Monatsarchiv: Januar 2010
Der Sonntagswitz
Eine Blondine hat Zwillinge bekommen und erhält Besuch von einer Freundin.
Die Blondine weint fürchterlich. “Warum weinst du? Es hat doch alles prima geklappt”, meint die Freundin.
Die Blondine antwortet: “Ich weiß einfach nicht, von wem das zweite Kind ist.”
Upgrade: Neuer Versuch
Sagt eine Blondine zur anderen: ‘Mann, von neuen Schuhen bekomme ich immer Blasen!’ Meint die andere zurück: ‘Siehst du, bei mir ist es genau umgekehrt: Ich krieg vom Blasen immer neue Schuhe!’
Der Weg ist frei für die Fusion von Linkspartei und SPD
Bartsch (als Bundesgeschäftsführer) und Bisky räumen ihre Arbeitsplätze und nun auch Lafontaine. Ob der Chefstratege der Linkspartei einen Moment daran gedacht hat, dass er durch seinen gesundheitlich bedingten Rücktritt auch den Weg für eine mögliche und ja durchaus auch schon häufiger thematisierte Fusion der Linkspartei mit der SPD (oder umgekehrt) frei macht?
Die Linkspartei befindet sich im Moment im Abwärtstrend. Die Arbeit der Oppositionsparteien findet keinen Anklang in der Bevölkerung. Allerdings finde ich es unter dieser Voraussetzung ein bisschen merkwürdig, dass die SPD trotzdem bei 25 % stehen geblieben ist. Eigentlich sollte es doch in diesem Fall so sein, dass die Oppositionsparteien von der schlechten Arbeit der Regierung profitieren. Dass sie das nicht, jedenfalls nicht in nennenswertem Umfang tun (Grüne), verheißt nichts Gutes. Die Leute denken inzwischen vielleicht, dass ihr Votum sowieso vergebene Liebesmüh ist. Die einen sind so schlecht wie die anderen.
Aber vielleicht wächst ja bald zusammen, was zusammen gehört und es entsteht eine wirkliche politische Alternative in diesem Land. Brauchen könnten wir diese. Und mir wäre natürlich eine auf der linken Seite des politischen Spektrums lieber als die jetzige Regierung, die ja wirklich nicht gerade einen überzeugenden Start hingelegt hat.
Aber das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof und auch kein Wunschkonzert.
Personas oder Themes für Firefox?
Die Personas für Firefox hatte ich mir versuchsweise schon einmal angeguckt und war nicht gerade begeistert. Mit der neuen Firefox Version 3.6 habe ich einen erneuten Anlauf gemacht. Fehlanzeige! – kann ich nur sagen.
Horst Scheuer hat die Neuerungen der Version 3.6 (wie immer) übersichtlich zusammengefasst.
Bei Personas stolperte ich in der Gallery dann auch noch darüber:
Damit ist die Sache für mich, jedenfalls vorerst, gelaufen.
Im Ernst: Ein schönes Theme kann Personas nie und nimmer ersetzen. In der Gallery findet sich mehr Masse als Klasse. Aber vielleicht ist das bei den Themes ja nicht anders.
Wedel hat mich enttäuscht
Seit Tagen hatte ich mich auf den neuen Wedel (“Gier”) gefreut. Neben der tollen Besetzung schien mir Dieter Wedel aufgrund meiner Erfahrungen, ein Garant für tolle Fernsehunterhaltung zu sein. Blöder Fehler!
Sogar die tollen Schauspielerinnen und Schauspieler agierten, jedenfalls meinem Eindruck nach, arg gelangweilt. Vielleicht kam das daher, weil der Stoff aber auch nicht die geringste Überraschung und Spannung bot. Egal, ob man sich das Leben der etwas betuchteren Damen und Herren so vorstellt, wie Wedel es hier zeigte oder ob man dieses dämliche Getue als den miserablen Versuch enttarnte, Klischees zu bedienen, es war einfach nur öde.
Mir ist bewusst, dass es nicht wenige Leute gab (und sicher auch trotz der Erfahrungen der Finanzmarktkrise noch immer gibt), die in ihrer Gier nach Rendite verdammt viel Dummes anstellen, aber mit den Personen des Wedel-Films mochte und konnte ich mich nie identifizieren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass andere Leute sich in dieser simplen Darstellung irgendwie wiederfinden konnten.
Die unvermeidlich folgende Diskussion bei “Hart aber fair” habe ich danach auch noch größtenteils über mich ergehen lassen. Auch diese bot nicht die geringste Überraschung. Jutta Dittfurth gegen Hans-Olaf Henkel – ein Dauerkonflikt ohne jede Überraschung.
Ich will nicht ausschließen, dass mein Frust mit der Ernüchterung zu tun hat, die sich schon zum Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise (haben wir den überhaupt schon erreicht?) eingestellt hatte. Die Wahrnehmung der meisten Leute ist die, dass alles so weiterlaufen wird, wie es war. Ich will nicht bestreiten, dass allein das Gefühl für den Moment etwas Beruhigendes hat, allerdings kann ich nicht glauben, dass das moderierte “Weiter-So” tatsächlich funktionieren wird. Dafür ist die Höhe der Schulden, die wir allein in Deutschland aufgetürmt haben, einfach zu gigantisch. Und den Politikern glauben wir ja verständlicherweise auch schon länger nichts mehr.
Die Bedenken, dass die Wachstumshörigkeit unserer so genannten Eliten (jedenfalls hören wir von diesen leider wenig Differenzierteres) nicht wirklich Substanz hat, werden mich nicht alleine umtreiben. Umso mehr irritiert und frustriert es, dass nach diesem Desaster, das das kapitalistische System verursacht hat, keine offene Diskussion in Gang kam.
Außer Schimpfen nix gewesen. Dank unserer tollen neuen Regierung werden die Kapitalisten, Banken und Börsen, die unsere Zukunft verspielt haben, nicht einmal mit dem simpelsten Instrumenten an dem beteiligt, was das gemeine Volk zu schultern hat. Die Einkommenssteuer, wenn sie denn bezahlt wird, einmal ausgenommen.
Der Film, um nochmal zum Ausgangspunkt zurückzukommen, hat Aspekte dieses Wahnsinns weder witzig, noch informativ und nicht einmal spannend wiedergegeben. Von Wedel hatte ich mir sehr viel mehr erhofft. Mal sehen, was der zweite Teil bringt.
Wie groß muss die Verzweiflung sein?
Brillant und überzeugend, wie immer, fragte Guido Westerwelle empört nach, wie groß die Verzweiflung innerhalb der SPD denn sein müsse, wenn sie solch absurde Vorwürfe (es war die Rede von Käuflichkeit) in die Welt setze.
Außerdem muss man die FDP ja wirklich verstehen. Die hat doch erst kürzlich eine Strafe von mehreren Millionen Euro an die Bundestagsverwaltung zahlen müssen, weil einer ihrer Spitzenleute (Möllemann war sein Name), gewisse Dinge nicht so ganz astrein abgewickelt hat.
Da kommt die Extraportion “Mövenpick” gerade recht. Unglaublich, was der politische Gegner daraus macht. Kein normaler Mensch würde doch gleich einen Zusammenhang zwischen dieser Millionenspende und den Steuergeschenken dieser Regierung an die Hoteliers herstellen.
Kein Protektionismus – dafür aber Subventionismus
Die EU spricht sich immer eindeutig gegen Protektionismus aus. Auch als Laie weiß man, dass Protektionismus Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zur Zuspitzung der damaligen Weltwirtschaftskrise geführt haben soll. Dass diese Sichtweise in der heutigen Zeit nicht unumstritten ist, zeigt dieser Artikel von Noreena Hertz.
Ist es angesichts dieser Erkenntnislage nicht schäbig, dass wir andererseits immer noch unsere Überschüsse zu Dumpingpreisen in die Länder der ärmsten Regionen der Welt exportieren? Im Augenblick sind wir doch alle so sehr von den Bildern betroffen, die uns aus Haiti erreichen. Auch Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Erde – auch ohne Erdbeben! Es wird geholfen, wenn die Not fast nicht mehr zu ertragen ist. Dabei wäre es richtig, den Leuten zu helfen, bevor solche unvorstellbaren Katastrophen passieren. Aber das kriegen wir nicht hin! Zu groß sind die wirtschaftlichen Interessen der Gruppen, die von ganz anderen Maßnahmen profitieren.
Vor ein paar Monaten wurde über den Preisverfall der Milch gestritten und über die Konsequenzen, die das für unsere Bauern hat. OK, Haiti ist in diesem Zusammenhang ein schlecht gewähltes Beispiel. In Afrika aber leben 300 Menschen von 100 Kühen. Das Verhältnis in Deutschland und Europa dürfte ein bisschen anders liegen.
In Europa gibt es 1,05 Mio. Milchbauern. Die produzieren zu viel Milch. Das Überangebot führt zu sinkenden Preisen. Damit die Bauern dennoch ein Auskommen haben, wird das Produkt subventioniert. Das aber führt dazu, dass die milliardenschwere Überproduktion in Entwicklungsländer exportiert wird und die Existenz von 100 Millionen Milchbauern in diesen Ländern bedroht wird.
Wir wollen das nicht. Wir nehmen solche Mechanismen nicht zur Kenntnis, blenden die bekannten Konsequenzen schon lange Jahr aus. Es gibt sie aber (leider), und wir sollten uns ihrer auch bewusst sein und diesen Unsinn kritisieren!
Stubbe und das Zeitungssterben
Stubbes Tochter arbeitet für eine Zeitung in Hamburg und ist mit ihrem Job nicht zufrieden. Sie ignoriert auch schon mal gern die Ansagen ihres Chefs oder interpretiert seine Aufträge um.
Sie hatte den Auftrag, ein Portrait über eine Boutiquenbesitzerin zu schreiben. Sie war mit dem Kollegen Fotografen vor Ort und bekam mit, wie herablassend diese sich gegenüber einer Kundin benahm. Sie sah in ihr eine Hartz-IV-Empfängerin, die in ihrer Boutique nichts verloren habe. Gelungener Griff ins Klischeeklo? Der hat sie’s dann (via “Portrait”) aber so richtig gegeben… Dann kam, was kommen musste.
Sie sollte sich bei der Frau Boutiquenbesitzerin entschuldigen. Andernfalls drohte ein Rauswurf. Natürlich musste sich Stubbe (der übrigens in dieser Folge doch tatsächlich Sex im Hallenbad hatte) auch aus dem Kurzurlaub um die Tochter kümmern. Er riet ihr, sich zu entschuldigen. Sie habe ja Journalismus gerade zur Zeit des großen Zeitungssterbens studieren müssen.
Aber wenn du nicht über deinen Schatten springen und dich bei der wichtigen Werbekundin der Zeitung nicht entschuldigen willst, kannst du ja wieder bloggen.
Demnach sind die Alternativen: Idealistischer Journalist mit Hang zum Investigativen immer knapp vor dem Rauswurf oder Blogger für immer…
Sollte mein 24” Monitor eine Fehlinvestition sein?
Bereits bis 2013 werden webfähige Handys Computern beim Internetzugang den Rang ablaufen, prognostizieren die Experten. Im dialogfähigen sozialen Netz soll Facebook die dominante Führungsrolle zu Teil werden.
Das stimmt doch wohl hoffentlich nicht!? Ich sitze 100mal lieber am PC oder mit dem Notebook auf den Knien da und lese, blogge und surfe herum und kann mir nicht vorstellen, das mit einem Handy –(Computer?) zu absolvieren. Erstens werden meine Augen ja nicht besser und die dicken Finger tun ein Übriges, mich mit der Handy-Schreiberei nicht richtig warm werden zu lassen. Und zu Facebook geh ich auch nicht mehr zurück. So!
Vielleicht bin ich doch älter als ich mich fühle.
Schloss Bedburg ist abrissreif
Kaum zu glauben, was ich da heute in meiner Tageszeitung lesen musste. Unser Schloss ist einsturzgefährdet und muss womöglich abgerissen werden. Diese Aufnahmen hatte ich zum großen Teil im Frühjahr 2009 gemacht.
Im Artikel des Kölner Stadt-Anzeiger steht, dass die Schlossanbauten, die ca. 150 Jahre alt sind, keine “überragende Bedeutung” hätten. Die Sanierung der Schlossanbauten soll mindestens drei Millionen Euro kosten.
An beiden Gebäuden wurden massive Senkungsschäden beobachtet. Es sind zum Teil zentimeterdicke Risse entstanden. Wahrscheinlich hat der Braunkohleabbau in unserer Region und die damit verbundenen Grundwasserabsenkungen diesen Schaden verursacht.
Aus diesem Grund nun wurden sie weiträumig mit Flatterband und Drängelgittern abgesperrt. Deshalb kann das Schloss von der Innenstadt her nicht mehr betreten werden, lediglich der Weg vom Schlossparkplatz aus kann weiterhin genutzt werden.
Der Eigentümer des Schlosses, der Kerpener Unternehmer Herbert Hillebrand, hat beim Rhein-Erft-Kreis den Abbruch der “Rheinischen Ritterakademie” sowie der angrenzenden Schlosskapelle beantragt. Warum kommt Hillebrand als Eigentümer nicht für die Instandsetzung auf? Die Stadt kann nichts tun, weil sie vor zig Jahren den Kauf aufgrund finanzieller Engpässe an den Privatmann durchgeführt hat. Außerdem sind die Schaden an den Gebäuden doch offensichtlich auf die Tätigkeit von RWE Power zurückzuführen. Auch dieses Unternehmen könnte doch in Regress genommen werden. Nichts davon lese ich in besagtem Artikel.

