Ein Segen, dass es den Kapitalismus gibt

Oktober 1, 2009 5 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 51 x aufgerufen.
Beitrag versenden | Beitrag drucken

Als Kabarettist gefällt Vince Ebert mir gut, als Gastautor bei der “Achse des Guten” weniger.

Die Ironie an der Geschichte ist: Während der intellektuelle Weltverbesserer einen Baum gerettet hat, der drei Monate später gerodet wurde, und außerdem ein paar Bauern und Walfängern gehörig auf den Geist gegangen ist, hat das Arschloch im Designeranzug der Gesellschaft 150.000 Euro Steuern für Schulen, Straßen und Kultureinrichtungen eingebracht. Von den unterschlagenen 200.000 Euro kauft er Autos, Schmuck und teures Essen, bezahlt seine Putzfrau, seinen Golflehrer und seinen Koksdealer. Der engagierte Gerechtigkeitsfanatiker kostet nur, der entfesselte Turbokapitalist gibt – ohne dass er das will – der Gesellschaft etwas zurück.

Die Achse des Guten: Ein Hoch auf den Kapitalismus [Link]

Mit derart simplen Geschichten erklären uns die Verfechter des Kapitalismus die Welt.

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

5 Kommentare

  1. somlu 2. Oktober 2009 at 15:58 -

    Lass mich mal nachdenken, der Turbokapitalist zeichnet sich, ausgelöst durch seine turbokapitalistischen Tätigkeiten, veranwortlich für die Rodung weiterer Hektar Regenwaldes, der Steigung der Hungertodrate bei Kindern weltweit… usw. usf.
    Die Folgekosten des Handlens des Turbokapitalisten fehlen in der obigen Rechnung, während die des “interlektuellen Weltverbesseres” sehr wohl in die Rechnung eingingen. Schon eine ziemlich einseitig Betrachtungsweise….

  2. Horst 2. Oktober 2009 at 17:12 -

    Mich ärgert es vor allem, weil diese Stereotypen ständig wiederholt werden. Es hängt mir am Halse raus. Und es stimmt einfach nicht, weil so getan wird, als zähle nichts anderes, als -egal wie- erstmal die Kassen zu füllen, damit man überhaupt was zu verteilen hat. Darf man sich mit idealistischen oder moralischen Überlegungen solchen Themenstellungen überhaupt noch annähern?

  3. somlu 4. Oktober 2009 at 08:39 -

    Guten Morgen Horst,

    klar, darf ich, werde ich ich auch weiterhin. Noch “dürfen” wir ja unterschiedliche Meinungen haben. Leute, die solchen Kram absondern, nehme ich schon lange nicht mehr ernst. Gerade in dem Zitat wird deren einseitige Sichtweise so überdeutlich. Wer mir erzählen will, dass wirtschaftliches Handeln keine Kosten nach sich zieht, die von der Allgemeinheit getragen werden muss, ist im besten Fall uninformiert im schlimmsten Manipulativ.

    Ich empfehle an dieser Stelle immer gerne den Film “The Corporation”.

  4. somlu 4. Oktober 2009 at 08:41 -

    Nachtrag: Allein die Gesamtkosten des erwähnten Designeranzuges dürften die erwähnte Abgabemenge bei weitem übersteigen.

  5. Horst 4. Oktober 2009 at 10:01 -

    @Somlu: Genau! Dieser Diskurs wird sich im kommenden Jahr verstärken. Ich bin ich dessen sicher (leider).

    http://video.google.com/videoplay?docid=-2298956844085564164#