Blitzeis gestern um 21.20 Uhr bei Bedburg

Um diese Zeit war ich ja längst zu Hause, weil ich gleich aus Nassau geflüchtet war, als die ersten Schneeflocken herunterkamen. Ich erinnere mich daran, dass ich vor Jahren mal von Köln – Dellbrück nach Bedburg (das sind vielleicht so 50-60 km) 6 Stunden gebraucht habe, weil plötzlich Schnee eingesetzt hatte und es zudem noch Freitag Nachmittag war.

Und solche Dinge hat man bei der Witterung zudem ja auch immer im Kopf:

Um ca. 21.20 Uhr wurde ein 32jähriger Autofahrer auf der A 61 bei Bedburg Opfer plötzlich einsetzenden Blitzeises. Sein Fahrzeug raste eine Böschung hinauf, überschlug sich mehrmals und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer konnte aussteigen und wurde dann von einem nachfolgenden Fahrzeug, das ebenfalls ins Schleudern geraten war, erfasst. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Bei dem Unfall wurden zwei weitere Menschen verletzt. Die Autobahn wurde gesperrt.

Es gibt nicht wenige Autofahrer, die so tun, als wären sie über solche Gefahren erhaben. Man kennt das von Erzählungen, die ungefähr so beginnen: “Sobald es auch nur ein bisschen schneit, fahren die alle wie die …”. Mir ist es manchmal ein bisschen unheimlich, wenn ich sehe, wie manche Autos an mir vorbei sausen. Meistens ist dann schon relativ viel Verkehr aber die Straße sieht in diesen Wochen oft verdächtig aus. Es glitzert und spiegelt. Aber viele juckt das einfach nicht.

Wenn es dann, wie im geschilderten Fall, zu einem so furchtbaren Unfall gekommen ist, werden einige Autofahrer, die ansonsten hohe Risiken eingehen, für einen Augenblick nachdenklich und richten ihre Fahrweise entsprechend ein. Aber lange hält das nicht und sie beginnen wieder über die zu schimpfen, die ihrer Auffassung nach, einfach nur Verkehrshindernisse sind. Ehrlich, manchmal gehöre ich ja auch dazu.


Kommentare

  1. Andreas meint:

    Wir hatten hier gestern, als ich gegen 22 Uhr nach Hause fuhr auch spiegelglatte Straßen. Nun fahre ich sowieso immer nur exakt die erlaubte Geschwindigkeit nach Tacho (real wohl also etwas langsamer). Allerdings bei dem Wetter eben auch nicht deutlich unter der erlaubten Geschwindigkeit – jedenfalls wenn ich das für vertretbar halte. So lernt man es ja in der Farhschule. Also zuckele ich gestern innerhalb einer geschlossenen Ortschaft mit Tacho 45 und ca. 40 Meter Abstand hinter einem anderen Auto her. Gar kein Problem, absolut in Ordnung. Nicht in Ordnung war der Van-Fahrer, der uns beide mit sicher 70 bis 80 Km schlingernd überholte. Nach 500 Metern bog er direkt vor mir auf eine Tankstelle ab … Ich habe kurz überlegt hinter her zu fahren. Aber was bringt es, solchen Vollidioten ihr Verhalten zu erklären …

  2. ap meint:

    Solche Erfahrungen macht man leider immer wieder. Das geht zum Glück ja auch oft gut aber wenn nicht….

    Ich hatte vor 30 Jahren (oder so) mal eine Erfahrung mit Blitzeis, die ich nie vergessen habe. Ich fuhr zur Arbeit und hatte meine Schwester und meine Frau im Auto. Plötzlich begann es zu regnen und der Wetterberichte hatte angekündigt, dass einsetzender Regen sofort zu spiegelglatten Fahrbahnen führen würde. Entsprechend passte ich meine Geschwindigkeit an. Ein Open-Fahrer (Record) fuhr an uns vorbei und fing schon an zu schleudern, als er auf gleicher Höhe war. Ich nahm noch etwas Gas weg und der Opel drehte sich vor uns mehrmals um die eigene Achse. Ein absolut surreales Erlebnis. Zum Glück war gerade kein Verkehr. Es kamen keine Autos von vorne, so dass die Sache absolut glimpflich ausging. Der Opel rutschte schließlich an den Straßenrand und kam (fast im Graben) zum Stehen. Der Mann (mit Hut) war richtig geschockt. Trotzdem habe ich ihn ordentlich angepampt. Das konnte ich mir in dem Moment nicht verkneifen.

  3. Doro meint:

    Also ich kann nur jedem raten, mal ein ADAC-Fahrsicherheitstraining zu machen – da habe ich Freitag Abend nach längerer Autoabstinenz mal teilgenommen. Es wurde auch das Bremsen und Ausweichen auf Glatteis simuliert… da ist man richtig geschockt, wie lange man bei 30 km/h (!!!) braucht, um das Auto zum Stehen zu kriegen… und versucht erstmal, ein trudelndes Auto auf Glatteis einzufangen. Unser Trainer meinte auch, daß die meisten Fahrer auf Deutschlands Straßen nicht wissen, wie man bremst… zu zögerlich – Bremsweg verlängert sich dementsprechend. Das sollte man echt mal geübt haben. Ich werde so ein Training auf jeden Fall an meine Freunde und Verwandte verschenken. Das waren die bestinvestierten 70 € meines Lebens. :-)

  4. ap meint:

    @Doro: War Alex mit oder hast du es allein gemeistert? Ich habe so etwas auch schon mal gemacht. Allerdings ist das Jahre her. Die machen das wirklich gut beim ADAC.

  5. Doro meint:

    Nee, der Alex hatte Angst um seinen Mustang… dabei hätte man sich echt anstellen müssen, um das Auto irgendwo gegen zu fahren. ;-) Mein Smart ist quasi allein im Weltall umhergekugelt… :-)