Die Überschrift soll nicht missverstanden werden. Ich finde es fragwürdig, dass wir diesen Krieg führen. Längst bin ich überzeugt davon, dass er nicht zu gewinnen ist. Auch wenn es in den Augen einiger Politiker nicht zu verantworten wäre, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen, am Ende wird uns gar nichts anderes übrig bleiben. Diesen Krieg verlieren wir und unsere Verbündeten.
Im Skandalisieren von Vorgängen wir, diejenigen, die keine Verantwortung zu tragen haben, jedenfalls ganz groß – vor allem unsere Medien. Die Bevölkerung mag über Politiker schlecht reden aber Sätze wie die Folgenden sind dort nach meinem Eindruck weniger verbreitet, als dort:
- Dass er in seinem Amt überfordert wirkt, ist ein offenes Geheimnis in Berlin.
Quelle: Falscher Mann, falsche Worte – Kölner Stadt-Anzeiger | Link
- Und die spotteten nach der Heimkehr recht kräftig: „Zu Weihnachten schenken wir ihm ein paar neue Vokabeln.“
Quelle: Falscher Mann, falsche Worte – Kölner Stadt-Anzeiger | Link
- Es gab mal einen F.A.Z.-Korrespondenten, der über Jung und seinen in Eltville lebenden Bruder gerne schrieb: „Der Klügere von beiden ist Winzer geworden.“
Quelle: Falscher Mann, falsche Worte – Kölner Stadt-Anzeiger | Link
- Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat nach dem fatalen Bombardierungsbefehl auf den gestrandeten Tankwagen, bei dem sich Zivilisten gerade gratis mit Benzin bedienen wollten, alles, aber wirklich alles falsch gemacht. Er hat viel zu lange gegen alle Evidenzen behauptet, nur Aufständische wären getötet worden. Er hat gemauert und vernebelt. Er hat von „Aufklärung“ geredet, und gleich dazu gesagt, das Ziel der Aufklärung muss sein, zu zeigen, dass nur Aufständische getötet wurden.
Quelle: Wahlblog’09 | Herr Minister Jung, treten Sie ab! | Link
Dabei weiß eigentlich jeder, was von den “Informationen” aus Afghanistan zu halten ist:
Nach der Präsidentenwahl in Afghanistan wird Amtsinhaber Karsai “Wahlbetrug im großen Stil” vorgeworfen.
Quelle: Afghanistan – USA drängen Karsai zu Wahlüberprüfung – Politik – sueddeutsche.de | Link
Bevor man auf den Verteidigungsminister einprügelt, könnte man z.B. auch einmal darüber nachdenken, ob man nicht wirklich erst einmal abwartet, wie die Dinge in Afghanistan wirklich abgelaufen sind. Nicht jeder Quelle sollte man vertrauen und dann gleich verbal auf einen Mann eindreschen, der als Mensch sicher auch lieber etwas anderes tun würde, als die Verantwortung für etwas zu übernehmen, das er nicht einmal offiziell Krieg nennen darf.
Für mich ist diese Kampagne, von der man in meinen Augen bereits (wieder) sprechen kann, ein Ausweis dafür, wie sehr unsere Umgangsformen gelitten haben. Es gibt einfach keinen Respekt mehr – im privaten Bereich vielleicht, im öffentlichen Raum jedenfalls nicht mehr.












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