Das hat mich dann doch überrascht. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die “B*ld am Sonntag” in Auftrag gegeben hatte, sprachen sich 48 % der Bundesbürger gegen ein solches Bauverbot aus. 38 % sind dafür, Gebetstürme an Moscheen zu verbieten.
Im Osten sind ein “paar mehr Prozent” für ein Verbot. 51 % im Westen sind gegen das Verbot aber 44% im Osten sind dafür! Unter solchen Voraussetzungen finde ich es dann doch richtig, die Ergebnisse solcher Umfragen für West und Ost separat zu zeigen. Sonst bin ich eigentlich der Ansicht, dass man endlich damit aufhören sollte, die unterschiedlichen Sichtweisen über solche und andere Erhebungen immer wieder herauszustellen.
Einstellung und Kontakte zu Ausländern
Interessant an den ganz unterschiedlichen Meinungen ist, dass im Westen anteilig viel mehr Migranten leben als im Osten. Weshalb es dennoch zu solch intoleranten und nicht nachvollziehbaren Sichtweisen kommt, kann bestimmt nicht so leicht erklärt werden.
Die größte Ablehnung eines Verbots von Minaretten kam übrigens bei den Wählern der Grünen zustande und (natürlich) bei den Befragten, die Abitur haben. Dagegen sind die Bürgerinnen und Bürger über 65, Bürger mit Volksschulabschluss und SPD – Anhänger für ein Verbot.
Foto von paescha – Pircher Karl; cossac – Dieter Haugk; GeniusXXL – Teberdar Görmen; Idee & Montage: Thommy Weiss @ Pixelio.de












Ah die Dinger heißen Minaretten.. hatte da nämlich eine Diskussion mit einem Mitschüler von mir und wir sind nicht auf das Wort gekommen..
Interessantes Ergebnis übrigens!
Sie heißen Minarette. Und sie müssen natürlich nicht so groß sein, wie auch dem Foto
So lange die Götzendiener ähm, Gottgläubigen mir mit ihrem Glauben nicht auf die nerven gehen, sprich tolerieren das es Atheisten gibt, können die sich auch umgedrehte Pyramide dahin bauen.
Interessant wäre nun noch, dieses Ergebnis mit einer Umfrage aus der Schweiz zu vergleichen. Ich habe grade keine griffbereit aber es war doch so, dass das Abstimmungsergebnis sich drastisch vom Umfrageergebnis unterschieden hat, weil Minarettgegner eben wählen gegangen sind und viele Befürworter diese Frage offensichtlich nicht so wichtig fanden, um überhaupt eine Stimme abzugeben.
Es ist also ohne Weiteres möglich, dass eine Abstimmung in Deutschland mit ähnlichem Ergebnis enden könnte, wobei das – meine ich – eh Ländersache wäre.
@Jan: Die Wahlbeteiligung ist in solchen Fragen immer ein Problem. Vielleicht würde eine erneute Abstimmung in der Schweiz zu einem anderen Ergebnis führen. Aber was hilft es? Die Entscheidung steht. Ich glaube auch, dass in Deutschland ein ähnliches Ergebnis heraus käme. Vielleicht würde man im Moment unter dem Eindruck der schweizerischen Ergebnisse aber auch anders stimmen bzw. vielleicht wäre die Wahlbeteiligung dadurch etwas anders und hätte eben Einfluss auf das Ergebnis. In dem Sinne, wie du es auch geschrieben hast.
Ich sehe Wahlbeteiligung gar nicht als Problem. Wenn Wahlergebnisse nicht den Prognosen entsprechen, weil manche schlicht zu faul zum Wählengehen sind, dann haben sie das Abstimmungsergebnis doch schlicht und ergreifend genau so verdient. Pro- und Contrainitiativen haben ja jeweils die Chance, Anhänger zu mobilisieren. Wenn sie das nicht hinbekommen, ist das Ergebnis trotzdem demokratisch und man muss dann eben zur Kenntnis nehmen, dass der Abstimmungsinhalt den Leuten weitgehend Schnurz gewesen ist. Hat aber vielleicht den positiven Nebeneffekt, dass es ein wenig aufschreckt.
@Jan:
Genau, das hatte ich gemeint. Eine demokratische Entscheidung ist eine demokratische Entscheidung. Vielleicht hätte eine eine höhere Wahlbeteiligung ein anderes Ergebnis gebracht. Allerdings haben 54% der Schweizer abgestimmt. Das ist also eine hohe Wahlbeteiligung gewesen. Jedenfalls wird die Beteiligung so vom “Stern” eingeschätzt.