Dass dort auch unschuldige Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen, kann der Soldat nicht glauben. “Das nächste Dorf liegt kilometerweit entfernt, was haben Zivilisten nachts auf einer Sandbank im Fluss zu suchen”, gibt Jörg K. zu bedenken. “Die, die dort umgekommen sind, waren keine Schäfchen.”
Der Feldwebel erzählt von “Teilzeit-Insurgents” und “50-Dollar-Taliban”, Zivilisten, die sich für wenig Geld anheuern lassen, um den Taliban zu helfen. Dass die Taliban den Treibstoff aus den Tankwagen an die Bevölkerung der umliegenden Dörfer habe verschenken wollen, hält er für “Blödsinn”. “Die Taliban spielen doch nicht nachts um halb drei Robin Hood”, sagt Jörg K. Seine Stimme wird lauter. Sonst schildert er seine Eindrücke nüchtern und konzentriert.
Quelle: Bundeswehr in Kunduz: “Das war ein sauberer Treffer” – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik | Link
Offenbar sind die Ungereimtheiten mit den toten Zivilisten auch unseren Soldaten in Afghanistan ein Rätsel. Es ist noch immer vieles unklar. Und das wird wohl noch einige Wochen dauern. Solange wird es Berichten zufolge nämlich noch dauern, bis die von der Nato eingeleiteten Untersuchen abgeschlossen sein sollen.
Aber wir fordern auf jeden Fall schon mal den Rücktritt des Bundesverteidigungsministers. Kann ja nicht schaden.
Sehnsucht nach einem deutschen Obama
Endlich, hab ich gedacht
200.000 Deutsche krochen vor Obama








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In Einem muss ich allerdings widersprechen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Zivilisten dort Sprit abzapfen wollten, resp. dass die Taliban diesen verschenken wollten. Das hat allerdings Nichts mit Altruismus oder Robin Hood zu tun. Der Tanklastzug war schlicht im Flussbett stecken geblieben und muste erleichtert werden. Und wenn die Taliban auf diese Weise sozusagen nebenbei noch Werbegeschenke austeilen konnten…
So kann es natürlich gewesen sein. Aber das werden wir wohl erst nach Abschluss der Untersuchen erfahren, wenn überhaupt.
Schwieriges Thema. Was man auch macht, man macht’s verkehrt. Was, wenn nichts unternommen worden wäre und danach mit den Tankzügen Anschläge verursacht worden wären? Aufschrei! Warum wurde nichts unternommen?
Heutige Kritik: Warum wurden keine Fußtruppen geschickt? Warum ein Luftangriff? Hätte mich auch dafür entschieden. Wer erst in einer Taschenkarte nachlesen muss, ob und wie er handeln darf hat keine andere Möglichkeit. Ich möchte kein deutscher Soldat im Ausland sein, in Afghanistan sein, der bei jeder Aktion befürchten muss vor Gericht zu landen. Und das in einer Kriegssituation, wo es um Leib und Leben geht. Das ist absurd! -Die Bundesregierung/der Verteidigungsminister muss eine Entscheidung treffen. Entweder unsere “Verteidigungsarmee!!!” mischt da mit mit allen Konsequenzen und Möglichkeiten, wie unsere “Verbündeten” oder sie gehört heimgeholt. Denn eine Aufbau- und Hilfsmission macht unter den gegebenen Umständen keinen Sinn.
Bedauerlich finde ich, dass Politiker der Opposition wie es scheint fast beliebig alles in Frage stellen. Kein Wunder, denn sie wissen, dass über 60% der Deutschen gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan sind. Da tut man sich mit Kritik natürlich sehr leicht.
Ich bin heil froh, dass ich kein Soldat geworden bin und auch niemand in meiner Familie oder im Freundeskreis. Eben noch habe ich gehört, dass der Oberst vielleicht mit einer Anklage rechnen muss, weil sein angeblicher Befehl zur Bombardierung nicht sachgerecht gewesen ist. Am Ende entscheiden also selbst im Krieg die Juristen? Schon komisch.
Nun ja, dass auch ein Oberst nicht einfach tun und lassen kann, was er will, sollte schon klar sein. Insofern könnte eine juristische Überprüfung sinnvoll sein. Allerdings befürchte ich, dass hierbei weniger das Recht eine Rolle spielt, als vielmehr die Politik. Und das wäre dann wirklich schlimm.
Ich denke auch, dass es um Politik geht. Die Amis freuen sich bestimmt zumindest heimlich darüber, dass dieser Fehler, so er einer war, einem Deutschen passiert ist. Schließlich haben wir gerade die Amerikaner oft genug für ihre Bombardements kritisiert.
Ich glaube das wirklich schlimme ist: Das Politik, heute viel zu sehr durch Medien gelenkt wird. So wird dieser Oberst bestimmt nicht daran interessiert gewesen sein, irgendwelche Tote zu provozieren, als viel mehr Schaden zu begrenzen. In jener Nacht war diesen Entscheidung bestimmt nicht leicht. Klar lässt sich heute einfach spekulieren. Aber wenn irgendwelche Folgen entstanden wären, wären diese doch schnell wieder auf Untätigkeit zurück gegangen. Ich denke nicht das irgendwer in der Lage ist, dies zu beurteilen. Nur die wenigstens würden in dem Wissen, einer solchen Verantwortung, wirklich nach Afghanistan gehen, und die meisten hätten wahrscheinlich nicht gehandelt. Ob das dann besser ist, weiss keiner. Aber ich bin der Meinung, wer sich diesem stellt, sollte nicht danach bestraft werden. Und jeder der Verurteilt, sollte erstmal dafür bereit sein, wie dieser Oberst, diese Verantwortung zu übernehmen.
Ich verstehe auch nicht die Diskussionen über einen Rücktritt des Verteidungsministers, da, als der Entschluss fest stand, dort zu helfen, alles was danach kam erst mal unwichtig war. So leiten die heutigen Minister etwas was sie so vielleicht nie entsprachen. Aber was trotzdem weitergedacht werden sollte. Oder wohin soll es führen: Würden die Deutschen so wie die Holländer abziehen. Ich hoffe doch wirklich das es Leute gibt die weiter denken. Nicht einmal 1% der dort lebenden Menschen denkt so wie es gerne veranschaulicht wird.