-wer-bekommt-die-braut_aid_397612.html

    Die Präferenz vieler SPD-Politiker und Gewerkschafter für Magna versteht besser, wer die guten Verbindungen des Konzerns zur Sozialdemokratie kennt:

    So sitzt im Aufsichtsrat neben dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) auch Klaus Mangold, den der damalige Kanzler Gerhard Schröder in den Ostausschuss der deutschen Wirtschaft geholt hatte. Schröder ist mit nahezu allen Akteuren der aktuellen Entwicklung bekannt – und auch Mangold pflegt beste Beziehungen zu Russlands Premierminister Wladimir Putin sowie zum Milliardär Oleg Deripaska, dessen Autofabrik Gas bei Magnas Opel-Deal ebenfalls dabei wäre. Deripaska träumt seit Jahren davon, einen internationalen Autokonzern zu gründen, und soll dafür bereits vier Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt haben.

    Michail Pak, Analyst bei der Moskauer Investmentfirma Metropol, sieht das russische Interesse an Opel ähnlich: „In der Krise kann man für einen symbolischen Preis Technologien kaufen, die diese Firmen in Jahrzehnten erarbeitet haben.“

    Ja – er nun wieder – könnte man sagen, denn auch Schröder hat mitgemischt und Magna im Vorfeld schon als seinen Favoriten erklärt.

  8. JürgenHugo meint:

    Nola – du bist gut informiert – muss man so sagen. Wenn ich das mal durchdenke, dann stehts um Opel noch schlimmer als gedacht.

    Hoffentlich läuft das nicht nach dem Motto: Technologien ausschlachten und abwickeln – so peu a peu… :cry:

  9. Nola meint:

    Doch genau so lieber JH wird laufen. :boese:

    Die Technologie das komplette know how wird übernommen und dann geht Opel hier vor Ort Stück für Stück den Bach runter. Der deutsche Steuerzahler wird Rußland den längst überfalligen Einstieg in eine moderne Automobilindustrie ermöglichen. Schröder kann sich einmal mehr seiner Vasallen in Deutschland sicher sein. Ich bin gespannt, sollte die SPD nach den Wahlen die Opositionsbank drücken, wer dann in diversen russischen Aufsichtsräten oder Beraterfunktionen wieder auftaucht.

  10. Horst Schulte meint:

    @Nola: Sehr interessant. Vielen Dank – auch für diesen Link.

  11. Hallo Rammstein Fans.
    Habe Rammstein Karten bei Fanfusion gerkauft!!

    Dort gibt es Karten für Rammstein München Rammstein Leipzig Rammstein Köln Rammstein Arnheim Rammstein Frankfurt Rammstein Stuttgart Rammstein Hamburg Rammstein Rostock Rammstein Berlin.

  12. JürgenHugo meint:

    Gibts da auch Karten für Konzerte von Heino? Oder Dieter Bohlen? Da wär ich ja scharf drauf – ui! 8)

  13. Horst meint:

    Heino kannst du doch in Münstereifel besuchen. Der tritt doch nicht mehr auf. Habe ich gehört.

  14. JürgenHugo meint:

    Wenn ich ihm androhe, sonst das “Hugo-Lied” zu singen – dann tritt der schon wieder auf! 8) Sogar in Bedburg, direkt vor deinem Haus.

    Dann kannst du mal wieder so “richtich gute” Musik hören… :pfeifen: Hmm! :lustig:

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