Zivilcourage wird von Teilen dieser Gesellschaft mit dem Tod bestraft

September 13, 2009 10 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 143 x aufgerufen.
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Zivilcourage wird von Teilen dieser Gesellschaft mit dem Tod bestraft

Foto von RS @ Pixelio.de

In München ist es wieder passiert. Zwei jugendliche Gewalttäter haben einen 50jährigen Mann tot geschlagen und getreten. Dabei wollte dieser sich schützend vor ein paar andere Jugendliche stellen. Die Angreifer suchten sich sodann ein neues Opfer und töteten den mutigen Helfer.

Wer erzählt, dass solche -auch indirekten Erfahrungen- ihn nicht davon abhalten, in gewalttätigen Konflikten dazwischen zu gehen, ist für mich entweder ein Held oder ein Lügner!

Was wird eine harte Strafe wohl ausrichten können? Beide Täter sollen, so die Staatsanwaltschaft, wegen Mordes angeklagt werden. Es werden ihnen niedere Beweggründe unterstellt.

Wir werden dieser Art von gewalttätiger Eskalation, die von Jugendlichen ausgeht, nicht mehr Herr. Daran sind wir alle schuld, nicht irgendwelche fehlenden Sozialarbeiter oder schlechten Lehrer.

Wer hat versagt? Früher gab es diese spezielle Gewalt jedenfalls nicht in dieser Häufung. Ja, früher war der Schnee eben weißer als heute, und ich weiß natürlich, dass sich das doof anhört, wenn man so etwas schreibt.

Für mich sind es insbesondere die Familien der Täter, die versagt haben. Ich will diese Menschen nicht mit der Verantwortung für diese Morde konfrontieren. So meine ich es nicht. Und trotzdem ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung junger Menschen. Und da muss etwas gründliche daneben gegangen sein.

Zitat:

Die beiden vorbestraften Beschuldigten konnten noch auf dem S-Bahnhof gefasst werden. Beide machten bei ihren Vernehmungen keine Angaben zur Tat.

Quelle: Zu Tode getreten: 50-Jähriger wollte Streit schlichten « DiePresse.com | Link

Foto von RS @ Pixelio.de

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10 Kommentare

  1. Andreas 13. September 2009 at 20:38 -

    Im wesentlichen stimme ich Dir zu, was die Verantwortung der Familien/Eltern angeht. Allerdings wehte  auch bei den Lehrern früher ein anderer Wind. Und damit meine ich nicht, dass es wieder mit dem Rohrstock zugehen soll, aber “früher” als ich zur Schule ging, da haben wir bis zu einem gewissen Grad durchaus noch den Lehrer als “Respektsperson” gesehen und diese haben sich auch so benommen.
    Da sind wir dann allerdings auch wieder bei den Eltern, die den Lehrer heute wahrscheinlich auf’s Dach steigen, wenn diese Jan-Luca und Jennifer-Florentine mal den Marsch blasen.

  2. nastorseriessix 13. September 2009 at 21:10 -

    Die Jugendlichen von Heute haben einfach keinen Respekt mehr von anderen und meist auch nicht vor sich selber. Respektlos allem gegenüber, so sieht es aus, die Wurzel des Übel!

  3. Andreas 13. September 2009 at 22:18 -

    Aber die Respektlosigkeit fällt auch nicht vom Himmel.

  4. nastorseriessix 13. September 2009 at 22:22 -

    Ich würde solche Typen windelweich prügeln, jeden Tag aufs neue. So lange bis sie nicht mehr im Stande sind irgendwas zu machen.
    Wer einen anderen Menschen tötet, was die aus niederen Gründen gemacht haben, sollte seines Lebens nicht mehr froh werden.

  5. Andreas 13. September 2009 at 22:25 -

    Ich will da niemanden in Schutz nehmen und ich bin der erste der abwertende Handbewegungen macht, wenn “die schwere Jugend” strafmindernd ins Spiel gebracht wird, aber: von wem kennen die wohl das prügeln und schlagen.
    Ich halte genau das eben nicht für die Lösung. Segeltörn in der Adria auch nicht – Haft ist schon richtig. Meinetwegen lang, richtig lang. Aber “Auge um Auge” ist nicht meins.

  6. nastorseriessix 13. September 2009 at 22:38 -

    Bei diesen so genannten Wiederholungstätern ist es das!

  7. blogZicke 14. September 2009 at 07:48 -

    auf jeden Fall sollte man die Polizei rufen, wenn man so eine Situation sieht, selber alleine eingreifen, sollte man wohl besser nicht.
     
     

  8. Andreas 14. September 2009 at 17:04 -

    Genau das – die Polizei gerufen – hat der Mann ja getan. Weiter nichts. Und dann wollte er mit den Kindern aus der Gefahrenzone gehen, sprich: er wollte fliehen und die Burschen in Ruhe lassen.
    Die sind ihm dann gefolgt und haben ihn schlußendlich getötet. Und das Problem – insofern widerspreche ich Horst – ist nach den aktuellen Presseberichten, dass da sehr wohl weitere Personen zugegen waren. Da ist man kein Held, wenn man hingeht, wo jemand am Boden liegend getreten wird. Ich habe genau das schon gemacht – wenn auch vor Jahren. Und würde es auch jetzt immer noch so machen.
    Polizei rufen und/oder andere Leute direkt ansprechen und beauftragen, somit persönlichen Kontakt aufbauen und dann – natürlich – dazwischen gehen, wenn jemand anderes gerade verprügelt wird. Da lüge ich nicht und ein Held bin ich auch nicht.
    Ich behaupte, wer sagt, dass man dann ein Held ist, der trägt dazu bei, dass genau solche Dinge immer wieder passieren. Weil nämlich viele Leute das wirklich glauben und weggehen, wegsehen und geschehen lassen. Was machen wohl zwei 18jährige Prügler, wenn plötzlich 10 Erwachsene kommen und “mal halblang” ansagen?
    Das soetwas nachts in einer Bahnunterführung anders aussieht, ist mir auch klar. Aber wo andere Leute sind, ist *das* die einzige Möglichkeit schnell zu helfen – und vor allen Dingen sinnvoll zu helfen.
    Been there, done that.

  9. nastorseriessix 14. September 2009 at 20:36 -

    Da der Zusammenhalt in der Deutschen Gesellschaft fehlt, ist sowas ein schwieriges Unterfangen würde ich sagen, obwohl der Ansatz gut ist!

  10. Horst 14. September 2009 at 20:53 -

    @Andreas: Die Frage ist, wie man Menschen dazu bringen kann, sich in dem Sinne solidarisch zu verhalten. Wenn das gelänge, wäre der Effekt so, wie du ihn beschrieben hast. Aber genau das wird nicht geschehen. Jedenfalls nicht unter den gegenwärtigen Bedingungen. Leider.