Den Begriff Versager mag ich nicht. Aber wir sind sehr freigiebig mit solchen Etiketten. Ob ein Sportler oder eine Mannschaft in einer Disziplin verlieren oder ob Politiker bei einer Konferenz nicht das “herausholen”, was von ihnen ewartet wird, schnell schallt der Begriff “Versager” mit vielen Echos durch die Lande.
Politiker können uns, jedenfalls in negativer Hinsicht, kaum noch überraschen. Wir erwarten nichts Positives von ihnen. Barack Obama mal ausgenommen. Vielleicht – vielleicht noch… Denn unsere Begeisterung für ihn hat ja auch schon stark nachgelassen.
In Kopenhagen waren über 120 Staatsoberhäupter versammelt und haben, wenn man Claudia Roth (Grüne) glauben darf, auf der ganzen Linie versagt. Es wäre müßig, die genauen Worte nachzuschlagen, die sie benutzt hat.
Die Teilnehmer der Konferenz werden sich mit dem erreichten Ergebnis nicht wohler fühlen, als viele von uns dies heute tun. Natürlich nur, wenn wir denn überhaupt daran glauben, dass wir, die Menschheit, die vor sich gehenden Veränderungen überhaupt beeinflussen könnten – wenn wir es denn überhaupt wirklich wollten.
Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die nicht nur behaupten, dass wir ohne Einfluss auf die Klimaveränderungen sind, sondern auch solche, die vehement bestreiten, dass es diese überhaupt gibt.
Für letztere habe ich wenig Verständnis. Als ein Indiz will ich nur auf die vielen Gewitter hinweisen, die wir auch in diesem Jahren wieder erlebt haben – auch außerhalb des Sommers (und zwar hier in Deutschland!). Die zunehmende Anzahl von Überschwemmungskatastrophen ist ebenfalls auffällig — um nur zwei Wetterereignisse zu benennen, die doch wohl alle wahrgenommen haben.
In ungefähr zwei Jahrhunderten hat sich die Weltbevölkerung versechsfacht. Menschen beanspruchen Platz und Ressourcen. Dass dies in der Vergangenheit wenig ausgewogen (man könnte auch ungerecht sagen) geschehen ist, ist belegt. Die Industriestaaten, die sich bis in die Gegenwart hinein als Kolonialmächte aufführen, haben einen hohen Grad an Verantwortung für die jetzige Situation. Deshalb verstehe ich Länder wie China und Brasilien, die zwar in rapider Geschwindigkeit aufholen (nicht ohne ihre eigene Umwelt ebenfalls zu zerstören), sich jedoch verständlicherweise noch als Entwicklungsländer begreifen. Auch ist es nachvollziehbar, dass die Afrikaner den Industriestaaten Ausbeutung und Verantwortungslosigkeit vorwerfen. Nichts anderes haben wir getan und tun es bis heute.
Alles eine Frage der Sichtweise
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht dennoch von einem Erfolg. Der Mann hat mit multilateralen Verhandlungen schließlich viel Erfahrung und weiß die kleinen und kleinsten Verhandlungserfolge im Gegensatz zu vielen Medienleuten und Politikern anders zu bewerten.
Wir, die Industriestaaten sind, wohl auch angesichts der noch wütenden verheerenden Wirtschaftskrise nicht willens in der Lage, die Lasten zu schultern, die uns die Entwicklungsländer (nicht zu unrecht) wie selbstverständlich aufbürden wollen. Weder Obama noch Merkel, noch andere westliche Regierungschefs, wollen und können es ihren kapitalistischen Partnern Volkswirtschaften zumuten, die gewaltigen finanziellen Herausforderungen zu schultern, die erforderlich wären.
Deshalb handeln sie auf der anderen Seite vielleicht trotzdem unverantwortlich. Es wäre dennoch gut, wenn wir darüber nachdenken würden, wie standhaft man wohl selbst in einer vergleichbaren Situation sein würde.
Im Grunde ist es ganz ähnlich, wie in der Mitte der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Teilnehmer an der Konferenz sind mit dicken Backen angereist, haben ordentlich geprustet und leider, als es darum ging (wie passend) nichts als heiße Luft produziert.












Du wirst mir doch aber zustimmen das was gemacht werden muss und das man hier eine etwas bessere Lösung hat erwarten können und es hätte eine bessere Lösung geben müssen. Man muss hier doch auch niemanden die Schuld zuweisen, wir leben alle auf diesen Planeten und nur wir alle können etwas ändern. Und die Politiker hätten hier Vorbilder sein können, wenn nicht sogar sein müssen.
Warum schauen wir auf Afrika und China? Schauen wir doch mal auf die USA. Die USA war ja schon nicht einmal in der Lage bei Kyoto mitzumachen, ein Armutszeugnis, oder etwa nicht? Warum machten sie nicht mit? Weil man sich in Texas in den Arsch gebissen hätte wenn weniger Öl verbraucht und somit gekauft wurden wäre. Aber die USA sind ein Land wo auch die Bevölkerung noch viel machen kann in Sachen Energieeffizens, oder etwa nicht? Wenn nur die Menschen dort wollten, könnte man sicher schon eine Menge CO2 einsparen. In China genauso, sicher eine Aufstrebende Nation und sicher darf man Fehler machen, aber müssen es die selben sein, die andere Industrieländer schon vorher gemacht haben? Warum kein Wissensaustausch? Weil man dann weniger Geld verdienen kann? Ist die Umwelt nicht mehr Wert? Ich meine schon, also sollte man Wissen transferieren, nach China und in alle anderen Entwicklungsländer.
Es ist also eine Enttäuschung was raus gekommen ist und dann darf man ruhig auch mal das Wort Versager in den Mund nehmen.
Ich bin damals zur Wahl gegangen um dem Aufruf zu folgen, meine Stimme abzugeben für Jemanden den ich nicht mal kenne und der in meinem Namen etwas machen soll zum Wohle aller die Ihn wählen.
Durch die Abgabe meiner Stimme, habe ich auch meine Verantwortung mit abgegeben.
Politiker verändern nichts direkt, Politiker schaffen nur das was man Rahmenbedingungen nennt, innerhalb dieser Gesellschaft die so krank ist und es nicht mal merkt.
Eine Enttäuschung ist das Ergebnis von Kopenhagen nicht für mich, den ich wusste von Anfang an das es kein wahres ernstzunehmende Ergebnis geben wird. Alles nur Bekundungen von Interessen die vielleicht den Hauch einer Chance auf Umsetzung haben.
Wie schon bei den Wahlen, habe teile der Menschheit sich der Illusion hingegeben das sich mit und durch Kopenhagen wirklich etwas ändern würde für die Zukunft. Eine Illusion einer Illusion von Gedanken und Annahmen die Jeder kennt, aber keiner ausspricht.
@Sven: Ich kann nicht uneingeschränkt zustimmen, Sven. Persönlich sehe ich das nicht anders. Mir gefällt an der Diskussion über die “Ergebnisse” allerdings nicht, dass uns die einseitige Beschimpfung der Politiker zu leicht über die Lippen geht. Wie stehe es denn eigentlich um unsere eigene Verantwortung. Nehmen wir die denn wahr? Wie steht es um die Nutzung unserer Autos und um unser Bewusstsein für generelles Energiesparen? Wahrscheinlich war der Personenkreis in Kopenhagen einfach viel zu groß. Zugegeben, das ist nicht gerade ein demokratischer Gedanke, aber für mich ist auch klar, dass man so viele Interessen bei einem so brisanten Thema einfach nicht unter einen Hut bekommen kann.
@LexX Noel: Ich kann den Frust nachvollziehen. Bisher haben solche Konferenzen ja immer eigentlich nur unbefriedigende Ergebnisse erzielt. Weshalb hätte diese jetzt hinsichtlich dieser Resultate besser sein sollen? Man muss wirklich Angst vor der Zukunft bekommen, wenn man überlegt, wie wenig wir in der Lage sind, die nötigen Schritte zu verabreden und dann umzusetzen.
Ich für meinen Teil mache alles was in meiner Macht liegt. Ich fahre mit dem Rad, wann immer es geht, habe jetzt seit Jahren nur Energiesparlampen im Einsatz und werde den nächsten Schritt gehen indem ich jetzt nach und nach auf LEDs umsteige. Mein Kühlschrank läuft auch nicht das ganze Jahr über und ein Auto habe ich gar nicht. Mülltrennung ist mir auch wichtig und ich versuche ab jetzt jeden Monat Bäume zu spenden, was kann ich als einzelner noch mehr machen?
Lieben Gruß
Sven
Ich finde das gut! Du machst wirklich viel. Ein paar Dinge tun wir auch. Unsere größte Sünde ist wohl, dass wir zwei Autos fahren. Aber ich arbeite eben leider auch 150 km von unserem Heimatort entfernt. Da komme ich ohne einfach nicht aus. Meine Frau könnte drauf verzichten. Bald ändert sich das ohnehin. Wenn wir in Rente gehen. Dann fahren wir nur noch 1 (kleines) Auto.