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Graf Fito

Gut getarnte Abo-Falle bei Facebook

Abo Falle Und was fragt sich der gemeine Facebook-User, wenn er in eine solche Abo-Falle getappt ist? Ich kann euch diese Frage beantworten. Ganz authentisch. Bin ich ein Idiot? Die Frage ist rhetorisch. Klar. Aber vielleicht hilft mein Outing.

Dabei wollte ich doch nur meine sprachlichen Qualitäten überprüfen. Die Facebook-Anwendung war schnell installiert und die Aufgabe ganz leicht zu lösen.

So, dachte ich, könnte ich ja den feilgebotenen IQ-Test noch schnell dranhängen.

Wer lesen kann (auch das Kleingedruckte und Versteckte) ist klar im Vorteil. Aber an dieser Stelle gibt es auch noch nicht viel zu lesen. Außer, dass ein paar Referenzen (nämlich anderer Facebook-User), die mit ihrem Ergebnis glänzende Vorgaben liefern und zum Wettbewerb geradezu herausfordern.

Teil 1 Abo-Falle

Abo FalleDer Einstieg in den “IQ-Test” war noch unverdächtig. Schon die folgende Seite jedoch verlangte einen IQ, über den ich nun einmal (noch) nicht verfügte.

Und dass, obwohl die Anzeige mich doch ausdrücklich lobte. Ein wenig hätte ich nach unten scrollen sollen und vielleicht doch die AGB’s lesen. Blöd nur, dass ich sie an dieser Stelle so überhaupt nicht erwartet hatte.

Ich ganze Zeit über dachte ich nämlich, dass ich mich auf einer zu Facebook gehörigen Seite befinde. Schaut euch das Layout an, dann wisst ihr sofort, was ich meine.

Diese AGB’s blieben mir also verborgen:

Abo Falle

Die Eingabe des Pins hatte ich natürlich bereitwilligst vorgenommen und auch sofort die Bestätigung meines Abos erhalten. Der Adrenalinstoß vernebelte mir kurzzeitig die Sinne. Dennoch dauerte es vielleicht nur 5 Minuten, bis ich an die in den AGB’s genannte Nummer: STOP geschickt hatte. Die Bestätigung des Stornos erfolgte sogleich.

Natürlich bin ich jetzt misstrauisch und habe deshalb im Internet gesucht, ob es evtl. noch andere “Opfer” gibt. Da gingen mir aber sogleich die Augen über.

Hier eine kleine Auswahl zur Lektüre:

Abofalle via Facebook? – Irgendwas ist ja immer – Reloaded
Krasse Abzocke bei Facebook – Maexotic
Internet-Abzocke mit Handy-Klingeltönen über Handy-Anbieter [Archiv] – Sat.1 Forum
facebook-werbung die zweite | MCNeubert lawblog
Abofalle bei facebook | MCNeubert lawblog
Extrem fiese, verlogene und hinterhältige Werbung bei Facebook
und nun der Clou von dat janze:

Direkt bei Facebook

Natürlich habe ich noch Mails geschrieben. Eine an den Initiator der Aktion und eine an Facebook. Dass ein Programmierer hinter diesen speziellen IQ-Tests steht, der für Facebook arbeitet (das las ich in einem Kommentar der verlinkten Artikel), will ich mal nicht als Indiz für eine direkte Beteiligung von Facebook betrachten. Ein Rest von Gutgläubigkeit sollte man sich schon noch erhalten. Aber eine Antwort von Facebook habe ich bisher jedenfalls nicht erhalten.

Hier meine Anfrage:

Guten Tag,

ich hoffe sehr, dass Ihnen bekannt ist, dass sich hinter dieser Anwendung eine Abo-Falle verbirgt. Auf die bin nicht nur ich, sondern eine ganze Reihe Ihrer Nutzer hereingefallen. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich darüber lachen. Die “vorgeschaltete Anwendung” war ein IQ-Test.

http://www.mobilfunk-talk.de/23723-bobmobile-abo-ohne-einwilligung-bestaetigung-3.html

Mich würde brennend interessieren, ob Sie das Vorgehen solcher Abzocker, als mit Ihren Interessen in Einklang stehend betrachten oder ob es Ihnen am Ende sogar egal ist. Besonders ärgerlich fände ich es an Ihrer Stelle, dass mit dem Facebook CI operiert wird.

Ihre Meinung hierzu interessiert mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen
Horst Schulte

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Horst – da haste ja noch mal Glück gehabt. Das du das noch gemerkt hast. Aber beim IQ von 135 sollte man hellhörig werden – das ist verdammt viel – 120 ist schon seehr gut!

    Ich hab´ mir das oben mal gezoomt – war das mit den Klingeltönen erst in den AGBs zu lesen? Oder schon vorher? Gewisse “Wörters” müssen einen zur Vorsicht mahnen:

    z.B.: Screensaver, umsonst, Gratisdownload, Probeabo und eben Klingeltöne usw. Find ich gut, das du das so schreibst – da fallen nämlich nich nur “Doofe” drauf rein!

    Mich hätte es vor fast 25 Jahren beinahe erwischt – so ein Schneeballsystem. 7000 DM sollte man investieren um einen “supereinzigartigen Motorölzusatz” zu kaufen – die Erstausstattung. Den hätte man dann mit Riesengewinn weitervekaufen können…Hit-Flon 2000 hieß der. Ich muß aber schon damals ein gewisses Mißtrauen gehabt haben. Ich hab´ mich von dem Menschen zum Abendessen einladen lassen – und ich hab dann auch unterschrieben. Mein Einwand: Ich hab aber gerade keine 7 Mille flüssig, wurde schnell entkräftet. “Da gehe ich morgen mit zu ihrer Bank” – hat er gesagt.

    Wie gesagt, dann hab ich unterschrieben – das ich die mehrere 100 Flaschen kaufe. Für 7000 Emmchen. Die ich gar nicht hatte…Aaaber, vorher habe ich mir den Vertrag durchgelesen – und was entdeckt. Ich bin ja kein Jurist – aber der schien ziemlich unknackbar. Wenn man bezahlt hatte, gabs kein zurück.

    Da wär ich “nie nich” mehr rausgekommen. Der kam also am nächsten Morgen mit zur Bank, und ich hab ihn reden lassen. Der Bankmensch schien von dem nicht besonders beeindruckt zu sein. Immerhin sagte er: “Das Geld können sie schon bekommen Herr S.” Da war der Verkäufer natürlich sehr beruhigt. Und ist gegangen – ich bin noch einen Moment sitzen geblieben. “Das Geld würden sie als Person von uns bekommen” sagte der Bankmann “nicht auf Grund des geplanten Geschäfts”. Da ist mir schon ein bißchen mulmig geworden. Ich habe den Kredit nicht genommen.

    Abends bin ich dann zur Versammlung. “So, sagte der Chef von dem “Anwerber” – jetzt geben sie mir nur noch das Geld – und sie sind dabei”. “Das Geld hab ich nich” hab ich gesagt. Da hat er dumm geguckt. “Sie müssen bezahlen – sie haben einen Vertrag unterschrieben!” “Jaja – aber vorher hab ich den gelesen – ich weiß, da komm´ich nicht mehr raus, der ist wasserdicht – wenn ich bezahlt habe, erst dann. Hab´ ich schon bezahlt?”

    “Sie müssen!” “Nix muß ich – im Vertrag steht eindeutig: nach dem Bezahlen der vorgenannten Summe – und ich bezahl nich.” Da war denen im Vertrag ein kleiner Fehler unterlaufen – Gott sei Dank! Ich habe mich dann schnell vom Acker gemacht – und nie mehr was von denen gehört.

    So weit, so gut. Ein Arbeiter aus der gleichen Firma, wo ich im Industral Engeneering gearbeitet habe – der hatte das Geld auch nich – für 2 Erstaustattungen. Der hat bezahlt, 14 Mille. Seine Garage stand noch jahrelang voll – mit den unverkauften Flaschen. Nich mal verschenken konnte er die. Den Kredit mußte er natürlich abbezahlen. Tja. Auch vor dem Internet hat es also Gauner gegeben – aber was “sach” ich dir… :mrgreen:

    War gar nicht OT – oder? Schönen Feiertag - Klingel-Horst

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  2. Haha, ich hab’s schon vor ein paar Wochen gesehen und bin ned drauf reingefallen. Aber wenn man selber das Internet mitgestaltet dann weiß man wohl dass es böse ist ;-)

    Anyways, deinen Post hab ich mal bei facebook geshared in der Hoffnung dass meine Freunde ihn auch lesen.

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  3. Horst Schulte meint:

    JürgenHugo: Horst – da haste ja noch mal Glück gehabt. Das du das noch gemerkt hast. Aber beim IQ von 135 sollte man hellhörig werden – das ist verdammt viel – 120 ist schon seehr gut!

    Das waren 4-5 Fragen und zwar ganz einfache. Dass am Ende 135 rauskam war vermutlich bei allen anderen auch so. Die Blendwirkung auf den Kunden soll erreichen, dass er noch unvorsichtiger wird. Bei mir war das gar nicht notwendig, weil ich zumindest gleich wusste, was qualitativ von diesem IQ-Test zu halten war. Blöd war ich trotzdem.

    Ein interessantes Beispiel hast du uns da offeriert. Im Nachhinein fragt man sich doch wirklich, wie man solchen Leuten auf den Leim gehen konnte. Gut, dass das für dich noch gut augegangen ist. Günstiges Motorenöl ist ja auch heute noch ein Thema. Das kaufe ich übrigens auch übers Internet. Allerdings gab es bisher da keine Probleme. Die Leute, die im Internet andere Leute auf Teufel komm raus bescheissen, werden leider immer zahlreicher. Man kann einfach nicht genug auf der Hut sein. Und aufgrund der Internationalität hilft einem häufig auch kein deutsches Recht, kein Anwalt.

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  4. Horst Schulte meint:

    Es gibt aber auch Ecken, in denen man solche verdammten Betrugsversuche nicht unbedingt erwartet. Aber da bin ich vielleicht einfach nur naiv. Aber, wie heißt es so schön: Man lernt ja nie aus.

    Ich werde jetzt auf jeden Fall noch vorsichtiger sein.

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  5. JürgenHugo meint:

    Das Problem ist, das viele Leute bei solchen Veranstaltungen mitgerissen werden. Die werden regelrecht “eingepeitscht”.

    Mein Glück war vielleicht, das ich diesem übertriebenen “Wir-Gefühl” nie was abgewinnen konnte. Da sind die Leute wie die Lemminge. Ich halte mich auch z.B. bei Twitter zurück. N´ paar Follower sind mir lieber als die große Masse.

    Ein Beispiel für soche Hypes ist die “Swatch” – kennst du ja sicher. Man kann sagen, der Hayek (obwohl er die nicht erfunden hat!) hat die genial vermarktet – und die Schweizer Uhrenindustrie damit gerettet. Die Leute mochten die – die war cool, die wollten sie haben. Ich auch. Ein paar. Viele haben die gesammelt. Ich hab glaub ich 7/8 gehabt – heut hab ich noch 2 – die andern hab ich verschenkt. Ich habe aber nie mehr als den normalen Preis bezahlt – die letzte hab ich für die Hälfte gekriegt.

    Eine Zeitlang waren bestimmte Modelle sofort nach Erscheinen ausverkauft. In den Uhrenzeitschriften waren 90% der Verkaufsanzeigen nur Swatch. Es kam, wie es kommen mußte – die Preise sind explodiert. Das 10- oder 20-fache des Listenpreises war garnix. Spezielle Schränke hats gegeben – und, und. Einige Leute haben damit viel Geld verdient – andere sind auf die Schnauze gefallen. Weil die Blase irgendwann geplatzt ist. Und dann war die Kapitalanlage von viell. 200000 weg – nur die netten Uhren waren noch da.

    Versteh´mich nich falsch – die Uhren sind gut – zum normalen Preis. Da kann man nix falsch machen. Nur eine Kapitalanlage is da nich – weil kein realer Wert dahinter stand.

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  6. Horst Schulte meint:

    JürgenHugo: Mein Glück war vielleicht, das ich diesem übertriebenen “Wir-Gefühl” nie was abgewinnen konnte. Da sind die Leute wie die Lemminge. Ich halte mich auch z.B. bei Twitter zurück. N´ paar Follower sind mir lieber als die große Masse.

    Aus meiner Sicht eine vernünftige Sichtweise. Ich halte das im Grund nicht viel anders. Wir Menschen sind eben vielfach Herdentiere.

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  7. David meint:

    Ich bin auf die Werbung für den 500 € Gutschein von Zara reingefallen und bekommen schon seit JULI SMS in denen mir E-Plus 2,99€ für einen angeblichen Premium Dienst abbucht.
    Was kann man denn da tun?? Wie ich kann kündigen oder etwas tun:=((((( Bitte bitte bitte Hilfeeeee…

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  8. Horst meint:

    @David: Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Sieh mal in das Forum bei Facebook bzw. studiere mal die Links im Artikel. Dort sind etliche gute Tipps vorhanden, was du tun kannst. Ich hatte das Glück, den “netten” Versuch gleich als solchen erkannt zu haben und sofort reagiert. Bei mir ist es gut gegangen. Eine Antwort von Facebook habe ich übrigens zu meinem abgedruckten Brief nie erhalten. Sehr ärgerlich und es zeigt, was man in dieser Beziehung von Facebook halten kann.

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  9. Su-Mu meint:

    Gut, dass ich in keinem Netzwerk angemeldet bin – bis auf Flickr.
    Scheinbar werden die immer größer, unübersichtlicher und verlieren selber den Überblick.

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  10. Horst meint:

    @Susanne: Die Risiken nehmen zweifelsohne zu und der Nutzen nimmt (so scheint mir das aufgrund der Inflation von Belanglosigkeiten) eher ab. Insofern machst du es wohl richtig.

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  11. UMTS Flatrate meint:

    gut das ich nicht auf facebook angemeldet bin :soldier:

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  12. Horsti meint:

    Wenn das vor den vielfältigen Fallen helfen würde, wäre wohl keiner mehr auf Facebook. Aber wer sicher gehen will darf wohl nicht mehr im Netz surfen. Habe mir vor wenigen Tagen ein Program runtergeladen. Als ich es installieren wollte, hat es mich nach meinen Daten gefragt. Denkt man erst mal nichts böses. Jetzt bekomme ich schon nette E-Mails über eine Rechnung für Freeware. Aber zum Glück nur auf eine Trashemail.de Adresse.

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  13. Horst Schulte meint:

    Meine Frau lehnt das Internet schlichtweg ab. Vielleicht auch ein bisschen deshalb, weil ich allzu viel Begeisterung zeige – was sich leider auch im zeitlichen Einsatz zeigt. Man muss sich aber wirklich unerhört vorsehen und wenn einem bisher so etwas nicht passiert ist, hat man schon sehr viel Glück gehabt.

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  14. JürgenHugo meint:

    Was macht die denn am Comp? Kuchenrezpte aufschreiben? Aber da würde man ja VIIEELLE im Net finden – “sach” ihr das mal. Und: sie könnte mich kontaktieren, damit ich ihr mit Skype was vorsinge! :-) das würde sie erfreuen!

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  15. Horst Schulte meint:

    Ich fürchte, sie hört dann sofort auf mit dem Kochen. Das kann ich nicht riskieren. :arzt:

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