Gewalttätige Jugendliche – “Wir haben so viel Fragen”

NZZ -Beitrag
Rabiate Schüler zeigen keine Reue (Quelle: ZEIT online, 3.7.2009)

In dem fast 12minütigen Interview, das der Schweizer Sender Radio 1 mit dem Vater eines der Täter geführt hat, bekommt man einen Eindruck davon, was solche “Jungs” auch ihren Eltern mit solchen Gewalttaten antun.

Auch wenn dem auf Schweizerdeutsch geführten Interview nicht komplett folgen kann, die Verzweiflung und Ratlosigkeit des Mannes sind greifbar.

Update:

Sollten die drei Jugendlichen für ihre Strafe in die Schweiz zurückkehren dürfen, würde das in Deutschland verhängte Strafmass von der Schweiz übernommen. Probleme könnte es jedoch geben, wenn die in Deutschland verhängte Strafe schärfer ist als die Maximalstrafe in der Schweiz. Sollte dies der Fall sein, würde das in Deutschland verhängte Strafmass an die Schweizer Rechtsprechung angepasst. Die Strafe würde somit reduziert. In Deutschland drohen Jugendlichen für einen Mordversuch nämlich bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. In der Schweiz sind dies gemäss Jugendstrafrecht nur vier Jahre. (Quelle: NZZ, 3.7.09)

Ich frage mich ehrlich gesagt, weshalb man diesen Idioten eine harte Strafe ersparen sollte? Schließlich haben sie das Verbrechen hier in Deutschland begangen. Auch wenn es sich um Jugendliche handelt, sollten sie nach deutschem Recht bestraft werden.


Kommentare

  1. Andreas meint:

    Zu Deinem letzten Absatz: Ich sehe das genauso. Aber wie war noch gleich das Medienecho, als ein gewisser Marco in der Türkei fest gehalten wurde?

  2. Willi Frommenwiler meint:

    Ich bin absolut Deiner Meinung Horst. Diese, in der Schweiz schon vorbestraften “Prügel-SchülerIdioten” müssen die ganze Härte des Deutschen Gesetzes spüren und die Strafe (ich plädiere für die Maximalstrafe von 10 Jahren) in Deutschland verbüssen.

    Die Schweizer Kuscheljustiz behandelt Jugendliche mit einem solchen Gewaltpotenzial mit Samthandschuhen. Linke (vor allem SP Nationalrat u. Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch) und Nette in der Schweiz erachten die Maximalstrafe in Deutschland als zu hart und möchten diese Prügler deliktorientiert therapieren, d.h. der linken Pädagogen- und Psychiaterindustrie Arbeit zuschaufeln.

    Dem Opfer wünsche ich gute Besserung.

  3. JürgenHugo meint:

    10 Jahre sind für solche Verbrecher eigentlich noch zu wenig! Wenigstens sollten die Vollzugsbeamten denen regelmäßig mit einem Stock auf den Kopf schlagen – aber feste! Leider werden sie das nicht tun…

    Und zu dem Marco: also ich seh da schon einen gewissen Unterschied! Der hat ja nix gemacht! Er hat sich von einem besoffenen englischen Mädchen dazu verleiten lassen, ihr in den Schritt oder sonstwo hin zu grabschen – ich schätze mal, das hat ihr gefallen…

    Was die B***-Zeitung daraus gemacht hat, das ist eine andere Sache. An seiner (Marcos) Stelle würd ich mich ab jetzt mind. 1000 Kilometer von der türkischen Grenze fernhalten. Und von jungen Engländerinnen – von alten natürlich noch mehr… :pfeifen:

  4. Andreas meint:

    Ob Marco was gemacht hat oder nicht, stelle ich gar nicht zur Diskussion. Erstmal stand der Vorwurf im Raum und auch in Deutschland hätte man ermittelt. Es geht mir dabei nur darum, wie die Medien kommentiert haben, *wo* er richtigerweise einen Prozess bekommen sollte …

  5. JürgenHugo meint:

    @Andreas:

    Vielleicht hab ich ´n bißchen falsch formuliert. M.E. hätte wegen dieser “Sache” gar nix ermittelt werden sollen. Das lag doch klar auf der Hand. ´N 17-jähriger und ´ne 13-jährige, die sich für 15 ausgibt – naja…

    Ich hätte die Mutter des Mädchens weggeschickt, und dem Marco gesagt: Wenn du fummeln willst/sollst – halt dich von Engländerinnen fern – von jungen und von alten.. 8)

    Bei sexuellen “Ermitlungen” sollte man sich auf schwerwiegendes konzentrieren – normalerweise is da nämlich kein 3. bei…Und Beschuldigungen sind schnell bei der Hand! Was will ich denn z.B. machen, wenn eine 40-jährige behauptet: “Der wollte mich missbrauchen!” Zeugen gibts da nich. Sie erzählt ihre Story – ich meine. Gut, ich kann mich sicher beser “verkaufen” als der Marco – aber ich müßte mich zumindest rechtfertigen.

    Vor einem Prozess in der Türkei hätte ich allerdings keine Angst (wenn ich da erstmal weg wäre) – ich würde mich da natürlich nie mehr sehen lassen… :idea:

  6. Andreas meint:

    @juergenhugo
    Was Du da schreibst ist ziemlich gefährlich. Du möchtest also bestimmte Straftaten gar nicht mehr ermitteln lassen? Das finde ich interessant. Wo ist denn der Unterschied zwischen 17jährigen, die einen Mann verprügeln, oder einem 17jährigen der eine 13jährige mißbraucht? Mal abgesehen von der Offensichtlichkeit der Verletzungen …

    Du hast Recht, was macht man wenn jemand “einfach so” behauptet, man hätte was getan? Das trifft aber wie Du schon richtig geschrieben hast, nicht nur auf den Marco-Fall zu. Insofern war die Entscheidung der Türkei selbstverständlich richtig – auch wenn der Aufschrei hier groß war. Über die Dauer der Inhaftierung nachdem da offensichtliche Widersprüche zutage getreten sind, kann man trefflich diskutieren. Aber das eigentliche Ermittlungsverfahren inkl. der erstmaligen Inhaftierung waren OK.

    Und Du schreibst ja selbst, dass Du in der Türkei eben keinen Prozess wollen würdest. Warum wird das dann den Schweizern abgesprochen?

  7. Horst meint:

    Ja, das ist richtig. Ich habe mich dazu hier auch geäußert. Allerdings war ich nicht der Meinung, dass Marco nach Deutschland verbracht, um dort den Prozesse gemacht zu bekommen. In diesem Fall war es doch eher fraglich, ob die türkische Justiz sich nicht zu viel Zeit gelassen hat. Diese Sache hat sich ja endlos lang hingezogen. Wenn Marco die Vergewaltigung begangen hätte, was er nach meiner Überzeugung nicht getan hat, hätte er aber auch in der Türkei verurteilt werden sollen. Jedenfalls meiner Meinung nach.

  8. Horst meint:

    Noch gewinnbringender für die ganze Gesellschaft wäre es, wenn wir herausbekommen würden, warum es diese Häufigkeit von Gewalttaten durch Jugendliche überhaupt gibt. Inwieweit schärfere Strafen zur Prävention nützlich sein können, vermag ich nicht zu beurteilen aber ohne diese wird es wohl auch nicht gehen.

    Man muss immer daran denken, dass jeder von uns in dieser Form überfallen und verletzt werden könnte. Das ist das Furchtbare an dieser willkürlich ausgeübten Gewalt, die offensichtlich irgendein schweres Defizit bei den Tätern offenbart.

  9. Horst meint:

    OK. Führen wir doch die Scharia ein. Dann hätten wir härtere Strafen. Nee, also die Prügelstrafe ist abgeschafft und sollte es natürlich auch bleiben. Die Frage, die wir uns für unsere modernen Gesellschaften stellen müssen ist leider unbequem und dazu auch noch sehr schwer zu beantworten. Ich behaupte, dass es bei den Familien beginnt und auch die Arbeitswelt (Doppelverdiener – zu wenig Zeit für die Kinder etc.) einschließt. Die Jugendlichen konfrontieren sich mit Gewalt, die sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt persönlich doch vermutlich auch nicht erlebt haben werden. Obwohl sie vermutlich, wie normale Menschen in diesem Fall reagieren, zunächst geschockt sind, wiederholen sie solche Gewaltorgien später häufig. Vielleicht streift das auch den Bereich von gruppendynamischen Prozessen. Ich weiß das nicht, aber wir werden das Problem nicht lösen, in dem wir Filme verbieten oder Videospiele. Wir müssen uns um Kinder und Jugendliche mehr kümmern. Das ist selbst in vielen Familien einfach nicht mehr der Fall.

  10. JürgenHugo meint:

    Ein 17-jähriger, der einer 13 oder 15-jährigen OHNE Gewalt unter den Rock greift – der begeht keine Straftat! So seh ich das.

    Was mich bei der ganzen Sache gestört hat: die dramatische B***-Berichterstattung. Für jeden auch nur einigermaßen Rechtskundigen war doch klar, das der Prozess reine Spiegelfechterei war (die Türken wollen halt auch nicht ihr Gesicht verlieren), der hätte gar keinen Anwalt gebraucht! Einfach der Türkei fernbleiben und abwarten.

    Hoffentlich passt er auf das Geld auf, das ihm das Buch eingebracht hat. Dann kann er in Spanien Urlaub machen und eine Französin begrabschen – die sind sicher zugänglicher…

    Nebenbei, irgendjemand hat mal gesagt: “Es gibt nur zwei Arten von Engländerinnen – bildschöne und potthäßliche…” :lustig: Das is aber nich von mir!

  11. JürgenHugo meint:

    Horst – ich habe mich bei dem “mit dem Stock hauen” schon recht vorsichtig ausgedrückt. Was man meiner Meinung nach mit denen wirklich tun sollte – das wäre Scharia… Die würden/könnten danach nie wieder irgendjemand irgendetwas antun…Und zu der Meinung steh ich auch!

  12. Andreas meint:

    Nein, natürlich wurde er nicht nach hier gebracht, um eine Verhandlung zu bekommen. Der Tenor war aber anfangs fälschlicherweise der, dass er gar nicht erst in der Türkei angeklagt werden sollte. Und da nehme ich die Türkei – bei allem was da sonst schief läuft – in Schutz. Was hätten die Behörden denn machen sollen, wenn da jemand wegen solche einem Vergehen angezeigt wird?

    Wie schon geschrieben, die Dauer ist nach den erfolgten Miniverhandlungen sicher sehr fragwürdig, das stimmt.

  13. Horst meint:

    Da sind wir einer Meinung. :-)

  14. Horst meint:

    Du bist aber rabiat. Wahrscheinlich, weil du weißt, dass das ja doch nicht passieren wird. :lustig1:

  15. Alrik meint:

    Warum man diesen Idioten eine harte Strafe ersparen sollte?

    Weil sie doch nichts dafür können. Verdorben durch den Konsum von Killerspielen, Negermusik und Schundheftchen konnten sie doch gar nicht anders.
    Man muß nur die Medien mehr zensieren, dann gibts auch keine Gewalt mehr. Ausser den Medien ist niemand dafür verantwortlich wenn Kinder oder Jugendliche gewalttätig werden, schon gar nicht die Eltern.

    Meinen zumindest die guten Menschen vom Kölner Aufruf:
    http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?print=1&textid=1384

    Doktor Pfeiffer (mit drei eff) hat sich dazu schon geäussert:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2368

    Wer ist Doktor Pfeiffer ?
    Ehemaliger Innenminister von Niedersachsen (SPD) und Chef des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). In dieser Funktion hat er durch seine Kompetenz und Vorschläge schon einiges Aufsehen erregt.
    So hat er festgestellt das die Mutter des kleinen Abdullah der in Sebnitz angeblich von Nazis vor den Augen von 200 Zeugen ertränkt wurde absolut glaubwürdig ist.
    Unvergessen auch der Vorschlag private Jugendeinrichtungen zu verstaatlichen, um zu verhindern das die Kinder dort kriminell werden.
    Konservative Mitglieder von CDU & CSU führen ihn gerne als Experten an, wenn es um ein Verbot von Killerspielen geht. Das er auch das Dreigliedrige Schulsystem abschaffen will, erwähnen sie eher nicht.
    Die Studien des KFN werden gerne von der Fachwelt zitiert, vor allem um nachzuweisen das sie unwissenschaftlich sind. Allgemein warnt das KFN vor den Gefahren durch Medien- und Jugendverwahrlosung.

    Mit Gefahren kennt sich der Gründer des KFN, Hans Dieter Schwind, ehemaliger Justizminister von Niedersachsen, auch aus. Schon kurz nach dem Amoklauf von Winnenden stellte er fest das Spiele wie Counterstrike und Crysis Kindern beibringen beim weglaufen umsich zu schießen.
    Nun, ich hab das damals zwar aus Karl Maybüchern gelernt und mit der Spielzeugpistole geübt, aber was solls.
    Ach ja, älteren und politisch interessierten Menschen ist der Name Hans Dieter Schwind eventuell bekannt. Als Niedersächsicher Justizminister (CDU) hat er 1978 den Sprengstoffanschlag auf das Gefängnis Celle mitorganisiert.
    Bis Mitte der 80er wurde dieser Anschlag der RAF angelastet, und dieser Anschlag hat sicherlich nicht dazu geführt das die Angst vor Terroranschlägen zurückging. Das von Ihm 1979 gegründete KFN hat natürlich nichts mit dem Schüren von Angst zu tun.
    Trotz der Verwicklung in einen Sprengstoffanschlag ist Hand Dieter Schwind ein angesehner Kriminologe, der in verschiedenen Fachverbänden sitzt und damit hilft, Deutschland sicherer zu machen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Schwind
    http://www1.ndr.de/kultur/geschichte/cellerloch102.html