Straßburg hat entschieden, dass Kreuze in Klassenzimmern gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Das ist ein Gedanke, mit dem ich mich so ohne weiteres nicht anfreunden kann und will!
Mir war es immer egal, ob muslimische Lehrerinnen in der Schule Kopftuch tragen. Auch sonst können Frauen, die das aus Glaubengründen tun, das von mir aus so halten. Jetzt haben wir den Salat. Angeblich sind christliche Kreuze nicht mit der europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vereinbar.
Die Kreuze nähmen den Eltern zunehmend die Freiheit, ihre Kinder nach ihren philosophischen Überzeugungen zu erziehen.
Quelle: Kruzifix-Urteil : Kreuze in Klassenzimmern verletzen Religionsfreiheit | Gesellschaft | ZEIT ONLINE | Link
Mir fällt zu solchen Feststellungen ehrlich gesagt nichts mehr ein. Das kann doch nur in einer weiteren Verschärfung ohnehin bereits gegensätzlichen Positionen enden. Die Richter befanden bei ihrer Entscheidung, dass die Freiheit, keiner Religion anzugehören, einen besonderen Schutz brauche.
Ich kann nur für mich feststellen, dass ich tief empört bin über diese Entscheidung! Von mir aus können die Typen, die uns erzählen wollen, wie Europa zu funktionieren hat, entscheiden, welchen Krümmungsgrad (oder wie das heißt) eine Gurke haben soll. Von solch elementaren Gegenständen unserer Kultur, wie es das christliche Kreuz darstellt, sollen sie jedenfalls ihre Bürokratenfinger lassen.
Die Straßburger Richter haben sich an unserer europäischen Kultur vergriffen. Das muss ihnen klar gemacht werden!
Gesellschaft BürokratenChristentumEUKreuzKultur
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Eine sehr schöne Entscheidung die da gefällt wurde von Straßburg.
Als Atheist, also so zu sagen “Ungläubiger” unter all den Gläubigen Menschen dieses Planeten, muss ich sagen das diese Entscheidung so gesehen schon lange überfällig war.
Ich als Atheist soll immer Toleranz haben für den “Glauben” aber mir gegenüber hat der “Glauben” bisher keinerlei Toleranz gehabt. Von daher muss das mal endlich festgelegt werden, das die Kinder in den Schulen sich ohne den Einfluss von Religion entwickeln können und somit ihre eigene Urteile über Religion sich bilden können.
Ich kann mich da nur LexX Noel anschließen: ein begrüßenswertes Urteil – und lange fällig.
Außerdem mache ich da noch einen Unterschied zwischen permanent aufgehängten Kreuzen und der muslimischen Lehrerin, die eben nicht ständig gegenwärtig ist und bei der im übrigen auch deutlich erkennbar ist, dass es *ihr* Kopftuch ist. Ein aufgehängtes Kreuz zeigt aber ganz deutlich, dass es für die *ganze* Schule gilt. Das sind unterschiedliche Wertigkeiten.
Und ja, das können Kinder durchaus unterscheiden. Ich bin sehr überzeugt davon, dass es soetwas wie Gott nicht gibt und dass Religion (nicht Glauben!) die Wurzel allen Übels ist, meine Frau sieht das ca. 180° anders. Ich kann nicht sagen, dass unser Sohn zerrissen wirkt. Ich glaube halt das und Mama was anderes. Wenn nun eine Muslimin ihr Kopftuch trägt, ist das ihre Sache, hängt aber dauerhaft ein Kreuz im Klassenraum, hat das einen anderen Stellenwert!
Mein Vater argumentiert in solchen Situationen ebenfalls mit der “Kultur” – nun, die hat sich im Laufe der Jahrhunderte beständig geändert.
Mich hat nie ein Kreuz in der Schule oder in anderen öffentlichen Gebäuden drangsaliert oder bedroht oder zu irgendwas genötigt. Ich bin auch nicht erzkatholisch, sondern bezeichne mich nur einfach als christlich erzogenen Menschen. Damit kann ich was anfangen. Das Christentum steht für Gutes, für den Geist Jesu.
Viele Menschen wissen hoffentlich, wofür das Kreuz steht. Für die katholische Kirche allein steht es jedenfalls nicht. An ihr kann man wirklich viel Kritik üben.
Aber das Kreuz steht für christliche Grundwerte und Überzeugungen. Scheinbar sind die heute nicht mehr konsensfähig. So verstehe ich jedenfalls Leute, die vorgeben Atheisten zu sein, dabei aber oft nur ein paar Steuergroschen einsparen wollen. Oft kann man ihnen nicht einmal diese einfache, ehrliche Aussage entlocken.
Damit meine ich nicht euch beide, weil ich es euch eure Sicht auch aufgrund der Diskussionen hier im Blog abnehme.
Ja, Andreas. Dein Vater hat vielleicht eine ähnliche Sichtweise wie ich. Für mich gehört natürlich der Glaube als elementarer Bestandteil zu unserer Kultur. Dass diese sich geändert hat, kann ich nicht bestreiten. Ich finde nur, sie hat sich nicht zum Guten, sondern zum Schlechten verändert. Einen Gegenpol könnte der christliche Glaube bilden. Aber er kommt unter die Räder.
Noch ein Wort zu meinem Blick auf die Kochtuchdebatte. Die Entscheidung der Straßburger Richter stärkt gerade auch die Haltung strenggläubiger Muslime, in Deutschland für den Islam breiteren Raum und mehr Einfluss fordern. Die Entscheidung reflektierte zwar nicht auf diese Zusammenhänge, schließt dies politisch aber schon mit ein. Dagegen wende ich mich strikt. Der Islam bringt für Andersgläubige wenig, sehr wenig, Toleranz auf. Vielfach verachten Muslime Menschen anderen Glaubens. Gerade solche radikalen Positionen haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass -jedenfalls in Deutschland- der christlichen Kultur absoluter Vorrang eingeräumt werden sollte. Jeder soll seine Religion ausüben, solange dies nicht dazu führt, dass ein anderer sich beeinträchtigt fühlt. Da schließt sich der Kreis. Denn natürlich hat das auch für Menschen zu gelten, die keinem Glauben oder keiner Religion angehören. Formal, nur formal, kann ich das nachvollziehen. Ich fürchte aber, dass wir durch die Entscheidung, die ja auch für andere EU-Länder gilt, mehr verlieren werden, als ein paar Kreuze in Klassenzimmern, Behörden oder Krankenhäusern.
Glaube sowie Religion hat im eigentlichen Sinne aber nichts mit Kultur zutun, meiner Meinung nach. Scheinbar hat sich das irgendwie mit einander verbunden im Laufe der Zeit, so das es jetzt als ein und das selbe angesehen wird.