Was läuft in Afghanistan?
Man wird ja den Tatsachen, die sich jüngst in Afghanistan abgespielt haben, vermutlich nie gerecht aber eine Bemerkung muss ich doch machen. Wenn es stimmt, dass der Angriff, der auf einen Befehl der deutschen Truppen zurückgehen soll, wirklich um 2.00 Uhr nachts passiert ist und zwar außerhalb irgendwelcher Ortschaften, wie kann es dann sein, dass so viele Zivilisten (und Kinder) anwesend gewesen sind?
In der “Washington Post” heißt es, die Taliban hätten Dorfbewohner mit Waffengewalt zur Hilfe gezwungen, um die feststeckenden Fahrzeuge wieder freizubekommen. “Sie kamen zu jedem Haus”, wird ein Geschäftsmann zitiert, “sie fingen an, Leute zu schlagen, zeigten ihre Gewehre.” US-Konteradmiral Gregory Smith, Sprecher von Nato-Kommandeur Stanley McChrystal, erklärte inzwischen dazu, die Nachtaufnahmen seien von geringer Qualität gewesen. “Man kann nur Schatten sehen.” (Quelle)
Ich möchte nicht Jungs Haltung einnehmen oder den Afghanistan-Einsatz verteidigen, aber an dieser Sache stinkt etwas und zwar gewaltig.
Abseits solcher Überlegungen schaltet sich der Altkanzler in die Debatte ein. Gerhard Schröder verlangt den Abzug aus Afghanistan. So sieht also seine uneingeschränkte Solidarität mit den Amis heute aus. Muss man verstehen. Er weiß eben, wie man einen Wahlkampf führt. Den Leuten nach dem Mund reden und schwupp hat man wieder ein paar Stimmen mehr auf dem Konto. Und schließlich befindet er sich ja auch im Wahlkampf. Als alter Kumpel von Steinmeier.

JürgenHugo
Jetzt haben sich die Bundeswehrler endlich mal richtig gewehrt – das passt aber auch nich. Entweder ganz raus aus Afghanistan (meine Meinung) – sollen die sich doch gegenseitig totschlagen wie sie wollen.
Oder drinbleiben – aber dann richtig. Hab ich alles schon mal gesagt. Das ist dann Krieg – egal, wie der Jung das anders nennt! Und im Krieg gibts Tote – Schuldige und Unschuldige. Das war so – und das is so. Und dann sollte der Minister rückhaltlos hinter den Soldaten stehen. So oder so.
Horst
Genau. Jung muss hinter den Soldaten stehen. Tut er ja auch. Nur – was meinst du mit ganz oder gar nicht? Sollen wir die Bombe werfen? Ach nee, wir haben ja keine. Mich wundert, wie verschreckt die deutsche Öffentlichkeit (auch die europäische) reagiert, wenn Tote zu beklagen sind. Das liegt aber zum Teil auch an der Regierung, die immer noch nicht von einem Krieg spricht. Persönlich bin ich dafür, dass wir unsere Soldaten dort abziehen. Aber ich bin auch froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss.
JürgenHugo
DIE Bombe – gar nicht nötig. Die bräuchten diesen 300 amerikanischen Super-Special-Forces-Dödeln in Kundus nur mal zu zeigen, wie ruppig Deutsche sein können. Nisten die sich da ein, und der Jung weiß da gaanix richtig von. Ich glaub es nich.
Ach, was reg ich mich denn auf – bringt ja doch nix. Eins is sicher: ich bin Vista eher los, wie die Bundeswehr ihre Probleme in Afghanistan. Und das ist mir mit Verlaub im Moment auch wichtger! :aufgeregt:
Matthias
Zu der 2:00 Uhr nachts-Sache:
Wenn die Bewohner das Benzin abfüllen wollten, haben sie vielleicht auch ihre Kinder geweckt, um mehr zu bekommen.
Zu der Frage “Krieg oder nicht Krieg”:
Ohne übermäßig Eigenwerbung machen zu wollen, ich hab genau dazu gerade etwas gebloggt…
JürgenHugo
@Matthias:
Erst machste Werbung für deinen Blog, dann geh ich dahin und schreib einen Kommentar, dann klick ich auf die Bestätigungsmail – und da steht: für… gibt es keine Anmeldung in diesem Blog. Hmm?!? Willst du nun Kommentare oder nich? Oder doch? Oder muß man einen Antrag stellen? :hilfe:
Matthias
@JürgenHugo: Also ich hab deinen Kommentar bekommen. Weiß gerade nicht, was du meinst. Muss das gleich mal testen…
JürgenHugo
Hab ich inzwischen auch bemerkt – nur die Meldung hat mich verwirrt! Mea culpa – aber nur halb :winken: halb is die Meldung schuld…
Matthias
@JürgenHugo: Ja, das habe ich auch gerade festgestellt. Ist durchaus etwas verwirrend.
StoiBär
Es ist Krieg und da geht es eben so zu. Dass wir da nichts zu suchen haben, ist eine andere Sache. aber da wir nunmal in einen Krieg verwickelt sind, muss man auch mit den Konsequenzen leben.
Horst
@StoiBär: So einfach ist das. Man muss wissen, was man will. Blöd nur, dass so viele Deutsche genau das Gegenteil von dem wollen, was die Regierung tut.