Gesundheit ist teuer – auch in den USA

Foto von Sparkie @Pixelio.de

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Das hier wird den Widerspruch einiger Leute verursachen: Ich bin froh, dass wir unser Gesundheitssystem haben – auch wenn’s teuer ist und, davon gehe ich aus,  noch teurer wird. Dafür sorgen der medizinische Fortschritt auf der einen und die demografische Entwicklung auf der anderen Seite. Ein paar Randbedingungen gibt es zudem, die ebenfalls dazu beitragen, dass das System immer mehr kostet. Auch die Bürokratie gehört mit dazu und (was manchmal zu kurz kommt) die Stärke der an den Verteilungskämpfen beteiligten Lobbys. Ein wuchtiges System, das erst einmal gestemmt werden will – ohne Frage. Dabei ist es egal, welche Regierung gerade dran ist.

Die Auseinandersetzungen, die das Obama – Lager darum führt, ein Gesundheitssystem in den Vereinigten Staaten einzuführen, ist auch ein Beleg dafür, dass es gerade für arme und kranke Menschen in einem Land ohne ein funktionierendes Gesundheitssystem nicht unbedingt besser laufen muss als in einem Land, in dem über das eigene teure Gesundheitssystem ausgiebig und unaufhörlich geschimpft und gelästert wird.

Was ich übrigens nebenbei an der heftigen Auseinandersetzung in den USA noch bemerkenswert finde, ist die Tatsache, dass Obama wohl doch nicht der grandiose Opportunist ist, für den ihn auch hierzulande einige halten. Aber warten wir einmal die Zeit ab. Vielleicht kneift er ja doch und pfeift seine Leute zurück. Im Moment ist das allerdings noch überhaupt nicht absehbar. Der Kampf um ein Gesundheitssystem ist in vollem Gange.  Auch in Amerika steigen also die Gesundheitskosten in sehr großem Umfang.

Da verstehe ich die Rechten in den USA eigentlich überhaupt nicht, wenn sie nur die negativen Seiten (also u.a. die Bürokratie, die mit der Einführung ohne Zweifel und wohl unvermeidlicher Weise aufgebaut wird) hervorheben. Vielleicht haben ja die, die sich so sehr vor der Bürokratie fürchten, den Bericht des Bundesrechnungshofes gelesen, der der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eine ordnungsgemäße Abwicklung ihrer Dienstwagenaffäre bescheinigt hat. Ein weiterer Grund könnte natürlich auch die letzte Dienstreise von Ulla Schmidt in die USA sein. Wer weiß, was sie dort so alles erzählt hat?

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Aah – ein Betrag am “Mirttwoch” schön, schön! Warum da ein “r” drin ist? Tja – da mußte fragen – sonst sach ich das nich! 8)

    Aber nun zum Beitrag: Was heißt hier auch? Gerade! Wohlhabende haben da 1A Versorgung, Arme – naja…Bei uns wird ja auch der “Privatpatient” besser behandelt – insgesamt sollten wir aber froh sein, das nich alles aus Amiland nachgemacht wird.

    Auch iTunes kommt ja daher… 8)

    “Ein weiterer Grund könnte natürlich auch die letzte Dienstreise von Ulla Schmidt in die USA sein. Wer weiß, was sie dort so alles erzählt hat?”

    Ja was denn wohl? Wie viele PS ihr neuer Dienstwagen hat, natürlich! Manchmal kommst du aber auch nicht auf die einfachsten Dinge… :idea:

  2. JürgenHugo meint:

    Meine OP hat übrigens 7000,-++ gekostet – und nächstes Jahr kommt ja noch eine.

  3. blogZicke meint:

    ich denke schon, auch an unserem Gesundheitssystem sollte man einiges verbessern, vor allem auch weniger Verwaltung.
    Auch wenn man über Hartz4 meckern kann, es ist immerhin besser als nix!

  4. Sven meint:

    Der richtige Schritt wäre ja erstmal die “gesetzlichen” Krankenkassen zusammenzulegen. Mir konnte bisher noch keiner erklären warum es derer fast 200 benötigt – und demzufolge auch 200 Vorstandsvorzitzende, Mitarbeiter, Führungskräfte, Verwaltungsgebäude u.s.w.

    Für die Rente reicht ja auch eine Kasse aus, warum nicht für den Ausgleich der Leistungen im Krankheitsfall. 200 gesetzliche Sozi-Abgabestellen oder Ökosteuer-Behörden würden auch nicht funktionieren.

    Das ganze ist einfach nur verrückt. Wenn gesetzlich, dann nur 1x und gut.

  5. Horst meint:

    Natürlich ist vieles nicht in Ordnung an unserem Gesundheitssystem. Da fallen auch mir eine Menge Punkte ein. Interessant finde ich aber, dass ein solches oder ähnliches System in einem Land wie den USA -wenigstens von der jetzigen Regierung- favorisiert wird. Dort kann man mit dieser Idee nicht unbedingt punkten, wie die harsche Kritik dort zeigt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch in den USA sehr viele Befürworter.