Obama und der Friedensnobelpreis

Als Obama-Fan sollte ich mich über die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn freuen. Er selbst fand in einer Stellungnahme, dass er ihn nicht verdiene. Ich denke, er hat recht.

Das Komitee in Stockholm hat mit der Preisverleihung an Obama weder dem Präsidenten, noch dem Ruf des Nobelpreises einen Dienst erwiesen. Die Preisverleihung kommt zu früh und folgte in der Wahrnehmung vieler Menschen im schlimmsten Fall jenen populistischen Intentionen, wie die Völker der Welt dies von “der Politik” zur Genüge kennen und auch ein bisschen verachten.

Ich war begeistert davon, wie Obama, obwohl er noch keine nennenswerten politischen Erfolge vorweisen konnte, das politische Klima verändert hat. Die Atmosphäre zwischen den USA und Deutschland hat sich seit seinem Amtsantritt in meiner Wahrnehmung sehr verbessert. Sein Vorstoß, die atomare Abrüstung wiederzubeleben, war beachtenswert. Nur – rechtfertigt das einen Friedensnobelpreis? Was ist zum Beispiel mit dem Nahen Osten und mit den Kriegen in Afghanistan und dem Irak? Wie steht es mit Guantanamo?

Inwieweit die teils umstrittenen Maßnahmen seiner Administration im Kampf gegen die Folgen der Wirtschaftskrise wirklich etwas Positives bewirken, bleibt auch noch abzuwarten. Die Reformation des us-amerikanischen Gesundheitswesen kommt auch nicht voran. Der Preis konnte kontraproduktiv wirken, weil seine Verleihung an Obama nicht wirklich gut begründet werden kann.

Andererseits: Allein für diesen abgewichsten Kommentar hätte es sich gelohnt, gegen die allgemeine Kritik an der Verleihung zu sein:

Eine Schande dass so ein sozialistischer Schönwetterpräsident einen Friedensnobelpreis bekommt. Wirklich erbärmlich wie die linksgrün-gutmenschelnden Norweger immer wieder versuchen sich in die amerikanische Politik einzumischen.

Quelle: B.L.O.G. – Bissige Liberale ohne Gnade » Southpark? Nein, Oslo. | Link

Kommentare

  1. blogZicke meint:

    Ich finde, er hätte den Preis ablehnen sollen, er ist erst zu kurz im Amt und hatte bisher nur Visionen.

    Was macht er jetzt als Friedensengel mit dem Iran und Nordkorea? Zumindest darf er jetzt wohl nirgendwo mehr einmarschieren, was dann für ihn wohl eher eine Einschränkung sein könnte ;-)

  2. Horst Schulte meint:

    Auf die Idee, dass er ihn mit einer solchen Begründung hätte ablehnen können, bin ich noch gar nicht gekommen. Das wäre vielleicht auch ein einzigartiger Vorgang, der nicht unbedingt so gut angekommen wäre. Ich meine nicht in Stockholm. Das wäre ja nicht weiter schlimm aber sicher bei den vielen Leuten, die ihre ganze Hoffnung auf ihn gesetzt haben. Er hätte aber vielleicht verzichten können mit so einfachen Worten wie: Ich bin noch nicht lange genug im Amt und habe während meiner Amtszeit noch zu wenig von dem umgesetzt, was ich den Menschen versprochen habe.