75% der Ausländer wollen keine deutsche...

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75% der Ausländer wollen keine deutsche Staatsangehörigkeit!

Über 3/4 der in Deutschland lebenden Ausländer wollen keine deutsche Staatsangehörigkeit oder sind derzeit eher nicht bereit, sie anzunehmen. Diese Aussage erschreckt mich deshalb, weil sie in meinen Augen etwas über die Einstellung der Befragten zu Deutschland und seinen Menschen aussagt. 50% der Befragten über 18 sind sicher, dass sie ganz sicher keine deutsche Staatsangehörigkeit erwerben wollen.

Kann man aus solchen Erhebungen Rückschlüsse auf den viel diskutierten Stand der Integration in Deutschland ziehen? Wäre es richtig, wenn es auch in Deutschland generell möglich wäre, eine doppelte Staatsangehörigkeit erwerben zu können? Soweit ich weiß, sieht die Bereitschaft der Migranten in den USA, die us-amerikanische Staatsangehörigkeit zu erwerben, völlig anders aus. Man will Amerikanerin oder Amerikaner werden. Dass dies bei uns nicht so ist, muss uns zu denken geben und sollte nicht ohne Schlussfolgerung bleiben. Menschen, die in diesem Land leben wollen, sollten auf Sicht auch ein eigenes Interesse daran haben, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen. Wenn das nicht so ist oder die Menschen damit aus irgendwelchen persönlichen Gründen damit sogar ein Problem haben, sollten sie hier auch nicht leben wollen.

Horst Schulte - 2004 hab ich mir gedacht, ich versuche es auch mal mit dem Bloggen. Ziemlich schnell hat sich daraus ein richtiges Hobby mit einigem Engagement entwickelt. Die Themen, die mich besonders interessieren, sind Politik, Gesellschaft, Medien und Musik. Ich begrüße dich herzlich hier im Querblog und würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Meinung zu dem einen oder anderen Artikel durch deinen Kommentar mitteilen würdest. Herzlichen Dank und viel Spaß.


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11 Kommentare


  1. Chriz
    Dez 06, 2009
    1

    Wenn ich sowas schon wieder lese.. oh man.


  2. Andreas
    Dez 06, 2009
    2

    Ich weiß nicht, ob ich z.B. gerne Schweizer, Türke oder Brasilianer (um mal nur wahllos Länder zu nennen) werden wollte, wenn ich dort lebe. Kommt sicher auf die Dauer an und ob ich womöglich gar keine Wurzeln in meiner Heimat mehr habe. Ist man denn nicht automatisch Deutscher, wenn man hier geboren ist – egal was die Eltern sein mögen (weiß ich absolut nicht)?

    Diese Umfrage bestätigt mich aber nur in dem, was ich schon ewig sage. Wir haben hier kein Problem mit mangeldem Integrationswillen seitens der deutschen Bürger. Ich glaube den meisten ist schlicht egal, ob ihr Nachbar die deutsche Staatsbürgerschaft hat (mir übrigens auch!). Es mangelt am Willen sich zu integrieren! Und da kann man noch so viele Heiteitei-Programme starten, Infoveranstaltungen machen, Broschüren drucken und darauf schimpfen, wie garstig und ungastlich wir Deutschen doch sind. Wenn jemand seit 25 Jahren hier wohnt, alle seine Kinder hier geboren sind und sich nicht flüssig verständlich machen kann, nicht einmal Straßenschilder lesen kann, dem werfe ich mangelnden Integrationswillen zu. Wer nicht will, der hat schon.


  3. LexX Noel
    Dez 06, 2009
    3

    Ganz genau so ist das, mit den lieben Ausländern hier in Deutschland. Wobei die Erkenntnis eigentlich gar nicht so neu ist, muss man sich doch nur mal auf der Strasse umhören.

    Der Punkt das es in vielen Städten so genannte Ghettos gibt, wo nur Ausländer beziehungsweise zu Neu-Deutsch Immigranten eines Herkunftslandes leben interessiert bisher keinen. Das ist aber genau der Punkt an dem es losgeht mit dem “Einbürgern” und genau dort müsste man eigentlich ansetzten.

    Deutschland den Deutschen? Wohl kaum, wenn das so weitergeht…


  4. ap
    Dez 06, 2009
    4

    @Chriz: Da muss man unwillkürlich schucken.

    @Andreas: Automatisch wird man nicht Deutscher. Auch dann nicht, wenn man hier geboren wurde. Das ist in den USA, soweit ich weiß, anders. Selbst wenn man us-amerikanisches Territorium mit dem Flugzeug überquert wird man, wenn man dabei geboren wird, Ami. In den meisten anderen Ländern bekommt man nicht automatisch die Staatsangehörigkeit, wenn man da geboren wird.

    @LexX Noel: Deutschland den Deutschen will ich auch nicht. Außerdem ist die Parole ja von Nazis besetzt. Wir kommen in Deutschland nicht mehr weiter, wenn wir die Dinge nicht beim Namen nennen. Solche Zahlen müssen eigentlich alle aufschrecken. Die Politiker kennen sie natürlich, machen aber zu wenig mit den Erkenntnissen.


  5. Andreas
    Dez 06, 2009
    5

    Ah, dann finde ich diese Zahlen in der Tat noch bedenklicher. Wenn also ein Kind schwedischer Eltern in Deutschland geboren wird, ist es erstmal Schwede? Wohnt hier 20 Jahre, wird dann gefragt ob es die deutsche Staatsbürgerschafft möchte und sagt nein … Hm …


  6. ap
    Dez 06, 2009
    6

    @Andreas:

    So ist das, und das ist nicht gut.


  7. Non-EU-Alien
    Dez 06, 2009
    7

    Nun ja, das wird hier ein bischen einseitig gesehen und zeugt von viel Unwissenheit. Der Artikel ist interessant, er zeigt aber nur die eine Seite der Medallie, weil der Vergleich mit den USA hinkt. In den USA wird die doppelte Staatsangehörigkeit bei ALLEN akzeptiert. Es gibt keine Verpflichtung sich für eine Staatsangehörigkeit zu entscheiden. In Deutschland gibt es dank der konservativen Politiker keine regelmäßige Hinnahme von Mehrstaatigkeit (dasselbe gilt für Österreich, der Rest der EU ist da viel liberaler). Viele Migranten haben sich für dieses Land entschieden, sie wollen aber nicht einen Teil ihrer Identität verlieren müssen für die Einbürgerung. In Deutschland können nämlich viele die doppelte Staatsangehörigkeit haben, z. B. alle EU Bürger, Schweizer, Israelis, US Amerikaner, und viele südamerikanische und arabische Staaten. Bei Türken, Russen und Menschen aus dem Ex-Jugoslawien verweigert man dieses jedoch, und gerade diese Menschen sind zahlenmäßig in D beträchtlich, deswegen die Statistik oben.

    @Andreas: Ein in Deutschland geborenes Kind schwedischer Eltern erhält demnach automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil sich unbefristet in D aufhalten darf (bei EU Bürgern ist das die Regel). Er ist nicht erstmal Schwede! Er (oder sie) ist beides und MUSS sich auch NICHT entscheiden mit 18, ob deutsch oder schwedisch. Für diesen Menschen gibt es keine Optionspflicht.


  8. Andreas
    Dez 06, 2009
    8

    @NON-EU-Alien: Ah, danke. Bei einem Kind türkischer oder russischer Eltern ist das anders?


  9. Non-EU-Alien
    Dez 07, 2009
    9

    Genau, bei einem Kind türkischer Eltern, russischer oder vom Balkan stammender Eltern ist das anders. Auch diese bekommen per Geburt, falls ein Elternteil unbefristet in D bleiben darf, die doppelte Staatsangehörigkeit, sie unterliegen allerdings der Optionspflicht mit 18 Jahren. Das Staatsangehörigkeitsgesetz “unterscheidet” zwischen solchen Menschen und EU-Menschen. Eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen bezüglich Aussiedlern, Israelis, arabischer Staaten, etc. gibt es auch noch. Soviel zum Gleichbehandlungsgrundsatz in Deutschland ;)

    Ich finde gut, dass solche Diskussionen aufkommen, damit man sehen kann wie die gängige Praxis ist. Es herrscht ja in Deutschland auch der Irrglaube, dass es keine doppelte Staatsangehörigkeit gibt, bzw. dass diese nicht erlaubt ist. Fakt ist aber, dass 52% aller Einbürgerungen unter Hinnahme der doppelten Staatsangehörigkeit stattfinden. Bei 52% kann man nicht mehr von Ausnahmen und vom Prinzip der Vermeidung sprechen, sondern von gewollte Ausgrenzung der verbleibenden 48%.

    Wieso kann man einem Bulgaren, Israeli, Iraner oder Spanier sagen: “Herzlich Willkommen! Wenn Du Deutscher werden willst, darfst Du bleiben was Du bist!” und einem Türken, Serben, Russen oder Kroaten sagt man” Herzlich Willkommen! Wenn Du Deutscher werden willst, darfst Du NICHT bleiben was Du bist!” Und dann begründet man das mit möglichen Loyalitätskonflikten. Da frage ich mich, gibt es die beim Israeli und Iraner nicht?

    Wie auch immer, wenn man sich obige Statistik anguckt und auch weiss, dass gerade Türken und Menschen vom Balkan eine beträchtliche Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in D ausmachen und man auch weiss, dass diese ANDERS bei einer Einbürgerung behandelt werden, dann steht die ganze Statistik wieder in anderem Licht. Was diese Menschen wollen ist eine Gleichbehandlung mit allen anderen Einbürgerungswilligen.


  10. FozX76
    Apr 06, 2010
    11

    Interessant für mich als seit ca. 8 Jahren in Deutschland lebender Ausländer!!
    Aber ich kann da auch meinen Aussicht der sache erklären, die bestimmt vielen andere immigrante auch mitteilen.
    Es wird oft, sehr oft, vorgeworfen an den immigranten die, die deutsche Staatsangehörogkeit erwerben wollen, dass Sie dies nur wollen um vorteile aus der Stadt raus zu holen, man wird sie auch nicht glauben wenn sie sich als “deutsche” bekanntgeben weil sie auch nicht so aussehen.
    Ich persönlich, LIEBE Deutschland, und bin sehr gut integriert in der gesellschaft, aber mich hat es immer diese Vorstellung dass es mir vorgeworfen wird dass ich die Deutsche Staatsangehörgkeit nur mittel zum zweck haben will davon distanziert diese zu beantragen.

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