Personalabbau in der Krise: “Wir müssen sie leider entlassen”

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Im Takt von 15 Minuten werden Kündigungsschutzklagen vom Hamburg Arbeitsgericht “abgearbeitet”. Mehr als ein paar Euro als Abfindung sind in der Regel nicht drin. Vergleiche sind erwünscht und mehr ist auch oft nicht zu erreichen. Die Zeiten haben sich angesichts der Folgen von Finanz- und Wirtschaftskrise geändert.

So sieht also der rigide Kündigungsschutz – Made in Germany – aus, den uns die Liberalen als geradezu tödliche Bedrohung des Arbeitsmarktes beschrieben haben, wenn mal wieder von der gewünschten Deregulierung des Arbeitsmarktes und der Rückführung des Kündigungsschutzes die Rede war.

Wahrscheinlich sind viele Firmen wirklich in Not und haben keine andere Wahl, als Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Aber hier reden wir vor allem über die Art und Weise, wie mit Mitarbeitern umgegangen wird – heute, angesichts der veränderten wirtschaftlichen Lage. Negative Beispiele hierzu lesen wir seit Monaten in der Presse.

Das ist die Entwicklung, auf die nicht nur ich häufig in verschiedenen Artikeln hingewiesen habe. Noch haben nicht einmal die zu befürchtenden Massenentlassungen eingesetzt, und trotzdem gehen die Unternehmen in rigider Art und Weise auch gegen langjährige Mitarbeiter vor. Nun fragen sich die Leute, wer ihnen in dieser Lage überhaupt helfen kann. Vielen fallen offenbar “nur” die Rechtsschutzversicherungen ein. Die haben nämlich, wie dem Artikel der “Zeit” zu entnehmen ist, seit Monaten einen enormen Umsatzzuwachs (+20 %) zu verzeichnen. Betriebsräte werden gegründet und am Ende solidarisieren sich die Menschen vielleicht in einer Form, die wir bisher noch nicht kennen. SPD und LINKE fallen als Hoffnungsträger komplett aus. Ihr Angebot ist unattraktiv. In erster Linie liegt das an der unglaubwürdigen Politik, die jede der beiden Parteien praktiziert. Ein Schande.

»In einigen Wirtschaftszweigen galten Betriebsräte selbst unter Arbeitnehmern bisher als verpönt, jetzt werden aber auch in Werbeagenturen zunehmend Betriebsräte gegründet«, beobachtet der Frankfurter Arbeitsrechtler Henning Wiehe. (Quelle: http://www.zeit.de/2009/30/Kampf-um-Jobs?page=3)

So wird im Herbst das eintreten, was allgemein erwartet wird. Das “bürgerliche” Lager wird siegen und die Kapitalisten können sich auf die Schenkel klopfen. Für sie wird es noch ein ganzes Stück leichter werden, ihre Interessen durchzusetzen.

Foto von KHLaube @ Pixelio.de


Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Ei wei – jetzt hab ich das erst nachts 02:30 :schade: gelesen – weil ich von 18:00 bis 01:30 ein “Schläfchen” gemacht hab! Mea Culpa… Kommentar gibts trotzdem!

    Tja, die Krise: da ist denen die kündigen, das Hemd eben näher als der Rock. Ich würd das vielleicht auch nich anders machen…

    Die, die gekündigt werden – die sehen das natürlich genau andersrum – würd ich ja auch… :cry:

  2. JürgenHugo meint:

    Was Blogmäßiges: Ich glaub ich hab ne Idee, warum in “dynamische Lesezeichen” manchmal dein Icon nicht angezeigt wird, obwohl ichs schon ein paarmal angeklickt hab.

    Das könnte mit dem Template/Wordpress oder so zu tun haben. Ich glaub, der andere Horst hat mir da mal so was gesagt. Das das an bestimmten Zeichen im Titel liegt – & z.B. Vielleicht ist das ” ja auch so´n Zeichen? Wollt ich dir nur mal sagen.

    Bei diesen Dingen bin ich ja ziemlich “kenntnisfrei” – evtl. liegt das aber daran. :idea:

  3. Horst meint:

    @Jürgen zum 1. | Wenn es wirklich trifftige Gründe (wirtschaftliche Gründe) gibt, dann ist das so, leider werden diese aber manchmal nur vorgeschoben. Viele Unternehmen nutzen auch diese Krise wieder einmal nur dazu, Personal los zu werden. Die Zeit dafür ist nicht ungünstig und es wird darauf spekuliert, dass die Resonanz in der Öffentlichkeit und auch im Unternehmen selbst, anders ausfällt als zu “normalen” Zeiten.

    @ Jürgen zum 2. | Du könntest mal den Cache deines Browsers leeren. Das mache ich in einem solchen Fall (ich meine, wenn ich ein Favicon umstelle. Danach (also nach einem Neustart) wird dann in der Regel auch das richtige Icon angezeigt. Das gilt übrigens auch für Gravatare. Den Zusammenhang mit Sonderzeichen im Titel kenne ich nicht. Der Grund wäre vielleicht nicht auszuschließen. Ich schreibe nämlich meine Artikel teilweise mit LiveWriter. Der geht anders mit Sonderzeichen im Titel um als das WordPress tut.