Die Botschaft ist angekommen!??
(K)eine schwarz/gelben Koalitionen. Nur in Sachsen. Das war klar. Die Nazis bleiben in Sachsen im Parlament. Die Wahlbeteiligung dort ist historisch so niedrig, so dass sich die alte Weisheit wieder bestätigt hat. Niedrige Wahlbeteiligung stärkt die Radikalen bzw. schwächt die Demokratie.
Steinmeier konstatiert am Abend im Willy-Brandt-Haus, dass das ein guter Wahlabend für die SPD sei. Gemessen an der CDU hat die Partei weniger Zustimmung bei den Wählerinnen und Wählern verloren. Die Partei bzw. ihre Führung kann sich darüber freuen, dass die CDU große Verluste (vor allem in Thüringen) eingefahren hat. Wie verzweifelt muss man also sein?
Eine Tendenz für die Bundestagswahlen stellen die Ergebnisse m.E. aber nicht dar. Da wird die CDU bestimmt deutlich besser abschneiden. Die länderspezifischen Themen haben offenbar sowohl im Saarland als auch in Thüringen maßgeblich zum Stimmenverlust für die CDU geführt. In Sachsen war der Vorsprung der CDU aus den letzten Landtagswahlen kein Vergleichsmaßstab.
Der “Wahlsieger des Abends” (Originalton Westerwelle), die FDP, hat ein respektables Ergebnis erzielt, die politischen Optionen sind allerdings in 2 von 3 Bundesländern verpufft. Das erfüllt mich mit (Schaden-)Freude! So möge es in diesem Punkt doch bitte auch im Bund ausgehen. Dagegen sprechen die guten Ergebnisse der Liberalen, über deren Zustandekommen ich nur mit dem Kopf schütteln kann.
Ein Wort zur LINKEN. Lafontaine hat seinen Bonus im Saarland eingefahren. Schlimm ist das, weil es zeigt, wie leicht es immer noch fällt, mit einfachen Lösungen Stimmen in großem Umfang zu ergattern. Andererseits zeigt es auch, wie groß die Angst der Menschen vor der Zukunft in diesen Zeiten ist. Ich mag die allzeit hörbaren Vorbehalte der etablierten Parteien gegen die LINKE nicht mehr hören.
Wie viele Wähler sollen der LINKS-Partei eigentlich noch ihre Stimmen geben, bevor ein Dialog im Interesse der Menschen in diesem Land eigentlich in Gang kommt? Wenn man allerdings sieht, in welch infamer Weise nicht nur die so genannten bürgerlichen Parteien (Union und FDP), sondern auch Teile der Medien eine “Rote-Socken-Kampagne” immer wieder angefacht, kann vielleicht sogar für die Nichtwähler in Sachsen Sympathie aufbringen. Dort gingen bei diesen Wahlen gerade einmal 51% zur Wahl. Vor 4 Jahren waren es noch 8,6 % mehr (59,6%). Das sind bedenkliche Nachrichten. Die Entwicklung müssen sich weniger die Parteien ans Revers heften als vielmehr die Medien und, nicht zuletzt, die Sachsen selbst.
Wenn ich solche Ergebnisse lese werde ich auch ein bisschen aggressiv! Warum verhalten sich die Sachsen so? Ist dieses Verhalten den "subjektiven” Erfahrungen mit dieser Demokratie geschuldet oder sind es vielleicht “nur” die Eigenarten der Sachsen, die schließlich geschichtlich überliefert sind? Wollen wir mal Letzteres hoffen!

JürgenHugo
Der letzte Sachsen-König soll ja zum Abschluß gesagt haben: “Macht doch euren Dreck alleene…” Das ist schon ein besonderes Völkchen. :helm:
ich wähl auch die Linken bei der Wahl. So. :helm: