Haben wir nicht eben noch gehört, dass Westerwelle einer, wenn nicht der beste Redner im Deutschen Bundestag ist? Sollte sich dieser Mann jetzt, nachdem er endlich sein Traumamt angetreten hat, als unfähig erweisen, das Amt des Außenministers dieser Republik auszuüben?
Ich bin wahrlich kein Freund der FDP und damit quasi der geborene Feind ihres Vorsitzenden, Herrn Guido Westerwelle. Aber eins will ich euch mal sagen: Ich fand sowohl seine Haltung zu Frau Steinbach gut als auch sein deutliches Bekenntnis zu dem, was er sich unter einer Afghanistan-Konferenz vorstellt. Dass er anlässlich dieser Veranstaltung nicht mit sich (uns) über weitere Soldaten für Afghanistan verhandeln lassen will, ist doch wohl genau das, was die Bevölkerung dieses Landes will. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Karsai und seine korrupte Regierung sollte viel mehr Gegenwind spüren. Und gegenüber den Amerikanern, Obama hin oder her, sollten wir unsere Position genauso klar einnehmen, wie Westerwelle das offenbar glaubt tun zu müssen.
Es gilt, einen weiteren großen Fehler Gerhard Schröders auszubügeln, den dieser 2001 nach der Katastrophe vom 11.9. machte, als er den USA unsere uneingeschränkte Solidarität versprach. Was aus diesem Krieg wird weiß keiner wirklich. Ich bin aber überzeugt davon, dass er nicht zu gewinnen ist. Auch nicht, wenn die Amerikaner und ihre Verbündeten weitere zigtausend Soldaten ins Land schicken. Es ist ein bisschen so wie damals Vietnam. Auch heute haben wir es mit einem Gegner zu tun, der nicht wirklich zu stellen ist. Insofern werden auch mehr Soldaten es nicht schaffen, an der dortigen Lage etwas zu ändern. Und um die Menschen dort geht es den Amerikanern und uns im Grunde auch längst nicht mehr. Es geht um Gesichtswahrung.
Die Terroristen werden wir nicht schlagen, weil diese nicht zu schlagen sind. Außerdem wissen wir nicht, ob sich dazu die Region Afghanistan überhaupt eignet. Dort befinden sich die Taliban. Al Kaida ist längst nach Pakistan abgezogen. All dies ist bekannt und sollte eigentlich zu einer plausiblen und vernünftigen Abzugsstrategie führen. Aber nein, wir tun genau das Gegenteil. Immerhin haben wir uns offiziell wohl von dem Gedanken verabschiedet, dass wir den Afghanen die Demokratie aufzwingen können. Das klappt dort ebenso wenig wie im Irak. Vielleicht sollte man Westerwelle mal ein bisschen in Ruhe arbeiten lassen und ihn nicht ob seiner vielleicht in der Tat für einen Diplomaten etwas markigen Sprache so kritisch beurteilen:
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen glaubt er, durch markige Formulierung seiner Standpunkte Profil gewinnen zu können – und erntet doch nur Kopfschütteln. […]
Aber durch die versuchte Vorfestlegung eines Konferenzverlaufs, den Deutschland nur partiell beeinflussen kann, isoliert der Minister sich und die ganze Bundesregierung innerhalb des Bündnisses. Das ist einfach dumm.
Quelle: Afghanistan-Einsatz: Westerwelle isoliert sich und die Bundesregierung | Politik | ZEIT ONLINE | Link
Es mag undiplomatisch sein, so zu reden, wie Westerwelle es tut. Und wahrscheinlich werden darüber auch manche unserer Partner verärgert sein. Dumm, wie der Autor des Artikels bei Zeit Online, finde ich Westerwelles Vorgehen nicht. Aber ich bin natürlich auch kein Diplomat.












Ich hoffe nur, er packt nicht wieder sein Schulenglisch aus. Das war wirklich nicht ‘the yellow of the egg’ bisher. Aber we know, life isn’t a wishing concert. Und so.
Das Leben ist kein Ponyhof. Wer hat das gesagt? Ich glaube, es war Stromberg.
Westerwelle wird wieder einknicken, so wie es die FDP schon damals gemacht hat. Ich mag den als Mensch nicht und auch nicht als Politiker. Eine Schande für die Politik ist Westerwelle und wir der Mann immer bleiben.
Er ist eingeknickt. Insofern hast du recht gehabt. Eine Schande für die Politik ist Westerwelle aber deshalb nicht. Da gäbe es andere Persönlichkeiten, die mir einfallen würden. Allen voran, Herr Berlusconi aus Italien.
Ich will wieder Genschman!
http://www.fr-online.de/_em_daten/_multicom/2009/10/01/091001_1636_genschman_dsc1773.jpg
Der hatte wenigstens noch was drauf…
Westerwelle hat keine eigenen deutschen Kinder erzeugt und das Elterngeld für arme alleinerziehende deutsche Mütter abgeschafft… super