Ein Bild des Jammers. Der Spitzenbeamte Spitzenkandidat der SPD in Thüringen (Matschies ist der Name) hat scheinbar Angst vor der eigenen Courage bekommen und steigt (sicherheitshalber) mit der CDU ins Koalitionsbett. Frau Ypsilanti glaubt die Partei so am Boden, dass sie ernsthaft das Ansinnen stellt, in den neuen Parteivorstand einziehen zu sollen.
Man muss wohl feststellen, dass der Tiefpunkt der Partei noch nicht erreicht ist.
Ich wende mich aber trotzdem den anderen zu. Denen, die der SPD so häufig unterstellen, sie verfolge ideologische Ziele. Ein Wort wie idealistisch kommt nicht vor, denn man glaubt (vermutlich nicht zu unrecht), der Begriff “ideologisch” würde die Menschen abstoßen. Deshalb wird die Haltung der SPD zur Atomkraft als ideologisch charakterisiert. Was heißt versuchen? Sie habens es mit Bravour geschafft!
Offenbar ist die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes ausdrücklich dafür, dass es keinen Mindestlohn aber dafür weiter laufende Atommeiler in dieser Republik geben soll. Letztes, damit die Energiegroßkonzerne aus ihren zum Teil abgeschriebenen Anlagen noch richtig “Kohle” herausholen können. Wirtschaftspolitik nennen die anderen das.
Beim politischen Gegner wirkt es rechthaberisch, ja abstoßend, wenn mit offensichtlich idealistischen (FDP-sprech: ideologischen) Motiven argumentiert wird. Das kann ich persönlich jedenfalls besser ertragen, als die Versprechungen der anderen. Sie geben vor, das Wohl der Bürger im Auge zu haben, in Wahrheit sind es jedoch nur die Interessen ihrer Klientel, die sie so vehement verfolgen.
Deshalb ist mir diese kaputte SPD immer noch lieber. In den nächsten Monaten wird zu Tage treten, dass außerhalb des abgelösten Führungspersonals sehr lebendige und diskussionsfreudige Menschen aktiv sind, die nur darauf warten, die Positionen zu besetzen, die ihre Vorturner in der Partei teilweise so schmählich preisgegeben haben.












Dass die SPD eine Basis hat, die mit der “Führung” wenig zu tun hat, ist vielleicht das Einzige, das die SPD noch vor dem endgültigen Aus retten kann.
So will ich das auch sehen. Die Frage ist, ob sich die Parteibasis die Partei zurückerobern kann. Mit Gabriel wird das wohl nix.
Gabriel ist nicht Basis
Nee, zum Glück ist er das nicht.
Organisier doch was. Ein SPD-Vasis-Wiki. Oder Sowas.