Wer setzt noch auf Atomkraft?
In der Bevölkerung, scheint mir, ist das Thema wohl endgültig durch. Den Eindruck kriegt man, wenn man den Berichten in diesen Tagen folgt.
Die letzten Veröffentlichungen zu Asse und Gorleben werden vielleicht den Ausschlag dafür geben, dass auch die Politik das “Projekt” der betreffenden Lobbygruppen aufgibt. Das Parteiengezänk verstummt zwar noch nicht (geht ja auch nicht, schon von wegen der Wahlen). Merkel hört sich allerdings so an, als müsse man unbedingt an dieser Technologie festhalten. Wer weiß, wen sie da wieder auf Ackermanns Geburtstagsparty getroffen hat. Man hört ja, dass die dort geführten und ach so wichtigen Gespräche einiges in Bewegung setzen können. Warum nicht auch die Verpflichtung der Politik, an dieser unverantwortlichen Technik festzuhalten. Wo damit doch so viel schönes Geld verdient werden kann. Gerade die alten Anlagen, die längst abgeschrieben sind, sind doch quasi regelrechte Cash Cows.
Blöd, dass die Bevölkerung einfach nicht mehr mitspielen will. Und dann noch die ganzen Bauern, die von Gorleben aus aufgebrochen sind. Und die ganzen Hinkelsteine, die die mitbringen werden.
Wir dürfen gespannt sein, wie die Bonzen mit dieser neuen Bedrohungslage klarkommen werden. Ich freue mich jedenfalls über die Protestaktion sehr. So am 4. oder 5.9. werden die Traktoren wohl in Berlin sein. Dick vormerken also.

Horst Schulte
Eben gebloggt: "Wer setzt noch auf Atomkraft? — Querblog" ( http://bit.ly/h39pT )
JürgenHugo
Atomkraft is gefährlich. Kohlekraftwerke verpesten die Umwelt. Öl gibts auch nich mehr sehr lange. Aber alle wollen ins Internet – zum Bloggen, zum Fotos hochladen, zum Filmchen auf Youtube gucken.
Irgendwo muß die Energie doch herkommen – oder?
Horst
Bei mir kommt der Strom auch aus der Steckdose. So.Welche Alternativen haben wir? Keine Ahnung. Aber Atomkraft sollte es nicht sein. Die ist und bleibt unheimlich und, wie die Geschichten mit dem Endlager und Asse zeigen, selbst was das “Ende” des Prozesses anlangt, nicht beherrschbar. Also lieber Schluss damit machen.
Jan
Das “raus” ist glaube ich sogar bei der Union beschlossene Sache. Bei der FDP weiss ich es jedenfalls genau. Worum es geht ist vielmehr, ob der vor 10 Jahren mal beschlossene Atomausstieg so noch einzuhalten ist, ohne dass gleichzeitig zum Beispiel Atomstrom von anderswo eingekauft werden müsste, was ja den Atomausstieg beim besten Willen ziemlich ad absurdum führen würde.
Sauereien wie die Asse und weitere Ungeschicktheiten seitens der Betreiber lassen natürlich auch kaum noch eine andere haltbare Position zu. Nur bin ich ehrlichgesagt bei allem Wunschdenken nicht davon überzeugt, dass die ständig hochgehaltenen Alternativen wirklich bereits soweit entwickelt sind, dass sie Atom- und Kohleenergie komplett ersetzen könnten, nur weil wir alle das gerne so hätten. Ob ein paar Fässer mehr oder weniger Atommüll jetzt noch irgendwas bedeutend schlimmer machen, vermag ich nicht zu beurteilen. Eine Lösung muss so oder so her, egal ob jetzt Schluss ist oder erst in ein paar Jahren.
Horst
Allein angesichts der Probleme mit dem Atommüll ist eine weitere Nutzung der Atomenergie in meinen Augen unverantwortlich. Greenpeace sagt übrigens zu der Frage der Alternative auch etwas: http://blog.greenpeace.de/wahrheiten-atomkraft/
JürgenHugo
Jetzt muß ich dem Horst mal wieder was OT berichten – ich hab nähmlich was rausgefunden! Eine Spur des WLAN Problems bei mir. Genau blick ich da noch nich durch – aber der Reihe nach.
Ich hab ja gleich beim neuen Comp meinen WLAN-Stick installiert. Speedport W 101 heißt der, von der Telekom. Und ich hab so´n Tool “inSSIDer” – damit kann man die WLAN´s in der Umgebung anzeigen. Ich guck da öfter rein, um die Empfangsstärke von meinem zu kontrollieren. Die anderen bei uns im Haus zeigt das auch an, da kann ich sehen, wer wie stark auf welchem Kanal sendet. Und den Kanal eventuell wechseln.
Ich hab aber bemerkt, das da manchmal nich der Speedport, sondern ein Wi-Fi Wireless LAN USB Adapter angezeigt wird. Beide haben inzwischen ein #3 dahinter.
Und jetzt kommts: bis vor einer Stunde stand da wieder der Speedport – hatte ich ja neu installiert. Und dann hat sich wieder mal Windows gemeldet, wegen einem Update – und da stand was von einem “ZyXEL G-202 Wireless…usw. (nich zum ersten Mal!)” hab ich mal mit installiert. Und danach gegoogelt. Das is auch so´n WLAN-Stick! Hab ich bei Amazon rausgefunden.
Und danach steht da jetzt beim Scannen mit diesem Tool wieder der Wi-Fi Wireless LAN USB Adapter – tja. Nur – den hab ich ja gaanich, und wieso will Windows den unbedingt updaten? Das muß ich noch rausfinden. Im Comp eingebaut kann der nich sein – ich hab ja ein Bild davon gesehen. Das ist ein Stick, den man an eine USB-Buchse anschließt – hab ich aber nich. Ei wei – da muß ich noch weitersuchen. Bei den installierten Updates taucht das auch nich auf. Ein Mysterium – noch.
Jan
Also Greenpeace ist nun in Sachen Energie kaum eine seriöse Quelle – immerhin bieten die selbst Energie an, leben also quasi davon, Angst zu schüren. Ich weiss zum Beispiel nicht, wie uns weiterhelfen soll, dass Greenpeace oder seine Schwesterorganisationen im Grunde jedes Bemühen um eine Lösung für den Atommüll von vorn herein blockieren und sogar Atommülltransporte versuchen zu verhindern. Sehr pragmatisch ist das ja nicht gerade. Wenn dort dann noch von “100 Prozent Risiko” die Rede ist – ganz so, als seien andere Methoden der Energiegewinnung vollkommen unkritisch zu sehen, ist für mich klar, dass Sachlichkeit eher nicht das Ziel der Autoren war. Die Zahlen zu erneuerbaren Energiequellen zweifle ich ohnehin an, weil die sich offenbar nicht auf Grundlast, sondern optimale Spitzenleistungen beziehen. Das ist kein seriöser Vergleich.
Ich geb dir ja im Hinblick auf die Abfälle Recht und habe das auch schon immer genauso gesehen. Aber funktionierende Kraftwerke einfach so abzuschalten und einzureißen ist ja nun auch irgendwo eine nicht unerhebliche Ressourcenverschwendung, die ich dann schon vernünftig begründet haben möchte. Und ein paar Fass Müll mehr verschärfen das Problem in meinen Augen dann doch nur sehr marginal, denn eine Lösung muss da so oder so gefunden werden.
Horst
@Jan: Hast du vor ein paar Tagen zufällig die Aussagen des früheren Bundesfinanz- und vorherigen Bundesforschungsministers, Matthöfer (SPD) und anderer Leute, die damals Entscheidungen trafen, gehört? Sie sagten, dass sie angesichts der heutigen Erkenntnislage ihre damaligen Entscheidungen für falsch halten. Die Frage ist tatsächlich die, welchen Weg man nun gehen will (von mir aus auch gehen muss). Mich stört am meisten, dass die CDU immer noch so tut, als wäre die Verlängerung der Laufzeiten eine nötige Maßnahme. Die FDP sieht das ja auch nicht anders. Diese Technik gehört auf den Müll der Geschichte.
Das hier ist auch ein interessanter Beitrag:
http://panorama.blog.ndr.de/2009/09/01/atomenergie-die-luge-vom-sicheren-endlager-2/
Jan
Ja, sie gehört auf den Müll. fragt sich nur ob sie das bereits dann ist, wenn es in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr gibt. Das bezweifeln Union und FDP eben – inwieweit das wirklich so ist, vermag ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen aber das Thema Atomkraft taugt ja nun auch nicht grade zum Einschleimen beim Wähler, weshalb ich es so abwegig nicht finde, Laufzeiten eventuell halt doch etwas zu verlängern oder zumindest Restlaufzeiten von Krümmel oder so auf andere Kraftwerke zu übertragen. Das sind für mich rein praktische Fragen – dass darüberhinaus Atomkraft ein Auslaufmodell ist, finde ich auch – aber irgendwo muss unser Strom nunmal herkommen. Und zwar auch dann, wenn die sonne nicht scheint und auch kein Wind ist – ich bin dafür, erst Lösungen zu finden und dann umzusatteln, statt umgekehrt.
Horst
Hier habe ich zur Frage der Versorgungssicherheit gleich drei Infos, die eigentlich aufzeigen, dass es eben auch ohne Atomkraft geht. Wir brauchen auch keinen zuzukaufen:
http://www.uba.de/uba-info-presse/hintergrund/atomausstieg.pdf
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0809/politik/0050/index.html
http://www.klima-luegendetektor.de/tag/stromlucke/
Jan
Ja, vermutlich findet man genauso Quellen die das Gegenteil behaupten. Aber ungeachtet irgendwelcher Rechenspielchen ist es doch so, dass Atomkraftwerke durch andere grundlastfähige Kraftwerke ersetzt werden müssten. Vielleicht nicht sofort – aber spätestens wenn in einer nächsten Welle Kohlekraftwerke endgültig zu den neuen AKWs erklärt werden und wahrscheinlich auch schon davor. Dafür gibt es derzeit kein Konzept, vom Stromimport mal abgesehen.
Horst
Natürlich findet man auch Quellen, die das Gegenteil behaupten. Wir können also nicht feststellen, was die Wahrheit ist. Im Zweifel bin ich dafür, dass man die Risiken so gering wie möglich hält. Also? Damit wäre der Weg doch eigentlich klar – für dich und mich. Ich finde es nicht richtig, dass die angebliche deutsche Technikfeindlichkeit immer aus der Schublade geholt wird, wenn solche Diskussionen zu führen sind. Das ist ja bei der Gentechnik leider auch nicht anders. Viele Menschen macht es eben auch skeptisch, dass es in diesen Fragen immer vor allen Dingen um sehr viel Geld geht. Das hat natürlich nichts mit Neid zu tun, sondern damit, dass die Annahme weit verbreitet ist, dass die Leute, die ihr Geld in solche Dinge investieren, ihr Interessen zu wahren wissen. Diese Erkenntnis werden wir bestimmt ebenfalls teilen. An sich ist das ja auch nichts falsches. Wenn, ja wenn nicht die auch ganz andere Aspekte bei der Beurteilung eine große Rolle spielen würden. In beiden Fällen kann man Sicherheitsbedenken einfach nicht beiseite schieben.
Jan
Ich ja auch für einen Ausstieg. Ich bin allerdings auch dafür, dass vernünftig zu organisieren und nicht rein ideologisch. Allerdings treibt mich auch nicht die Angst, so ein Teil könnte jederzeit in die Luft fliegen oder dergleichen – mich stört vor allem der Abfall und die Tatsache, dass Atomstrom eben nicht billig ist, sondern da massiv Steuergeld verpulvert werden musste, damit sich das Ganze überhaupt rechnet. In einer freien Marktwirtschaft hätte die Kernenergie meiner Meinung nach nie eine Chance gehabt.