Soziale Netzwerke fördern wahrscheinlich auch die Offenheit. Und vielleicht sind insbesondere Blogger auch mitteilsamer als andere Menschen. Manchmal glaube ich das von mir. Allerdings kann das Bloggen oder Twittern natürlich die persönliche Kommunikation nie und nimmer ersetzen.
Wie man nicht seit heute weiß, können falsches bzw. leichtsinniges Verhalten im Web sogar die Existenz gefährden. Klaus Eck hat zu diesem Thema das Buch “Karrierefall Internet” herausgegeben. Es wurde viel beachtet. Es gibt allerdings wohl immer noch viele Menschen, zu denen ich übrigens auch zähle, die bisher zum Lesen noch nicht gekommen sind (ähh.)
Dennoch wird den meisten wohl so etwas nicht passieren:
Zitat:
So fand es ein Mitarbeiter der Fastfoodkette Burgerking witzig, in der Küchenspüle des Restaurants zu baden und die Bilder bei Myspace.com einzustellen. Der Arbeitgeber bekam Wind davon und schmiss ihn raus
Wenn Mitarbeiter zu mitteilsam sind – Unternehmen – Management – Strategie – Handelsblatt.com [Link]
Das ist schon ein sehr spezielles oder sagen wir außergewöhnliches Beispiel. Auf solche Ideen kommt schließlich nicht jeder. Aber der verlinkte Handelsblatt-Artikel ist schon sehr interessant. Übrigens auch deshalb, weil der darin mehrfach zitierte Kommunikationschef des Versandhauses Otto, Thomas Voigt, eine schöne Strategie formuliert hat. Er redet nämlich nicht von irgendwelchen Repressalien, die ich ehrlich gesagt als möglichen Lösungsansatz eher erwartet hatte, sondern er sagt:
Wir brauchen eine andere Ehrlichkeit
…
Man muss aushalten können, dass es nicht nur eine Meinung, sondern ein Konglomerat von Stimmen gibt.
Voigt ist der Meinung, dass man “den Kontrollverlust freudig managen” soll. Das ist ein sympathischer Ansatz, weil er zeigt, dass er keine vorgefasste Lösung für den Umgang mit Sozialen Netzwerken, oder besser gesagt mit deren Ausprägungen, parat hat. Und genau diese Offenheit ist es, die wir brauchen, um alle miteinander diese Dinge zu lernen und am Ende aus diesem Prozess ein Stück klüger herauszukommen.
Mit meiner Überschrift habe ich übrigens beide Seiten gemeint. Die Unternehmen brauchen schon den Mut, das zu tun, was Voigt da von leichter Hand formuliert und sie brauchen Vertrauen zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Nutzer der sozialen Netzwerke sollten sich aufgrund der vielfältigen Warnhinweise nicht “einschüchtern” lassen, sondern durchaus ausprobieren, was geht. Ich finde, man brauch auch im virtuellen Raum (vielleicht nicht nur in Deutschland) auch eine Portion Zivilcourage. Schließlich – und davon können Blogger ein Lied singen – kann man auch flott mal abgemahnt werden oder im Betrieb Ärger wegen ein paar flotter Zeilen kriegen.
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