Robert Enke. Die ganze Woche beschäftigt sich die Republik mit seinem Selbstmord. Seine Angehörigen haben mein Mitgefühl!
Alexander hat in einem sehr persönlichen Artikel die Aspekte dieses Todes eingehend und (auch aus der Sicht eines großen Fußballfans) überzeugend behandelt. Vielleicht hat er die Gründe für die ungewöhnliche Anteilnahme an Enkes tragischer Geschichte sehr zutreffend beschrieben. Allerdings fehlt mir die “Würdigung” der Medien, die sich in einer Art und Weise um diese Story “gekümmert” haben, die mir (schon wieder) Bauschmerzen gemacht hat.
Da werden Sondersendungen platziert, ein Gedenkgottesdienst übertragen und und und. Sicher kann man jetzt sagen, dass das Interesse der Öffentlichkeit sehr groß war. Nur – was war eigentlich zuerst da? Das Interesse dieser Öffentlichkeit oder vielleicht doch erst die Sensationslust der Medien? Es ist die immerwährende Frage danach, was eigentlich zuerst da war: Huhn oder Ei.
Die sensationsgeilen Medien werden wir nicht mehr los. Die Kommerzialisierung nimmt weiter zu. Wie man so schön sagt, belebt Konkurrenz das Geschäft. Dass das nicht immer nur gut ist, wissen wir auch längst. Aber auch in diesem Bereich gilt die Wachstumsgläubigkeithörigkeit. Da müssen wir uns nichts vormachen.
Aber wir können unser eigenes Verhalten ändern; beispielsweise in dem wir Sender, die sich wiederholt mit unsäglichen Berichterstattungen “einen Namen” gemacht haben, einfach nicht mehr ansehen? Aber da verlange ich leider zu viel. Ich weiß.
Ich finde, dass man auch darüber nachdenken sollte, ob nicht jeder der über 40 inzwischen in Kriegseinsätzen für unser Land getöteten Soldaten die gleiche Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten? Die Menschen in Afghanistan oder woanders sterben für uns – auch wenn das in den Ohren mancher Leute theatralisch klingen mag. In dieser Woche las ich in einer Tageszeitung, dass ein deutscher Soldat verwundet wurde. Es stand auf Seite 5.












Die Menschen vernetzen sich Oberflächlich immer mehr miteinander, jedoch verlieren dabei gleichzeitig proportional dazu den Sozialen Zusammenhalt zueinander. Das schlimme daran ist jedoch, das Sie es nicht merken.
Ich bevorzuge meine eigene kleine Welt und halte mich größtenteils aus dem aktiven Umgang mit anderen Menschen heraus. Denn was will ich mit einer Gesellschaft die keinerlei Menschlichkeit mehr kennt?!
Ich will zwar nicht so pessimistisch klingen aber im Grunde stimme ich dir da zu. Die Vernetzung geht immer schneller, man gewinnt immer schneller “Freunde”. Aber die Nähe der Menschen zueinander geht zunehmend verloren. Jedenfalls ist das auch mein Eindruck. Ich weiß allerdings nicht, ob das hauptsächlich mit den technischen Errungenschaften zu tun hat oder ob es nicht der Zeitgeist ganz allgemein ist. Der Umgang mit anderen Menschen ist allerdings wirklich sehr wichtig. Du solltest dich nicht einigeln. Kümmer dich doch um deine Familie. Das wohnt sich immer. Glaube mir!
Meine “Groß-Familie” nehme ich davon auch aus.
Hallo Horst, danke für Link und Kompliment. Bei der Würdigung der Medien war ich in dem Moment noch nicht soweit, ich hab da quasi drei Stufen genommen: Betroffenheit, Außeinandersetzung und dann kritische Betrachtung des Außenrum. Dann fand ich auch einen Artikel und den will ich auch noch empfehlen an der Stelle:
http://networkedblogs.com/p17504117
Beste Grüße
Alexander
Hallo Alexander, freut mich, dich nach so langer Zeit mal wieder hier zu haben. Danke für den Link. Ich war schon lange nicht mehr beim Spiegelfechter. Nicht mal den Wechsel des Layouts habe ich mitgekriegt. Nun ja. :lachen: