Eine wirklich außerordentlich spannende Diskussion bei “Der Freitag” wäre um ein Haar an mir vorbeigegangen. Bei Rivva kam sie, wenn ich es richtig sehe, nicht vor. Das ist schade und zeigt vielleicht einmal mehr die Selbstreferentialität der Blogsphäre in Deutschland. Das behaupte ich, obwohl, im Gegensatz zu anderen Tagen, im Augenblick eine wahre Themenvielfalt bei Rivva herrscht.
Die schriftliche oder öffentliche Aufarbeitung einer eigenen lebensbedrohenden Erkrankung ist längst nicht mehr das “Vorrecht” von Schriftstellern oder anderen bildenden Künstlern oder von Intellektuellen. Heute kann sich, wer möchte, an den PC setzen und seine Gedanken und Ängste, die ihn beispielsweise im Zusammenhang mit Krebs beschäftigen, aufschreiben und im Web veröffentlichen. Ich glaube, es ist gut, weil das für den persönlich Betroffenen auch eine Art Lebenshilfe darstellen kann.
Die Dialoge in der erwähnten Diskussion sind hitzig und teilweise gehen sie unter die Gürtellinie. Es geht aber eben um ein hochemotionales Thema. Deshalb sollte man sich bei der Lektüre zunächst weniger darum bemühen, die einem jeweils passenden oder unpassenden Punkte aus den einzelnen Diskussionsbeiträgen herauszulesen als vielmehr den Versuch zu machen, all die vielen Motive und Aspekte zu überdenken und auf sich wirken zu lassen. Ich kann versprechen, damit hat man gut zu tun, und es lohnt sich!









Tja – lebensbedrohende Erkrankungen hab ich ja Gott sei Dank nich – nur mein Bein tut ab und zu ein bißchen weh. Ich weiß aber nich, ob das generell gut is – das mit dem ins Web stellen von so was. Was da einmal drin ist, geht nich mehr weg.
Selbst wenn ich meinen “Nickname” JürgenHugo in die chinesische Suchmaschine “Baidu” eingebe kommen da Links… wenn ich deinen Klarnamen da eingebe, führen die ersten 7 oder 8 Links zu dir – habs gerade mal ausprobiert. :nachdenken:
Dieses “Rivva” kannte ich noch “gaanich” – hab ich mir mal in die Lesezeichenleiste vom FF gezogen – sehr puristisches Design, die Seite – aber nich schlecht anzusehen.
Ich meine, wer über seine Pickel schreiben will, der sollte schreiben. Und Voyerismus finde ich schlimmer als Exhibitionismus.
Etwas detaillierter: http://www.rorkvell.de/news/2009/Bekenntnisliteratur.html.de
@Jürgen:
Vor kann man sich über die dt. Blogszene schnell und umfassend informieren. Die Themen, die dort auftauchen sind allerdings, wie schon gesagt, ziemlich einseitig.
@Siegfried:
Schöner Beitrag. Schade, dass man bei dir nicht kommentieren kann. :daumenhoch:
@Jürgen: Die Entscheidung, ob oder ob nicht hat da nicht unbedingt mit dem Web zu tun. In diesem Fall ging es um ein Buch, das Schlingensief über seine Krebserkrankung geschrieben hatte. Ich erwarte, dass die Leute, die im Web etwas veröffentlichen, sich über die möglichen Folgen bewusst sind. Das Thema ist schließlich häufig genug behandelt worden.
@Horst: Ja, finde ich auch schade. Hat technische Gründe. Mein Blog ist selbstgeschnitzt auf einem uralt-inklusiv-Webspace ohne PHP, ohne SQL, ohne Sonstwas. Und so lange ich arbeitslos bin, kann ich mir keinen anderen Webspace leisten.
Aber ich arbeite dran, Kommentare via e-mail zu ermöglichen