Links ist genauso böse wie rechts

Es ist höchste Zeit, dass dem Abfackeln von Luxusautos die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird wie Hakenkreuzschmierereien an Häuserwänden und der Gewalt gegen Polizeibeamte dieselbe wie Angriffen auf Ausländer.

Quelle: Linksextremismus: Falsche Toleranz – Der Kommentar – Politik – FAZ.NET

 

Viele Menschen arbeiten gern mit Vergleichen. Auch wenn sie, einmal raus gelassen, zu größeren Diskussionen führen, weil sie einfach nicht passen wollen. Das hindert uns aber nicht daran, sie (die Vergleiche) immer wieder zu bemühen.

Woher bezieht der Autor eigentlich sein Wissen? Aus der ebenfalls im Kommentar zitierten Bemerkungen von Frau Roth (Die Grünen) etwa? Dagegen muss man natürlich was tun.

Im übrigen ist mir persönlich ein “diffuses linksautonomes Jugendmilieu” lieber als gut organisierte Neonazis. Auch die gern bemühten Zahlenspiele ändern an diesem Sachverhalt nichts. Seit Jahrzehnten weisen rechte Politiker immer wieder auf die angebliche Tatsache hin, dass diese Gesellschaft auf dem linken Auge blind sei. Da spiel ich gern mal selbsterfüllende Prophezeiung: Ich sehe das nicht!

(c) Spiegel Online

(c) Spiegel Online

Ich höre sie schon, die Stichwortgeber… Bei den Linken schaut man nicht so genau hin. Da werden sogar die Straftaten nicht richtig gezählt. Und das, obwohl die Exekutive (jedenfalls die Polizisten) doch die Leidtragenden von dieser “exzessiven” Gewalt der linken Autonomen ist. Wolfgang Bosbach (CDU) findet (mal wieder), dass “linke Gewalt” in den letzten Jahren unterschätzt worden wäre, weil man sich auf den Rechtsextremismus konzentriert habe.

In dem Schreiben an die "Hamburger Morgenpost" wird die Attacke als ein Racheakt für den vor einem Jahr von griechischen Polizisten erschossenen Alexandros Grigoropoulos dargestellt, wie das Blatt am Sonntag berichtete. Die Gruppe drohe mit weiteren Anschlägen.

Quelle: Brand- und Farbanschläge: Extremismus-Pläne von Ministerin Köhler stoßen auf Kritik – Politik | STERN.DE

Ich bin gespannt, wann der erste Hinweis darauf folgt, dass “Der Bader-Meinhoff” – Komplex nicht in TV hätte ausgestrahlt werden sollen. Linke autonome Gruppen haben sich nämlich zu den Anschlägen bekannt und mehr noch: sie haben weitere angekündigt.

Bevor also unsere Erbsenzähler sich ans Werk machen, sollen sie besser die Polizei und die Vollzugsbehörden besser ausstatten. Aber dafür ist kein Geld da. Das brauchen wir ja, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Kommentare

  1. Kiri meint:

    Je extremer beide Seiten werden, desto ähnlicher werden sie wieder in Form von Gewalt und ähnlichem. Zumindest meinen Beobachtungen nach. Und dass die Behörden grottig unterversorgt sind, ist klar. Wie wärs, wenn wir die GEZ statt für ZDF-Telenovelas, Gottschalk oder sonstigem Mist verpfeffern, und stattdessen Aufklärungsaktionen, Ausstiegshilfen und gescheite Ausrüstung besorgen? Aber es fühlt sich natürlich keiner für verantwortlich und folglich wird sich auch nichts ändern.

  2. ap meint:

    @Kiri: GEZ halbieren und die Milliarden (ich glaube es wären dann fast 10) in die Ausstattung der Polizei stecken? Gute Idee. Aber …

  3. Karsten meint:

    Diese Statistiken habe ich schon mehrfach, auch mit Sympathisanten der linksextremen Szene (etwa Che2001) durchdekliniert. Kaum jemand bestreitet ernsthaft, dass die beiden Übersichten nicht zu vergleichen sind, da bei den rechtsextremen Straftaten über 85% solche sind, die ein Linksextremer gar nicht begehen kann, namentlich Propagandadelikte und Volksverhetzung.

    Zieht man diese ab, kommt man auf ziemlich vergleichbare Zahlen, wobei dann aber auffällt, dass die Linksextremen vorwiegend Gewalt gegen Sachen ausüben, während bei den Rechtsextremen die Zahl der Gewalttaten gegen Personen deutlich höher ist. Insofern halte ich die Rechtsextremen nach wie vor für die größere Bedrohung, aber nur knapp.

  4. Jan meint:

    Auf das, was Karsten geschrieben hat wollte ich auch grade hinweisen. Und ergänzen, dass ich ehrlichgesagt nicht bereit bin, erstmal – wie in Polen neuerdings – kommunistische Symbole verbieten zu lassen, um vergleichbare Statistiken zu bekommen.

    Wenn man die einzelnen Zahlen vergleicht, liegen doch bei einigen Straftaten linke Straftäter klar vorne – unabhängig von den nicht “vergleichbaren “Endsummen” sind Sprengstoffanschläge, über tausend Sachbeschädigungen und hunderte von Körperverletzungen eigentlich Grund genug, die Sache ernst zu nehmen.

    Oder muss linksradikaler Terror erst quantitativ den rechtsradikalen überflügeln, damit er als Problem bezeichnet werden darf? Ob der Sozialist nun ein nationaler war oder nicht, ist dem jeweiligen Opfer hinterher doch ganz egal, es wird sich berechtigterweise wünschen, dass davon unabhängig mit allen Mitteln extremistische Gewalt verfolgt wird.

  5. ap meint:

    @Jan:

    Oder muss linksradikaler Terror erst quantitativ den rechtsradikalen überflügeln, damit er als Problem bezeichnet werden darf?

    Wenn mein Artikel diesen Eindruck hinterlassen hat, tut es mir leid. Das war nämlich nicht meine Absicht. Ich finde es nur eigenartig, dass man bei dieser Art von Problemen (seitens des bürgerlichen Lagers) gerne auf die unterschiedliche Zählweise hinweist. Als ob es darum gehen würde. Wir sind uns einig, dass rechte Gewalt sich im Resultat nicht von linker Gewalt unterscheidet. Gewalt ist Gewalt und die lehne ich ab – egal welche Seite sie
    anwendet.

  6. Karsten meint:

    @ap:
    “Als ob es darum gehen würde.”

    Doch, darum geht es. Es gibt nämlich einige tausend verschiedene Projekte gegen Rechtsextremismus, bei denen teilweise sogar linksextreme Personen und Organisationen Staatsknete bekommen, um gegen diese Variante des Extremismus vorzugehen. Der Hinweis, dass aber auch gegen den Linksextremismus vorgegangen werden muss, wird dann gerne mit dem Verweis auf die von Dir oben gezeigten Statistiken erstickt, Tenor: “Rechtsextremismus produziert zehnmal so viele Straftaten”. Und das muss man dann wieder in Relation setzen.

  7. ap meint:

    Es soll gegen Linksextremismus vorgegangen werden, auch wenn Statistiken im Vergleich zu den Zahlen des Rechtsextremismus etwas anderes ausdrücken. Aber noch einmal: Mir ging es nicht um die unterschiedliche Zählweise, sondern um die Feststellung, dass Extremismus, egal von rechts oder links, zu bekämpfen ist.

  8. Karsten meint:

    @ap:”Es soll gegen Linksextremismus vorgegangen werden, auch wenn Statistiken im Vergleich zu den Zahlen des Rechtsextremismus etwas anderes ausdrücken”

    Öhmm… was drücken die denn aus? Genau dazu habe ich mich doch geäußert.

    Aber Deiner Feststellung kann ich mich anschließen.