Einsamer Nachmittag

Dank der in diesem Lande eingezogenen Liberalisierung durfte ich heute Nachmittag (mal wieder) auf meine Frau verzichten. Sie musste arbeiten.

Da habe ich mich vor unseren neuen Fernseher geschwungen und mir einen alten Spielfilm angesehen. “Wenn der Vater mit dem Sohne” mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. Der Film ist fast so alt wie ich. 1955 wurde er gedreht. Sehr rührselig aber doch irgendwie nett gemacht.

Immerhin hat der Film von meiner TV-Zeitung (TV Hören und Sehen) drei Sterne bekommen. Die TV-Today als etwas moderne Ausgabe einer TV-Zeitung gibt 2 Sterne und den hämischen Kommentar “Heinz Rühmann singt "La-le-lu", das gerührte Publikum zückt die Taschentücher.” Allerdings meinte auch dieser Redakteur versöhnlich: “Sentimental, aber charmant und liebevoll.”

Tja, so was wird heute nicht mehr gedreht. Da sach ich mal: Gott sei Dank. Nee, Quatsch! Ich war selbst ein bisschen gerührt. Aber das ist bei mir auch leicht. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich meinen Onkel früher, vor 30-35 Jahren :) ausgelacht habe, wenn er sich beim Festtags-Sissi mal ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischte. Auch in dieser Beziehung ändern sich die Zeiten.

Kommentare

  1. Andreas meint:

    Bei Filmen darf man(n) weinen. Da bin ich auch immer schnell dabei. Da reichen sogar Videos vom Einzug in eine Kirche oder eine Sandanimation auf Youtube für feuchte Augenwinkel! Insofern: sowas wird heute auch noch gedreht, nur anders ;-)

  2. Horst meint:

    Ganz wunderbar Andreas! Vielen Dank für diese Video-Links.