Frage des Tages

Gelegentlich frage ich mich auch, ob ein Rassist “seine” Wahrheit überhaupt aussprechen  darf. Macht man sich in unserer ach so liberalen Gesellschaft durch diesen Gedanken nicht schon verdächtig, ein Rassist zu sein?

Ich fürchte, dass wir immer weniger bereit sind, anderen Menschen zu glauben. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir schon vor noch längerer Zeit damit aufgehört haben, uns gegenseitig richtig zuzuhören.

Kommentare

  1. plerzelwupp meint:

    Es ist reine Definitionssache. Ist denn ein “Rassist”, der “seine” Wahrheit nicht ausspricht überhaupt ein Rassist?
    Von “aussprechen dürfen”, im Zusammenhang mit Rassismus, ist so eine Sache: Schließlich gibt es auch so etwas wie Ethik, Moral, gesellschaftliches Miteinander und eine Verfassung (Grundgesetz).
    Was steht denn höher? Das Recht auf freie Meinungsäußerung oder das Recht der Gleichberechtigung? Jedenfalls dürfen sich die Grundrechte nicht schneiden.

  2. Horst meint:

    Die aktuelle Debatte um die Sarrazin-Äußerungen zeigt, wie schwierig es in Deutschland ist, gewisse Wahrheiten auszusprechen. Inzwischen hat sich die aufgeladene Stimmung wieder etwas gelegt und man beginnt im Moment damit, die Aspekte einer gescheiterten Integrationspolitik zumindest in der Diskussion aufzuarbeiten. Gesellschaftlich ist damit allerdings immer noch überhaupt nichts erreicht. Es wird immer über die Stärkung der Bildungschancen für Migrantenkinder gesprochen. Da werden die meisten Leute in Deutschland dieser Meinung sein. Nur hat sich in dieser Hinsicht immer noch nicht viel geändert. Stattdessen verstärkt sich der Trend gerade bei den jungen Migranten, sich von dieser Gesellschaft abzuspalten. Das äußert sich auch in der zunehmenden Gewalt und in der generellen Ablehnung dieser Gesellschaft. Das kann man verstehen, aber man muss unbedingt Akzente dagegen setzen. Dazu ist es zunächst einmal notwendig, den Diskussionsprozess zu entwickeln und nicht jede Meinungsäußerung gleich mit Rechtsaußen-Parolen gleichzusetzen.

  3. plerzelwupp meint:

    Jetzt könnte ich ganz plump sagen: Warum sagst Du es nicht gleich so?
    Mit dem Kommentar stimme ich überein. ;-)

    Der knapp gefasste Artikel hingegen, könnte auch etwas missverständlich sein.